Nachbar bekommt Anfälle, Mietminderung?

Guten Tag,
folgende Situation , als Beispiel:

Im Haus wohnt seit 7 Jahren eine Familie mit einem heute ca. 25 Jährigen Sohn. Seit ca. einem Jahr bekommt er ca. alle 2 Monate Anfälle. Er rastet aus, tritt gegen Möbel und wird laut, jedoch gefährdet er keine anderen Personen und rennt auch nicht schreiend durchs Treppenhaus sondern bleibt in seiner Wohnung.
Meistens passiert das Vormittags. Wir gehen in davon aus das er krank ist.
Die Mieterin der Wohnung darüber hat die Miete von fast 20 % gekürzt, weil Sie „Angst“ hat vor dem jungen Mann. Bei dem letzten Anfall hat sie die Polizei gerufen. Diese hat sich den Vorfall notiert, weiter geschah nichts. Das Mann war zwar laut, aber friedlich.

Ich weiß gar nicht was ich hier machen würde…? Hat hier jemand Erfahrungen?

Vielen Dank für Ihre Antworten
Gruß Benja

Hallo,

zuerst einmal: Krankheitsgründe sind kein Grund zur Mietminderung. Jedoch können die Begleiterscheinungen wie Lärm durchaus mietmindernd wirken. Hier kommt es auf eine Einzelfallentscheidung an. Hier einen Tipp abzugeben, bei Unkentnnis der zahlreichen Problemstellungen, die zuvor zu klären wären, reichen die Hinweise nicht aus.

Gruss Günter

Hallo Christoph,

nun mag aus moralischer/ oder mitmenschlicher Sicht Deine Einstellung richtig sein. Nur, die gestellte Frage war, ob man dagegen etwas tun kann und ob eine Mietminderung möglich.

Gegen die Erkrankung, wenn es sich um eine solche überhaupt handelt, denn dies ist offenbar bei dem Fragesteller nicht ganz klar, kann man genau so wenig unternehen wie bei einem Alkoholkranken.

Dies bedeutet aber im Einzelfall nicht, dass dem Mieter nicht doch ein Recht zur Mietminderung wegen Lärmbelästigung zusteht. Wie man dies - bei Krampfanfällen regeln soll, wird der Einzelnen selbst entscheiden müssen.

Wer jedoch Opfer von Alkoholikern wird, sollte mit allen Mitteln handeln, die ihm gesetzlich zur Verfügung stehen. Niemand muss sich die mangelnde Fähigkeit Probleme anzugehen und sie durch Alkohol lösen zu wollen bieten lassen.

Gruss Günter

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Guten Tag,
vielen Dank für die Antworten.
Gehen wir davon aus, dass es sich hierbei nicht um einen alkoholkranken Mann handelt, sondern um einen , der ( wenn) dann nach verlorenen Computerspielen ausflippt.
Wie bereits erwähnt passiert das zum Glück nicht oft. Er hat auch noch niemanden bedroht, aber die Mietminderung ist ja den ganzen Monat über…

Gruß Benja

Hallo,

dann aber ist der Fall doch klar. Hier handelt es sich um Lärm, der durch unbeherrschtes Verhalten auftritt. Im Übrigen, wenn jemand Krampfanfälle bekommt ( also keine Wutanfälle ) und der Auslöser ist ein Computerspiel, so liegt hier nach meiner Auffassung eindeutig ein Verstoss des Mieters vor. Computerspiele, insbesondere ständig flimmernde Blitz sind für Menschen mit Krampfattacken gefährlich und führen zur Auslösung von solchen Anfällen.

Gruss Günter

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Hallo,
Dein Einwand ist zwar korrekt allerdings kann ich in Anbetracht der fehlenden Allgemeingefährdung und der niedrigen „Frequenz“ der Störungen auch nur den Kopf schütteln - die Leute leben eindeutig sehr sehr ruhig.

Gruss
Enno