Re^2: Akk vs. Dat im Bairischen
danke für die Erklärung. Was mir immernoch ein Rätsel bleibt
ist aber die Verschiebung von "n" zu "m" "ihn" -> "eam".
Lieber Fritz,
ich glaube nicht, dass es grammatischer Spekulationen bedarf,
um den Wechsel von "n" zu "m" zu erklären.
Das ist keine Spekulation, sondern ist belegt. Du willst doch nicht im Ernst behaupten, dass etwa zwischen "Eahna" und "Sie" nur ein marginaler Ausspracheunterschied besteht?
Außerdem:
"ihn" wird im Bairischen niemals als ["eahn"] gesprochen. Das wird verkürzt zu "n".
Beispiel: Host 'n gsegn? (= Hast du ihn gesehen). Betont wird daraus eben dieser falsche Dativ.
Das ist einfach phonetische Unreinheit, "Maulfaulheit", die es
auch an anderer Stelle reichlich gibt.
Nicht so in diesem Fall.
So wird "Senf" zu "Sempf" oder gar zu "Sempft", aus "Manfred"
(ihr wisst schon, der Manta-Fahren) "Mampfred", aus dem
"Brenneberger" ein "Bremberger" etc.
Das stimmt alles, trifft aber hier nicht zu.
Achja, und Uschi, wo hast du dieses nette Zitat her?
Das nette Zitat habe ich aus dem bereits genannten Buch:
Ludwig Merkle, Bairische Grammatik, München 1975 ISBN 3-88034-127-3 [Buch anschauen]
Du wirst es nicht glauben, aber dieses Buch hat 200 Seiten und beschreibt die grammatischen Besonderheiten des Bairischen sehr detailliert (und auch recht unterhaltsam).
Grüße
Uschi