Es täte mich aber interessieren
Von: , Frage gestellt am Di, 10. Jan 2012
Liebe Wissende,
obiger Satzteil ist aus einem Beitragsfaden aus dem Fremdsprachenbrett von heute Abend.
Natürlich ist dieser Satz in Schriftdeutsch. Ich will aber auf die baierische Version hinaus.
Das Baierische hat ja bekanntlich eine eigene Grammatik, wie Hr. Prof. Dr. Zehetner, Uni Regensburg schon mehrfach in Vorträgen ausgeführt hat (und weshalb folglich Baierisch nicht nur ein Dialekt sondern eine eigenständige Sprache ist - um an dieser Stelle die Antwort nachzuholen, die ich vor Wochen mal leider schuldig geblieben war).
Auf Baierisch heißt dieser Satzteil ja
Es daderd mi aber doch neigiri macha duan. Mir kommt es bei meiner Frage auf das "daderd ... duan" vs. schriftdeutsch "täte" an. Das "täte" würde ich als Konjunktiv der Vergangenheit sehen.
Leider habe ich von dem Vortrag, den ich damals von Hr. Prof. Dr. Zehetner gehört habe, kein Skript, so dass ich nicht nachlesen kann: Welche Grammatikstruktur steckt hinter dem "daderd ... duan". Das letzte "duan" (was ja Schriftdeutsch "tun" ist) erachte ich grammatikalisch und inhaltlich redundant, aussagelos. Aber ist es das nach der baierischen Grammatik wirklich? Warum sollte man dann dieses "Grundverb" (wenn ich das mal so bezeichnen darf = das einfachste der einfachen Verben, vgl. engl. to do) dann an einen Satz noch anhängen? Und woher kommt das "-ert" aus "dadert"?
Ich würde mir echt wünschen, den damaligen Vortrag (ich glaube es war 2002 oder so) nochmal hören zu dürfen. Er war phantastisch.
Vielen Dank für Eure Antworten und eine gute Nacht wünscht
Alexander
