Hallo, lieber Mietrechtexperte,
hier mal ein etwas ungewöhnlicher Vorfall, bei dem ich dringend Ihren Rat brauche. Dieser Vorfall ist eigentlich Privatangelegenheit einer Nachbarin, aber zwischenzeitlich werden alle übrigen Mieter da mit hineingezogen:
Ich wohne in einem Haus mit 4 Mietparteien, davon 1 älteres aber sehr agiles Ehepaar, und inklusive mir 3 junge Frauen mit jeweils 2 Kindern. Ich wohne parterre. Meine über mir wohnende Mieterin hatte im Sommer eine Affäre mit einem verheirateten Mann, die leider sehr negativ beendet wurde, wenn man sie überhaupt als beendet bezeichnen kann. Sie pflegt weiterhin Kontakt mit ihm, wenn er „mal jemanden zum reden braucht“. Dieser Mann hat wohl etliche Probleme, und betrinkt sich wirklich regelmäßig Freitags und Samstags. Er wohnt bedauerlicherweise im gleichen Ort wie wir (1800-Seelen-Ort). Meine Nachbarin versucht sich zwischenzeitlich anderweitig partnerschaftlich zu orientieren. Und scheint diese ehemaligen Affäre leider über ihre Aktivitäten ständig auf dem laufenden zu halten, was er im nüchternen Zustand wohl auch toleriert und sie dazu ermutigt, da er selbst ja verheiratet ist. (Erzählt sie selbst so.)
Seit ca. 2 oder 3 Wochen hat sie auch einen neuen Bekannten, was sich im Dorf natürlich sehr schnell herumspricht. In der Nacht vom Freitag zum Samstag kam es dann auch zu einem Zwischenfall, der mich in große Angst versetzt hat. Und es ist der zweite Vorfall dieser Art. Diese ehemalige Affäre kam um Mitternacht in angetrunkenem Zustand, um den neuen Freund der Nachbarin aus ihrer Wohnung zu prügeln. Er hat die Glasteile der Haustür eingeschlagen (mit Kopf und Fäusten), ohne Rücksicht auf sich selbst oder andere zu nehmen. Dann hat er den Feuerlöscher von der Wand gerissen und mit diesem unten im Hausflur wahnsinnig randaliert. Die Vermieterin hat einigen Schaden zu beseitigen. Da der neue Bekannte (sicherlich richtigerweise) nicht herauskam (sie hat ihn wohl vor Angst sogar eingeschlossen), und meine Nachbarin den Angetrunkenen auch nicht in die Wohnung ließ, spielte sich eine ganz schöne Rangelei im Flur ab. Ich hab ihr dann geholfen, ihn aus dem Flur zu drängen, uns Frauen tut er nichts. Daraufhin ging er zum Parkplatz, um zwar „nur“ das Auto des neuen Bekannten zu demolieren, damit er dann vielleicht endlich raus kommt. Aber unsere Autos stehen da auch (kleiner Parkplatz für 4 Pkw). Uns Frauen hat er außer dass er uns immer aus dem Weg haben wollte, nichts getan, aber jedes männliche Wesen wird sofort angegriffen, mit einer Brutalität und Rücksichtslosigkeit, die einen sprachlos macht. Die eintreffenden Beamten der Polizei hatten zu tun, ihn zu bändigen, wobei der eine wohl einen Nasenbeinbruch davongetragen hat. Erst mit einem herbeigerufenen Verstärkungtrupp der Polizei konnte er ruhig gestellt und mitgenommen werden.
Die ganze Geschichte und vor allem Vorgeschichte auszubreiten, ist wohl nicht erforderlich, aber nur mit dieser kann man sich vielleicht ein Bild machen. Und eines steht fest: Er wird immer wieder kommen, solange meine Nachbarin bei uns im Haus wohnt. Und sie wird wohl mit ihren 35 Jahren auch nicht ewig allein bleiben wollen, sie hält es ohnehin nicht lange allein aus. Ist wie gesagt, schon das zweite mal gewesen.
Nun zu meiner Angst: Ich habe ihr jetzt als Nachbarin zum zweiten Mal geholfen, und jedesmal die Polizei gerufen. Betrunken hasst er mich also jetzt auch. Nüchtern kriegt er den Mund nicht auf, wenn man ihn mal zufällig sieht und guckt gleich weg. Ich habe zwei Söhne, 19 und 16, die natürlich auch am Wochenende mal unterwegs sind und vielleicht gerade mal so um Mitternacht nach Hause kommen. Oder sie sind zu Hause und wollen natürlich dann helfen. Davor habe ich große Angst, denn bei diesem brutalen Menschen zieht ja sogar bewaffnete Polizei den kürzeren. Meine Wohnungstür ist alt (aus den 40ern) und ganz dünn, und hat Glaseinsätze. Eine neue hatte ich schon lange beantragt, alle anderen im Haus haben inzwischen lange eine neue. Unser einziger Mann im Haus, der Mann vom älteren Ehepaar, (die wohnen auch parterre, waren an dem Abend gott sei dank verreist), fühlt sich immer genötigt, uns Frauen beizustehen, den würde er beim nächsten mal totschlagen.
Ich würde am liebsten ausziehen, genug freie Wohnungen in den Nachbarhäusern sind ja. Aber ich sehe auch nicht ein, die Kosten für diesen Umzug, auch wenns nur ein paar Häuser weiter ist, zu tragen. Aber sicher fühle ich mich in unserem Haus nicht mehr.
Muss die Vermieterin (eine kommunale Wohnungsgesellschaft) mir endlich eine neue Tür einbauen, dieser Vorfall ist ja aktenkundig, und die alte Haustür aus den 40er Jahren kann wohl so mit den Pappeinsätzen in den leeren Glasfüllungen auch nicht bleiben. (Hat der Hausmeister am nächsten Tag gleich gemacht, kann doch wohl aber so nicht bleiben?) Die schließt auch nicht mehr richtig, jetzt kann die jeder mit leichtem Druck aufschieben, da gibt die nach.
Was kann man in so einem Fall vom Vermieter erwarten und verlangen?