Re^3: Nieres, die Aussprache
Hi Alexander,
Erstens ist das nicht der 'Nieres', sondern der 'Neeres'
nun ja, zumindestens hier in der Gegend wir es eher Nieres
ausgesprochen. Aber das kann dann wieder so eine Lokalmutation
sein ;-)
Auf alle Fälle vielen Dank für Deine einleuchtende Erklärung.
Hallo Gandalf.
Typisches Mißverständnis!
Ich beziehe mich auf die Schreibung. Da man nicht in phonetischen Zeichen schreiben kann hat man sich, zwangsläufig, auf eine einigermaßen brauchbare Konvention geeinigt. Und die meine ich. Wie Bolo weiter unten schon richtig bemerkt, gibt es einige Worte in denen das 'e' oder auch das 'ei'sehr stark an ein 'i' anklingt. Dazu zählt auch der 'Neeres'. Andere Worte sind z.B. Zusammensetzungen mit 'Ehre' ('Ihr') oder 'Eis / Eisen' ('Is / Ise'): Ihrestroß, Ihrepooz, Ihrefeld, ihrlich, Ishellige, Iserbahn usw. Auch das Personalpronomen 'es' wurde früher zu 'id' (heute mehr 'ed').
Was Bolo aber mit der Zahl 11 anführt ist keine lautsprachliche Frage, sondern rührt von der Wortabstammung her. Bis in's späte 19.Jh. sprach man 'elf' wie 'eilif' (heute noch 'elef') aus. Z.B. mein Großvater. Das sind altdeutsche Wortstämme und bedeuten 'eins-übrig'. 'Lif' hatte die Bedeutung von 'übrigbleiben' (englisch 'left'). Es war die Zählweise auf dem Abakus beim Zehnerübertrag. Bei 11 Zählsteinen (calcula) legte man einen in das Zehnerfeld (Übertrag) und hatte einen übrig 'ein lif'. Das blieb im Ripuarischen (Kölner Raum) als 'eilif / elef' erhalten. So ist Bolos Beobachtung keine Ausspracheigenheit, sondern alter, klassischer Dialekt.
Gruß Alexander