Probleme mit Nebenkosten und Mietvertrag

Ich habe ein Problem mit meinem ehemaligen Vermieter.
Ich und mein Freund haben bei ihm zur Untermiete in dem von ihm gemieteten Haus gewohnt. Die Absprache war, dass die Miete pauschal 600 Eur pro Monat beträgt. Das war Mai 2002.
Einen schriftlichen Vertrag haben wir trotz Nachfrage nicht bekommen. Da es sich um einen guten Bekannten handelte, haben wir uns auf sein Wort verlassen… (ja, ja , die alte Geschichte) Die Miete hat er auch meist bar bekommen, wir aber keine Quittungen. (Allerdings hat er Freunden gegenüber zugegeben, dass wir die Miete immer gezahlt haben, das sollte also kein Problem sein)
Im März 2003 behauptete erplötzlich, wir müßten noch die Abschläge für Gas in Höhe von ca. 130 Eur pro Monat nachzahlen, da er die bisher immer vorgestreckt hätte.
Als mein Freund dann einen Mietvertrag brauchte (Behörden), gab er ihm entsprechend einen mit einer Miete von 730 Eur (auf uns beide ausgestellt) und ließ ihn auch direkt unterschreiben.
Wir haben dann im April gekündigt und sind Anfang Juli ausgezogen, was auch sehr unerfreulich ablief.
Den Mietvertrag habe ich natürlich nicht unterschrieben. Wir haben jetzt eine Nachforderung über ca. 1400 Eur bekommen, und er droht auch schon mit seinem Anwalt und dass es dann viel teurer würde.
Gibt es eine Möglichkeit, den Vertrag anzufechten? Einige Angaben stimmen nicht (es war z.B. keine abgeschlossene Wohnung und die Zimmeranzahl ist falsch) und an dem (natürlich rückdatiertem) Ausstellungsdatum war er nachweislich nicht da.
Es ist eine ziemlich dumme Geschichte, und wenn ich das lesen würde, würde ich wahrscheinlich sagen: selber Schuld!
Aber kann mir trotzdem jemand weiterhelfen?
Vielen Dank im voraus und viele Grüße,
Anke

Hallo,

die Frage, die sich stellt ist, warum hat Dein Freund den Mietvertrag eigentlich unterschrieben, wenn er nicht den Tatsachen entsprochen hat ? Hier wird nicht nur notfalls der Vermieter erklären müssen, sondern auch Du und Dein Freund, wie es zu dem Vertrag gekommen ist.

Ich habe ein Problem mit meinem ehemaligen Vermieter.
Ich und mein Freund haben bei ihm zur Untermiete in dem von
ihm gemieteten Haus gewohnt. Die Absprache war, dass die Miete
pauschal 600 Eur pro Monat beträgt. Das war Mai 2002.
Einen schriftlichen Vertrag haben wir trotz Nachfrage nicht
bekommen. Da es sich um einen guten Bekannten handelte, haben
wir uns auf sein Wort verlassen… (ja, ja , die alte
Geschichte) Die Miete hat er auch meist bar bekommen, wir aber
keine Quittungen. (Allerdings hat er Freunden gegenüber
zugegeben, dass wir die Miete immer gezahlt haben, das sollte
also kein Problem sein)
Im März 2003 behauptete erplötzlich, wir müßten noch die
Abschläge für Gas in Höhe von ca. 130 Eur pro Monat
nachzahlen, da er die bisher immer vorgestreckt hätte.
Als mein Freund dann einen Mietvertrag brauchte (Behörden),
gab er ihm entsprechend einen mit einer Miete von 730 Eur (auf
uns beide ausgestellt) und ließ ihn auch direkt
unterschreiben.

Lasse mich mal raten. Damit die Behörde mehr Geld heraus rückt, wurde der Vertrag natürlich nun mit 600 EURO Kaltmiete und 130 Nebenkosten unterschrieben, weil sonst der mögliche Erfolg nicht eingetreten wäre. Mir liegt nicht daran, hier Moral zu predigen. Mir scheint nur, dass der Schuss nach hinten ging, und natürlich nun die Erklärung, es wären nur 600 EURO warm dann auch zur Folge haben müsste, sofern es bei der Behörde wirtschaftliche Erfolge auslöste, dass
dort etwaige Zuschüsse zu erstatten sind. Beides kann man nicht haben. Es wird hier wohl ohne Zahlung kaum Frieden geben.

Wir haben dann im April gekündigt und sind Anfang Juli
ausgezogen, was auch sehr unerfreulich ablief.
Den Mietvertrag habe ich natürlich nicht unterschrieben. Wir
haben jetzt eine Nachforderung über ca. 1400 Eur bekommen, und
er droht auch schon mit seinem Anwalt und dass es dann viel
teurer würde.
Gibt es eine Möglichkeit, den Vertrag anzufechten? Einige
Angaben stimmen nicht (es war z.B. keine abgeschlossene
Wohnung und die Zimmeranzahl ist falsch) und an dem (natürlich
rückdatiertem) Ausstellungsdatum war er nachweislich nicht da.

Und weshalb stellt ihr das jetzt erst fest ? Da wird euch - sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, kaum ein Gericht folgen.

Es ist eine ziemlich dumme Geschichte, und wenn ich das lesen
würde, würde ich wahrscheinlich sagen: selber Schuld!
Aber kann mir trotzdem jemand weiterhelfen?

Gruss Günter

Vielen Dank für die schnelle Reaktion.
Als erstes möchte ich eins klarstellen: es handelte sich nicht um einen fingierten Vertrag, um höhere Zahlungen zu erschwindeln.
Zu diesem Zeitpunkt war ich Alleinverdiener und die Ausgaben meines Freundes sind von mir als Unterhaltszahlungen (sog. Naturalleistungen) an ihn gezahlt worden. Somit machte die Miethöhe für die Behörde keinen Unterschied, da höhere Ausgaben auch höhere Einnahmen zur Folge hatten. Letztendlich haben wir den Vertrag gar nicht gebraucht, eine Aufstellung über die von mir geleisteten Zahlungen (inkl. seinem Anteil an der Miete) reichte aus.
Der Punkt ist, dass mein Freund dachte, er müsse einen Vertrag haben. Und der Vermieter hat den Vertrag erst rausgerückt, nachdem er das Exemplar des Vermieters unterschrieben hat.
Die Unstimmigkeiten sind mir natürlich schon früher aufgefallen. Allerdings wusste ich nicht, dass der Vermieter einen von meinem Freund unterzeichneten Vertrag vorliegen hat (das habe ich erst letzten Monat erfahren, als die Forderungen kamen). Unser Exemplar ist nur vom Vermieter, nicht von uns unterschrieben. Und da ich nicht beabsichigte, den Vertrag zu unterschreiben, habe ich auch nicht auf die falschen Angaben hingewiesen.

Dem Vermieter waren die Kosten (bis auf die Stromabschläge) für die Wohnung von Anfang an bekannt. Er wusste ebenfalls, dass 600 Eur unser Limit ist und dass wir uns eine teurere Wohnung nicht leisten können. Er suchte aber dringend einen Untermieter, da er sonst das Haus nicht hätte halten können. Andere Interessenten gab es nicht.
Anfangs hiess es auch, dass die Miete 600 nicht übersteigen würde. Seine Aussage, dass wir zusätzlich noch die 130 Eur rückwirkend bezahlen sollten, kam erst in dem Monat, als ich nach Abschluss des Studiums meinen ersten „richtigen“ Job hatte und entsprechend Geld verdiente.
Ich gehe mittlerweile davon aus, dass er uns ganz bewusst falsche Angaben gemacht hat. Wieso ist ihm denn erst nach 11 Monaten aufgefallen, dass wir die Nebenkosten nicht zahlen?
Die Frage ist, ob ich eine Chance habe, dass zu beweisen. Am liebsten würde ich vor Gericht gehen, habe aber aufgrund seiner Drohung Angst, dass es tatsächlich wesentlich teurer wird. Andererseits möchte ich aber auch nicht klein beigeben, weil ich mich schlichtweg betrogen fühle.

Viele Grüße, Anke

P.S.:Sorry, das meine Postings immer so lang werden.

Hallo,

wie immer ist es in solchen Fällen einzig und allein die Frage der Beweise. Ein Indiz, dass ursprünglich eine andere Vereinbarung - also 600 € warm - vereinbart war kann die Tatsache sein, dass er nie frühere die „Vorauszahlungen“ reklamiert hat. Ein weiteres Indiz kann der erst später vorgelegte, aber bisher nicht von Dir unterschriebene Mietvertrag sein. Zur Klärung, ob Du eine Chance hast, ob möglicherweise sich aus den Angaben weitere Hinweise ergeben könnten, empfehle ich Dir, Dich an den örtlichen Mieterverein zu wenden oder bei RS an einen Anwalt.

Gruss Günter