Hallo, liebe Mietrecht-Experten, lieber Günter!
Angenommene Lage:
Vor ca. 10 Jahren zog Familie X in ein 2-Familienhaus. Die Souterrainwohnung wurde von dem Vermieterehepaar bewohnt, mit dem Familie X befreundet war. Die Wohnung wurde vor dem Einzug von den Vermietern renoviert.
Jahrelang haben sich beide Parteien prächtig verstanden und viel gemeinsam unternommen. So half Familie X ihrem Vermieter über 2 Jahre lang nahezu jedes Wochenende und in vielen Abendstunden (nach der Arbeit) seinen Vorgarten in Eigenregie zu unterkellern, den Treppenzugang neu zu gestalten etc. Die neue Vorgartenbepflanzung wurde von Familie X durchgeführt und auch finanziert – alles kein Thema!
Diese Friede-Freude-Eierkuchen-Idylle endete mit dem plötzlichen Auszug der Vermieterin von ca. 2 Jahren. Seitdem hat sich der Vermieter in seinem Wesen so verändert, dass Familie X nun ausziehen wird; z.B. sind einst mündlich getroffene Absprachen und Vereinbarungen nun null und nichtig. Der Vermieter verkaufte ohne das Wissen von Familie X die damals von beiden Parteien gemeinsam gekaufte Tiefkühltruhe. Einen finanziellen Anteil erhielt Familie X auch nicht. In dem ebenfalls gemeinsam gekauften Getränkekühlschrank befinden sich jetzt nur noch seine Getränke, die der Familie X hat er einfach vor die Tür gestellt.
Zu allem Überfluss erwartet er jetzt von Familie X, dass sie die Wohnung beim Auszug komplett neu renoviert (neue Tapeten, neuer Teppichboden etc.), weil sie sie ja auch renoviert übernommen hätten. Im Mietvertrag steht lediglich: „Bei Beendigung der Mietzeit sind die Mieträume vertragsgemäß im sauberen Zustand mit allen Schlüsseln dem Vermieter oder seinem Beauftragten zu übergeben“.
Nun will sich der Vermieter bald mit Familie X zusammen setzen, um das mit dem neuen Teppichboden zu besprechen. Wie soll sich Familie X verhalten?
Gruß Pegasus