Nein. Alles, nur nicht das. Kaum war ich zur Tür rein, stürzten sich meine Eltern auf mich und mein Vater sagt: „Hör mal, wir sind der Ansicht, dass du mal neue Sachen brauchst. Deshalb haben deine Mutter und ich uns entschlossen, dir neue sachen zu kaufen.“ „Wir Wollen doch nur das beste für unseren Schatzo-Butzi-Mutzi“, warf meine Mutter ein, rammte mir ihre Finger zwischen die Wangenknochen und zog die Haut lang, wie es mittelalterliche Foltermeister nicht hätten besser machen können. Ich merkte sofort, dass jeder Widerstand zecklos sei und so fügte ich mich meinem Schicksal und fuhr mit meinen beiden Peinigern in die Stadt. Dort angekommen musste mein Vater natürlich den perfekten, und vor allem kostenlosen, Parkplatz haben und so begaben wir uns auch die Suche nach eben diesem, während meine Eltern lauthals zur Musik im Radio mitsangen. Musik der Art wofür sich die Musiker heute selber schämen. Nach 1273 anderen freien, und vor allem kostenlosen, Parkplätzen quetschte mein Vater unseren Audi in eine Parklücke die offensichtlich zu klein für unseren Wagen war. Aber Mann kanns ja mal versuchen. Als er schon zu 98% eingeparkt hatte und nur noch die Räder nov der Straße hätte wegdrehen müssen, erschien ihm der Parkplatz doch nicht so perfekt wie er gedacht hatte und wir fuhren ins nächstgelegene Parkhaus. Von da aus waren es nur noch läppische 9km Fußmarsch, also ungefähr die doppelte Entfernung die wir von unserem Haus aus gebraucht hätten. Aber mein ganzer Murren half nichts und meine Eltern zerrten mich mit, ungeachtet der vielen Laternen an denen ich mich krampfhaft versuchte festzuhalten. UNterwegs zeigten sie mir viele Plätze an denen sie schon gewesen waren als ich noch ein Baby war. Wie sir auf der Bank die Windeln gewechselt haben oder wie ich damals von der 1,50m hohen Mauer herunter gefallen bin und mir den Arm gebrochen habe. Alles so schön Erinnerungen die man immer wieder auffrischen sollte. Nach weiteren 235 Plätzen die Anlass für neue alte Geschichten gaben, erreichten wir das Kaufhaus und ich dachte, dass es bald geschafft sei. Noch kurz ein paar Sachen anprobieren, Freude vorheucheln und zu Hause die neuen Klamotten in den tiefsten Tiefen des Kleiderschrank verschwinden zu lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich diesen Gedanken. Meine Eltern sahen das aber anders. Auf dem Weg in die Klamottenabteilung traf ich noch ein paar Freund und ich hoffte, dass ich den Hauch einer kleinen Chance haben würde für ein paar Minuten unter normale Menschen zu kommen. Es klappte auch ganz gut, aber nur bis zu dem Zeitpunkt wo mich meine mutter vermisste und zurückkahm: „schätzen, du darfst hier nicht so alleine stehen bleiben. Wir jkönnten uns son verlieren. Außerdem weiss ich nicht mehr Genau was dü für Größen trägst und du musst für den Winter unbedingt noch neue Woll-Schlpfer haben.“ Mit einem Kopf bei dessen Farbe jeder Autofahrer eine Vollbremsung gemacht hätte, floh ich vor meiner Mutter und landete in der Spielwarenabteilung. Vielleicht könnte ich ja noch was gutes hier rausschlagen. Ich hatte aber nicht bedacht, dass mein Vater auch noch dabei war. Er lauerte mir im Gang zwischen Barbie und Baby Born auf, zeigte mir kurz die neuesten Modelle, legte mir dann aber den Arm um die Schulter und zog mich etwas weiter. Das sich meine Nackenhaare aufstellten, schien er nicht zu bemerken. „Mein Sohn. Du kommst jetzt langsam in ein Alter in dem du anfängst, dich für andere Sachen zu interessieren als für Playmobil-Sachen…“ „Papa, auf dem letzten Flohmarkt…“ „Und das ist ganz normal. Auch ich habe das irgendwann gemacht. Und du kannst auch immer mit deinen Problemen zu uns kommen. Wir müssen dich aber mal was neu einkleiden, denn falls du demnächst mal ein Mädchen kennenlernen solltest…“ „Papa, meine Freundin ist…“ "dann willst du dich bestimmt mal schick machen und evtl. ein schönes Hemd anziehen. Also komm mal mit. Dein Vater hilft dir jetzt dabei. Ich musste bei vollem Bewusstesein miterleben, warum kann man nicht auf KOmmando in Ohnmacht fallen?, wie mir mein Vater ros Rüschenhemden anbot, dazu giftgrüne Seidenhosen und Schuhe, in die mein Hund vor Ekel nicht reinbeisen würde. Ich probierte aber brav alles an, wir bezahlten, kamen auf dem Weg zum Auto an weiteren 251 Plätzen mit besonderer Vergangenheit vorbei und als wir endlich zu Hause waren, habe ich einen Entschluss für die Zukunft gefasst… Wenn meine Eltern nochmal mit mir in die Stadt gehen wollen, werde ich einen Magendarmvirus haben
Ich bitte um Kritik, Verbesserungen o.Ä.

