Deine Beweiskette hat ein kleines Problem, der Aufhänger.
Ja, Michael,
in der Tat spielt da die Zeit da leider nicht recht mit. Ich gebe Dir recht.
Anzubieten wäre außerdem noch Pastinaken, eine wilde Möhrenart, die sowohl einheimisch ist, als auch der Ernährung diente.
Aber der Hinweis auf den Aronstab, den "deutschen wilden Ingwer", den Max oben brachte passt dafür umso besser. (s. auch meine Antwort dazu)
Man sollte nicht vergessen, dass die Leute im Bergischen Land damals bitterarm waren. Ackerbau gab es mangels bebaubarer Flächen nur wenig, man mußte sich mit Messerschleifen und anderen geringen Arbeiten mühselig sein Brot verdienen. Woher wäre da das Geld gekommen, echten importierten Ingwer zu kaufen, ja, sogar noch pfundweise als Zins zu zahlen!
Nein, auch Martins Einlassung zum Trotz, ich weigere mich, (echten) Ingwer als Zinsabgabe eines bergischen Häuslers zu akzeptieren. Sehr wohl aber kann ich mich damit anfreunden, dass die damals recht zahlreichen Kinder zum Suchen und Sammeln von Aronstabwurzeln angehalten wurden. Aronstab wächst heute noch überall in der Gegend.
Die Knolle (Aronswurzel, M.agenwurzel) enthält einen^ scharf schmeckenden Milchsaft, der sich beim Trocknen zersetzt. In Griechenland wurde sie ehedem gegessen; sie liefert getrocknet und gekocht ein gesundes Nahrungsmittel und gibt 25 Proz. Stärkemehl, welches dem Arrowroot vollkommen gleichsteht. [...] Die sehr scharfe Wurzel war früher offizinell. (d.h. wurde als Arznei verwendet)
Der Text stammt aus "Meyers Konversationslexicon" Bd I von 1888.
Grüße
Eckard (der den MOD um Vergebung bittet, dass der Thread so vom sprachlichen in geschichtliche Gefilde verzweigt)