Mietbetrug ?

Hallo,

ich habe folgendes Problem und hoffe jemand kann mir einen guten Rat geben:

Zum 1. Nov. 2003 habe ich eine kleine nichtabgeschlossene Wohnung (da Bad aushalb der Wohnung liegt) an einen jungen Mann vermietet. Vor Abschluss des Mietvertrages bejahte er meine Frage ob er berufstätig sei und teilte mir auch seine angebliche Arbeitsstätte mit. Es stellte
sich natürlich kürzlich heraus, das er dort nie beschäftigt gewesen ist. Mitterlerweile hat er zwar einen neuen Job, jedoch wohl noch so viele „Vorschulden“ (auch Miete), dass er die Miete nicht bezahlt.
Auch sind mir mittlerweile andere unschöne Sachen aus seinem Leben bekannt (u.a. Vorstrafen, hatte ich mich jedoch nicht nach erkundigt).

Ich habe ihn anbeboten seine Sachen zu packen und die Wohnung zu räumen, damit sei dann alles vergessen. Er hatte mir auch mehrmals versprochen dieses zu erledigen (in seiner Wohnung war er während des gesamten Zeitraumes nur 2 mal und darin stehen nur ein paar Kisten und keine Möbel). Mittlerweile erreiche ich ihn nun gar nicht mehr, geht nicht an sein Handy und reagiert nicht auf SMS.

Seine neue Arbeitsstelle ist mir bekannt und auch dort hatte ich ihn bereits 1 x angesprochen.

Was kann ich nur tun ???

Was würde passieren, wenn ich seine Sachen aus der Wohnung (Zimmer)
entferne und auf den Dachboden stelle ???

Ist dies Mietbetrug und nützt eine entsprechende Anzeige etwas (mit welchen Kosten ist das ganze dann verbunden) ???

Leider habe ich keine entsprechende Versicherung, bzw. greift erst in 3 Monaten.

Ich hoffe jemand kann mir einen guten Tipp geben.

Lieben Gruß
Assi

Hallo Assi,
eine fristlose Kündigung kommt erst in Betracht, wenn er zwei Monatsmieten im Rückstand ist. Aber auch dann muß er nicht sofort ausziehen. Das Ganze muß dann wahrscheinlich gerichtlich bis zur Räumungsklage durchgezogen werden, falls er partout nicht auszieht.Du kannst auch nicht einfach seine Sachen vor die Tür stellen, wie letzte Woche in München geschehen, sondern brauchst erst einen Titel (Urteil) über eine Zwangsräumung.
Solche Fälle, also einziehen und keine Miete bezahlen, sollen in letzter Zeit gehäuft vorkommen. Es werden auch schon bei Vermietervereinigungen Listen solcher schwarzen Schafe geführt. Die Gesetzgebung liegt hier halt sehr stark auf Seiten der Mieter, was natürlich auch seine Berechtigung hat, aber von einer gewissen Klientel auch schamlos ausgenutzt wird. Aufgrund solcher und anderer Geschehnisse haben viele gar keine Lust mehr zu vermieten bzw. Mieträume zu schaffen.
Ansonsten renne ihm nicht mehr hinterher, sondern schreibe Mahnungen und übergebe den Fall dann einen Rechtsanwalt, da wirst Du wohl nicht drumrumkommen.
Es ist bitteres Lehrgeld und darum möchte ich Dir jetzt schon mehr Glück mit dem nächsten Mieter wünschen

Sabine

Hi,

Kündigen ist an sich kein Problem, aber die Zeitschiene, auf der das ablaufen wird, beträgt wenige Monate, und ohne Anwalt geht es auch nicht.
Ich rate dir dringendst, in Zukunft sehr genau zu überlegen, wen du einziehen lässt (ob überhaupt). Hilfe gibt es bei den Haus und Grundbesitzervereinen.
Soziales Denken hin oder her, die Rechtslage ist hier einfach zu einseitig.
Gruss,

Nochmal Mietbetrug!!!
Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für die Antworten.

Ich habe da noch mal eine Frage:

Kann man den Vertrag vielleicht für nichtig erklären
(arglistigte Täuschung oder so ???). Sieht dann gegebenenfalls
die Rechtslage anders aus ???

Kann mir jemand sagen, was da so ungefähr an Kosten auf mich zukommt
(wie gesagt habe gerade erst eine Mieterversicherung abgeschlossen,
so das diese in diesem Fall ja wohl nicht greift).

Was kann mir „blühen“, wenn ich mich gesetzwiedrig verhalte und die Sachen einfach aus die Wohnung räume ???

Im Vorraus schon vielen Dank für eure Ratschläge.

Gruß
Assi

Hallo,

(Miet-)Betrug könnte in dem Augenblick vorliegen, wo der Mieter aufgrund seiner Altschulden bereits bei Abschluss des Mietvertrages wissen konnte oder musste, dass er nicht in der Lage sein würde, die Miete zu bezahlen.

Auch sind mir mittlerweile andere unschöne Sachen aus seinem
Leben bekannt (u.a. Vorstrafen, hatte ich mich jedoch nicht
nach erkundigt).

Könnte ein Ansatzpunkt sein, denn wenn vorbestraft, könnte er mit dem Druckmittel des vorsätzlichen Betruges freundlich „rausgebeten“ werden.

Ist dies Mietbetrug und nützt eine entsprechende Anzeige etwas
(mit welchen Kosten ist das ganze dann verbunden) ???

Vorausgesetzt es ist Betrug, dürfte es IMHO mit keinerlei Kosten verbunden sein, denn damit wäre es ein Straftatbestand nach Strafgesetzbuch und müsste von der Polizei verfolgt werden. Vielleicht reicht die mögliche Anzeige als Druckmittel ?

Was würde passieren, wenn ich seine Sachen aus der Wohnung
(Zimmer) entferne und auf den Dachboden stelle ???

Was passieren wird, kann Dir niemand sagen. Wenn das so ein „krummer Hund“ ist, wird wahrscheinlich nichts passieren; könnte sein, dass er sie nicht mal abholt. Aber wenn es hart auf hart käme, würde Dir diese Vorgehensweise sicherlich noch jede Menge Ärger einbringen.

Seine neue Arbeitsstelle ist mir bekannt und auch dort hatte
ich ihn bereits 1 x angesprochen.

Ein weiteres, potentielles Druckmittel: die Info an den Arbeitgeber.

Wir hatten zwei unangenehm ähnlichen Fälle in einem Mehrfamilienhaus in Krefeld (witzigerweise beide Male in der gleichen Wohnung). Ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass das natürlich alles nicht sauber war, vielleicht kurz eine Info zu unserer damaligen Vorgehensweise: wir sind nach je zwei nicht eingegangenen Mietzahlungen mit drei Leuten hin, haben ein sehr deutliches und auch ziemlich einseitiges Gespräch geführt ( ohne jegliche Gewaltandrohung, die beiden anderen waren nur da, damit der Mieter nicht austickt). Das Angebot unsererseits lautete damals: keine Anzeige, keine Schulden, dafür sofort - am gleichen Abend - raus und für das nächste Wochenende unter Aufsicht die Möglichkeit, die Möbel raus zu schaffen. Beim ersten Mal haben wir noch Wohnungs- und Haustürschloss ausgewechselt (teuer und aufwendig), beim zweiten Mal nicht mehr.
Hat beide Male funktioniert, und Hand aufs Herz: ich würde es jederzeit wieder machen. Ich kann und will es als Privatmann nicht akzeptieren, dass meine Existenz durch solche Schmarotzer gefährdet wird. Auch unser Haus ist teilweise finanziert, und für die Zahlung der Zinsen sind selbstverständlich die Mieten erforderlich. Und wenn dann wer meint, auf meine Kosten so was durchziehen zu können … keine Chance.

ABER eh Du es nachmachst, sei Dir auch bewusst, als welche Straftatbestände die Handlungen ausgelegt werden könnten: Erpressung, Nötigung, … wahrscheinlich fällt Dir noch mehr ein.

Wünsche Dir viel Glück und dass Du den so schnell wie möglich loswirst.

Gruß
Jürgen

Hallo,

fordere den Mieter - notfalls über die Firma auf - umgehedn, spätestens bis 10.12.2003 die Wohnung zu verlassen und bis dahin die Miete zu zahlen. Erkundige Dich eim Amtsgericht ob gar eine eidesstattliche Versicherung vorlíegt. Da ja bereits Pfändungen beim Arbeitgeber vorliegen, scheitn es aus meiern Sicht nun notwendig, dass Du wegen Verdachtes des Einmietbetruges Strafanzeige erstattest.

Gruss Günter

ich habe folgendes Problem und hoffe jemand kann mir einen
guten Rat geben:

Zum 1. Nov. 2003 habe ich eine kleine nichtabgeschlossene
Wohnung (da Bad aushalb der Wohnung liegt) an einen jungen
Mann vermietet. Vor Abschluss des Mietvertrages bejahte er
meine Frage ob er berufstätig sei und teilte mir auch seine
angebliche Arbeitsstätte mit. Es stellte
sich natürlich kürzlich heraus, das er dort nie beschäftigt
gewesen ist. Mitterlerweile hat er zwar einen neuen Job,
jedoch wohl noch so viele „Vorschulden“ (auch Miete), dass er
die Miete nicht bezahlt.
Auch sind mir mittlerweile andere unschöne Sachen aus seinem
Leben bekannt (u.a. Vorstrafen, hatte ich mich jedoch nicht
nach erkundigt).

Ich habe ihn anbeboten seine Sachen zu packen und die Wohnung
zu räumen, damit sei dann alles vergessen. Er hatte mir auch
mehrmals versprochen dieses zu erledigen (in seiner Wohnung
war er während des gesamten Zeitraumes nur 2 mal und darin
stehen nur ein paar Kisten und keine Möbel). Mittlerweile
erreiche ich ihn nun gar nicht mehr, geht nicht an sein Handy
und reagiert nicht auf SMS.

Seine neue Arbeitsstelle ist mir bekannt und auch dort hatte
ich ihn bereits 1 x angesprochen.

Was kann ich nur tun ???

Was würde passieren, wenn ich seine Sachen aus der Wohnung
(Zimmer)
entferne und auf den Dachboden stelle ???

Dies ist verbotene Eigenmacht. Wenn er dann in ein Hotel geht, zahlst Du die Kosten.

Ist dies Mietbetrug und nützt eine entsprechende Anzeige etwas
(mit welchen Kosten ist das ganze dann verbunden) ???

Strafanzeigen kosten nichts.

Leider habe ich keine entsprechende Versicherung, bzw. greift
erst in 3 Monaten.

Die greift auch nicht in drei Monaten, denn wenn heute schon das Problem besteht, tritt in drei Monaten keine Versicherung ein.

Ich hoffe jemand kann mir einen guten Tipp geben.

Gruss Günter

Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für die Antworten.

Ich habe da noch mal eine Frage:

Kann man den Vertrag vielleicht für nichtig erklären
(arglistigte Täuschung oder so ???). Sieht dann
gegebenenfalls
die Rechtslage anders aus ???

Du kannst den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Kann mir jemand sagen, was da so ungefähr an Kosten auf mich
zukommt
(wie gesagt habe gerade erst eine Mieterversicherung
abgeschlossen,
so das diese in diesem Fall ja wohl nicht greift).

Was kann mir „blühen“, wenn ich mich gesetzwiedrig verhalte
und die Sachen einfach aus die Wohnung räume ???

Wenn es übel wird eine einstweilige Anordnung, den Mieter in dei Wohnung zu lassen, die Kosten trägst Du, inkl. Anwalt, wenn der Mieter vorübergehend in einem Hotel unterkommen muss, trägst Du die Kosten. Vor allem warne ich vor solchen Massnahmen, denn wann willst Du beweisen, dass nicht angeblich etwas fehlt oder etwas geschädigt wurde, wenn dies der Mieetr behauptet ?

Gruss Günter

Hallo,

möchte mich nochmals recht herzlich bei euch allen bedanken, insbesondere auch noch einaml bei Günter. Finde ich einfach Klasse
und nett das ihr alle hier euere Tipps so weitergibt … VIELEN, VIELEN DANK !!!

Ich habe jetzt noch einmal Glück gehabt, mein „netter Freund“ hat soeben seine Sachen abgeholt !!! Gott sei Dank.

Kann ich mich, sofern ich vielleicht noch mal daran denken sollte etwas zu vermieten, in irgendeinerweise im Vorfeld absichern ???
Gibt es Tipps welche Fragen ich einen Mieter stellen sollte oder kann man sich schriftlich irgendwas bestätigen lassen ???
Im Moment bin jedoch erst einmal froh, das dieses Problem gelöst ist und ich denke, das ich vorerst wirklich nicht mehr vermieten werde.

Lieben Gruß und ein schönes Wochende euch Allen
Assi

Hallo,

Ich habe jetzt noch einmal Glück gehabt, mein „netter Freund“
hat soeben seine Sachen abgeholt !!! Gott sei Dank.

Kann ich mich, sofern ich vielleicht noch mal daran denken
sollte etwas zu vermieten, in irgendeinerweise im Vorfeld
absichern ???

Völlig absichern kannst Du Dich kaum. Aber Du kannst den letzten Gehaltsnachweis verlangen. Du kannstauch die Erklärung verlangen, ob es derzeit aktuell eine Lohnpfändung gibt oder gar die EV abgelegt wurde. Der Mietinteressent muss diese Fragen beantworten. Beantwortet er diese Frage falsch macht er sich, kommt es zu Mietrückständen, strafbar.

Gruss Günter

Danke Günter !!!

Jetzt werde ich nach der ganzen Aufregung erst einmal das Wochenende
geniesen, einen netten Wein trinken und es mich gut gehen lassen
(da ich jetzt ja glimpflich davon gekommen bin … was bin ich erleichtert) und die ganze Aufregung für sage und schreibe 175,00 € Warmmiete.

Da kann man bald besser auf den ganzen Ärger der da eventuell auf einen zukommen könnte verzichten.

Lieben Gruß und nachmals Danke
Assi