Unter Fußgängern ist es ja ganz einfach: der Mann geht zu einer Frau seiner Wahl, fragt kurz Ficken?, worauf die Frau mit Gerne oder Verpiss Dich! antwortet. Bei einer positiven Antwort (Gerne) ist der Verlauf der weiteren Stunden schon geritzt. Beide verlassen die Location und verziehen sich in seine oder ihre Bude, springen ins Bett, schieben ne Nummer und das war’s dann auch schon. Mann und Frau gehen auseinander, als ob sie soeben aus Versehen in der Miederwarenabteilung zusammengestoßen wären.
Bei Rollifahrern ist das alles viel interessanter. Welcher Mensch hatte noch nie das unermüdliche Verlangen, eine Person zu bumsen, die im Rollstuhl sitzt? Na also! Daher nun ein paar wertvolle Hinweise, wie man Rollstuhlfahrer erfolgreich aufreißt. Zuerst kommt der Augenkontakt. Aber Vorsicht! Schon hier ist vollste Konzentration gefordert, denn der Augenkontakt ist gar nicht mal so einfach. Wenn die Person im Rollstuhl an den Tresen sitzt und man nur den Haaransatz sehen kann - der Blickkontakt ist auch so schon schwierig genug.
Fall 1: Fußgängerin will Blickkontakt zu einem Rollifahrer aufnehmen:
Solch eine Situation kommt nie und nimmer vor. Ohne die Sache verallgemeinern zu wollen: absolut jede Frau ist davon überzeugt, mehr verdient zu haben, als einen Typ im Rollstuhl, selbst wenn die Frau hässlich wie die Nacht aussieht bzw. Bettina Böttinger heißt. Sie kann die übelste Schabracke sein - bevor sie einen Rollifahrer anbaggert, schmust sie im Bett lieber mit einer verschimmelten Salatgurke. Das hat auch nichts mit Vorurteilen zu tun oder mit der Ungewissheit, ob es der Rollifahrer im Bett überhaupt noch bringt. Das ist das Gesetz des Darwinismus. Die Chancen eines solchen Szenarios liegen exakt bei -112 Prozent. Ausnahme: vermögende Rollifahrer (selten), Liebe auf den ersten Blick (sehr selten) oder Rollstuhlfahrer, die auf ihrem Bauch sitzen und ihren Knackarsch in die Luft strecken (sehr sehr selten).
Fall 2: Fußgänger will Blickkontakt zu einer Rollifahrerin aufnehmen:
Na, das ist doch schon was anderes. Ein Mann fickt schließlich alles, das irgendwo ein Loch hat: ob Ast, ob Angela Merkel, ob Frau - völlig egal! Das Aussehen der Frau spielt dabei oft nur eine untergeordnete Rolle - wie ein Astloch eben. Aber gehen wir mal davon aus, dass das Weibchen im Rollstuhl gut aussieht (soweit man es eben erkennen kann) und der Fußgänger ernstes Interesse hat. Wie nimmt er nun Blickkontakt auf? Der Blick darf nicht zu lange (gaffen) oder zu ernst (mitleidig) sein. Ein hämisches Grinsen oder ein lautes Lachen mit ausgestrecktem Zeigefinger kann ebenfalls sehr schnell fehlinterpretiert werden. Also, ein kurzes freundliches Lächeln ist die halbe Miete. Aber das Lächeln darf auch nicht zu kurz sein. Wenn der Fußgänger gleich nach dem ersten Augenkontakt wieder wegsieht, könnte die Rollifahrerin denken ´Ups, jetzt hab ich Dich wohl beim Gaffen erwischt, was? ´. Merke: es kommt nicht auf die Schwere der Behinderung an! Für eine Frau, der auch noch ein Augapfel raushängt oder der ein faustdickes Geschwür aus der Nase wächst, gelten die gleichen Regeln. Ausnahme: blinde Rollstuhlfahrerinnen ohne Begleitung (Merke: gut ausgebildete Blindenhunde sehen alles).
Die Unterhaltung:
Mit einer ausführlichen Frage wie zum Beispiel Ficken? haben die meisten Menschen Probleme bei Leuten, die im Rollstuhl sitzen, schließlich wollen sie sich erstmal schlau machen, auf was es bei einem möglichen Fick alles zu achten gibt. Vielleicht hat die oder der Rollstuhlfahrer ja auch Glasknochen und da kann man sich auch nicht im Bett einfach so draufschmeißen. Also gilt es, sich erstmal schlau zu machen. Scharfsinnige Fragen (nach eigenem Ermessen) sollten möglichst vermieden werden, sonst kann ein Dialog entstehen, der einen gar nicht weiterbringt, zum Beispiel so was:
Fußgänger: Warum sitzt Du denn im Rollstuhl?
Rollifahrer: Weil ich nicht laufen kann.
Fußgänger: Nein, ich meine, ähm, an was für einer Krankheit leidest Du?
Rollifahrer: Ich hab seit letzter Woche etwas Schnupfen.
Fußgänger: Bist Du behindert oder was?
Rollifahrer: Ja, sonst würde ich nicht im Rollstuhl sitzen.
Fußgänger: Nein, äh, ich meine, äh, was hast Du?
Rollifahrer: Durst.
Zugegeben, den Rollifahrer im obigen Beispiel kann man nicht gerade als entgegenkommend bezeichnen, sonst wäre er schon bei der ersten Frage mit der Sprache rausgerückt. Aber ist so eine Anmache wirklich originell? Nö. Selbst Bundeskanzler oder Päpste, die einem Rollstuhlfahrer ein Gespräch aufdrängen wollen, um irgendeine peinliche Pause zu füllen, stellen als erstes exakt diese nichts sagenden Fragen. Wie macht man es besser? - Genau: erstmal so vorgehen, als ob der Rollstuhl gar nicht da wäre, auch wenn das Ding noch so groß und monströs ist. Aber Achtung: eine Frau im Rolli merkt sofort, dass an der Anmache etwas faul ist, wenn der Fußgänger mit Du hast ja einen geilen Arsch! beginnt.
Im Laufe des Gesprächs kann dann auch langsam die Frage nach der Behinderung gestellt werden. Gehen wir mal von dem Standardfall aus und sagen, die Person ist querschnittsgelähmt. Wenn man jetzt fragt, wie so etwas Schreckliches passieren konnte und der oder die Querschnittsgelähmte mit Ich bin von einem Betrunkenen überfahren worden antwortet, sollte man nicht gerade besoffen dasitzen und mit dem Autoschlüssel spielen, aber das nur als kleines Beispiel. Was man ebenfalls vermeiden sollte, ist das Wetteifern mit Verletzungen. Zum Beispiel sollte man sich den Satz Ich hab mir auch schon mal so böse den Zeh gebrochen, dass die Ärzte dachten, ich könne nie wieder normal gehen verkneifen, wenn der Gesprächspartner gegenüber - von der Hüfte abwärts amputiert - im Rollstuhl hängt.
Fall 1: Sex zwischen Fußgängerin und Rollifahrer:
Na gut, trotz der o.g. Zweifel kann man das ja auch mal beschreiben. Da der Rollifahrer gewiss in einer Wohnung haust, die für ihn gut zugänglich ist, wird die Nummer in seiner Bude geschoben. Außerdem geh ich mal davon aus, dass der Rollifahrer fit genug ist, dass er keine Hilfe braucht, um ins Bett zu kommen. Das Gegenteil wäre nämlich fatal. Womöglich müsste dann ein 1,65m kleines Frauchen einen übergewichtigen Fettsack vom Rollstuhl ins Bett verfrachten - da kommt Spaß auf. Noch spaßiger ist der Vorstellung, dass der Rollstuhlfahrer erst den Zivi anrufen muss, um ins Bett zu gelangen - grenzenlose Romantik! Jetzt endlich zur Praxis: die Frau würde sich freuen, wenn er seinen Schwanz noch einigermaßen benutzen kann - oder wenigstens die Finger. Na ja, zumindest die Zunge sollte noch funktionieren. Noch mehr würde sich die Frau über ein Penisimplantat freuen, denn das garantiert ihr einen Fick bis die Muschi qualmt. Allerdings liegt/sitzt sie oben. Ein Vorspiel ist natürlich auch drin, klar, aber auf einen häufigen Stellungswechsel wird sie wohl verzichten müssen. Empfehlenswert für die richtige Stimmung: ungewollter Stuhlgang oder Harnfluss des Querschnittsgelähmten während dem Fick.
Fall 2: Sex zwischen Fußgänger und Rollifahrerin:
Ja, das kommt schon eher vor. Bevorzugt wird hierbei allerdings meist eine 08/15-Nummer. Der Fußgänger sollte von Natur aus über ausreichend Kraft verfügen, um eine Rollifahrerin ins Bett, auf die Waschmaschine, in den Schrank, aufs Klo oder sonstwohin setzen zu können, sofern sie sich nicht selbst helfen kann. Wenn die Frau querschnittsgelähmt ist und man mal von Stellungen wie Lustvoller Brückenstemmer oder Lüsterne Büroschwalbe absieht, sind auch exotischere Stellungen durchaus machbar, z.B. die Schubkarre. Daran sollte ein relativ guter Fick nicht scheitern. Ob die Frau nun Spaß daran hat oder nicht, kann egal sein. Eine eventuelle Gefühlslosigkeit der Frau kann ohne weiteres auf ihre Behinderung geschoben werden - kein Problem. Ein Astloch meckert schließlich auch nicht über den dürftigen Sex.
Zum Schluss noch ein heißer Tipp:
Wenn die Nummer auf dem Fußboden oder gleich auf dem Rasen im Park geschoben wurde und sich der/die Querschnittsgelähmte nicht aus eigener Kraft wieder in den Rollstuhl heben kann, entstehen oft witzige Situationen, wenn man einfach geht…