Bescheidenheit
Einem Gast, der sich selbst einen Wahrheitssucher nannte, sagte der Meister: „Wenn du die Wahrheit suchst, musst du vor allem anderen eine Sache besitzen.“
„Ich weiß, ein unbezwingbares Verlangen nach Wahrheit.“
„Nein. Eine nie nachlassende Bereitschaft zuzugeben, dass du Unrecht haben könntest.“
Wenn zwei sich unterhalten, dann ist der Dritte der Kork,
der verhindert, dass das Gespräch in die Tiefe sinkt.
(Josef Zeidler, frei nach Friedrich Nietzsche)
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
(Albert Einstein)
Nach den anerkannten flugmechanischen Gesetzen
kann die Hummel aufgrund ihrer Gestalt und ihres Gewichtes
im Vergleich zur Flügelfläche nicht fliegen.
Aber die Hummel weiß es nicht und fliegt trotzdem.
(Rolf Schneider)
Denn es ist ein Dünkel, etwas zu wissen, was man nicht weiß.
Und wollte ich behaupten, dass ich um irgendetwas weiser wäre,
so wäre es um dieses, dass, da ich nichts weiß, es auch nicht glaube zu wissen.
(Ich weiß, dass ich nichts weiß.)
(Sokrates)
Kommt ein Indianer nach New York. Fragt ein Ami:
„Und, wie gefällt es Ihnen in unserer Stadt?“
„Geht schon“, antwortet da der Indianer,
„und, wie gefällt es Ihnen in unserem Land?“
(unbekannt)
Wenn ein Mensch beginnt, tiefer nach innen zu leben, lebt er einfacher nach außen. Aber leider bringt einfaches Leben nicht zwangsläufig Tiefe mit sich.
Hofetz Chaim
Im vorigen Jahrhundert besuchte ein Tourist aus den Vereinigten Staaten den berühmten polnischen Rabbi Hofetz Chaim.
Erstaunt sah er, dass der Rabbi nur in einem einfachen Zimmer voller Bücher wohnte. Das einzige Mobiliar waren ein Tisch und eine Bank.
„Rabbi, wo sind Ihre Möbel?“ fragte der Tourist.
„Wo sind Ihre?“ erwiderte Hofetz.
„Meine? Aber ich bin nur zu Besuch hier. Ich bin nur auf der Durchreise“, sagte der Amerikaner.
„Genau wie ich“, sagte der Rabbi.
Mahatma Gandhi wollte die Frauen bitten, dass sie den Männern die Waffen aus den Händen nähmen, ehe sie die ganze Welt und sich selber zu Grunde richten. Er dachte, dass eine Frau niemals Kinder gebären will, die dann wieder in den Krieg müssen. Und sie will nicht 18-jährige, die Treueeide schwören müssen und befehlsgemäß in die Mordmaschine des Militärs hineingeraten. Gandhi, der Pazifist, glaubte wie Jesus, dass Frauen das Leben schützen wollen vor männlicher Gewalt. Heute sind wir dabei, unter Gleichberechtigung zu verstehen, dass Frauen jeden Wahn, den wir Männer ihnen seit Jahrtausenden vormachen, auch machen dürfen. Ich glaube, es ist in jeder Weise ein enormer Rückschritt, weil wir dabei die letzten Spielräume einer humanen Alternative aufs Spiel setzen.
(Eugen Drewermann)
Villkommen!
Was Prediger und Priester anging, schärfte der Meister den Leuten ein, auf Kompetenz zu achten und nicht auf Ansprüche.
Zwei Touristen, erzählte er, waren im Anflug auf Honolulu und diskutierten darüber, wie „Hawaii“ richtig auszusprechen sei. Der eine sagte, man müsse es mehr mit einem w aussprechen, der andere mehr mit einem v; wie Havaii.
Gleich nachdem sie gelandet waren, wandten sie sich an einen Einheimischen. „Aloha! Wie sprechen die Leute den Namen der Insel aus: Hawaii oder Havaii?“
„Havaii“, sagte der Einheimische.
„Vielen Dank für Ihre Auskunft!“
„Vunderbar, villkommen auf unserer Insel, ihr beide“, sagte der Einheimische.
Graffiti-Sprüche…
Gibt es intelligente Wesen auf der Erde?
JA, ABER ICH BIN NUR ZU BESUCH HIER.
… an einer Betonwand einer tristen Großstadt
Menschen, die ihr Wissen nur aus Büchern haben,
kann man getrost ins Regal stellen…
… und im Fahrstuhl einer Universität.
Theorie ist, was stimmt, aber nicht klappt…
(unbekannt)
Wer einmal ein Rind auf einer Wiese und die Teilnehmer eines Kongresses beim kalten Büfett beobachtet hat, wird erkennen, wo mehr Weisheit ist.
(Klaus Mohr)
Meine Kuh hat ein Ei gelegt.
Ich hab es einer Henne gegeben
und es ist daraus ein Küken geschlüpft.
Meine Kuh hat ein zweites Ei gelegt.
Ich habe es in die Erde gesteckt
und es ist daraus ein schöner Baum entstanden.
Meine Kuh hat ein drittes Ei gelegt.
Ich habe es einem ehrlichen Bürger gegeben
und es ist daraus ein freier Mann geworden.
Meine Kuh hat ein viertes Ei gelegt.
Ich hab es der Gesellschaft gegeben, die
das Hühnchen gegessen,
den schönen, grünen Baum gefällt,
den freien Mann ins Gefängnis gesteckt hat.
Meine Kuh legt nun keine Eier mehr,
man hat sie in die Legebatterie verfrachtet.
(Hervé)