Wohnung oder Loch?

Also, gesetzt den Fall…

Ich lebe in einer Dachwohnung und beiden Wohnungen einer Etage. Nur schräge Wände und lebe daher seit 3 Jahren nur aus Kartons. OK, dass wusste ich vorher.

Nun (immer noch gesetzt den Fall…),

  1. stellte ich im Laufe der Zeit fest, dass die Wohnung keine Isolierung ausweist. Also quasi hinter der Tapete 22cm gähnende Leere. So waren auch die bis zu ( Grad an kalten Wintertagen zu erklären, obwohl die Heizung voll aufgedreht war.
    Ein Zimmer wurde dann irgendwann isoliert, die anderen sollten, wurden aber nicht isoliert. Vermieterbegründung: Zu teuer.
    Manchmal brauchte ich bis zwei Heizlüfter die manchmal rund um die Uhr liefen, damit es einigermaßen auszuhalten war. Damals zuckte der Vermieter lediglich mit den Achseln, wenn es um die Frage ging, warum es so kalt war.
    Wer zahlt jetzt die unnötig zuviel gezahlten Energiekosten? Darf solch eine Wohnung überhaupt vermietet werden?
    Keine Ahnung ob es ein Fehler war, dem Vermieter einfach eine volle Monatsmiete für die hohen Energiekosten abzuziehen, nach dem er sich weigerte, sich auf die Rückzahlung einzulassen. Also ab dato fehlte einfach eine Miete, wovon ich die Heiznachzahlung beglichen hatte, die der Vermieter aber dennoch zurück haben wollte.

  2. Nun (immer noch gesetzt den Fall…),
    wollte der Vermieter vor Vertragsabschluß als Bedingung die Drittschlüssel haben, als Mietbedingung. Schön blöd war ich damals, mir das nicht unterschreiben zu lassen.
    Nun, als mosaisch Gläubiger (jüdisch, aber ohne Israel-Einreiserecht) besuchte ich damals (immer noch gesetzt den Fall) die naheliegende Synagoge und jeden Tag nach dem Ruhetag (mein Vermieter wohnte unter mir und kannte meine religiösen Inhalte) danach, waren wichtige Dokumente (Einkommensbescheide…) verschwunden. Die meisten tauchten wieder auf, immer nach pünktlich nach 4 Tagen, aber nicht alle, woraus mir ein ziemlich hoher wirtschaftlicher Schaden entstand.

Erst als mir (ich bin manchmal etwas zu gutgläubig) eine Dokument wegkam, welches ich jeden Tag brauchte, wurde mir klar, dass jemand sich ungerechtfertigt Zugang zu meiner Wohnung verschaffte. Wechselte sofort das Schloss aus und der Spuk hörte plötzlich auf.
Den Vermieter angesprochen: „Ich war das nicht, ich hab keinen Schlüssel.“ Was also jetzt tun?

  1. Damit nicht genug (immer noch gesetzt den Fall :wink: )
    Alleine lebend fiel es mir nicht auf, erst als meine Verlobte bei mir ein paar Tage wohnte, kamen Beschwerden auf, es würden auf beiden Toiletten die Schlüssel fehlen. Vermieter sagt: „Sie brauchen keine Schlüssel!“ Thema beendet? Wirklich?

  2. und weil es so leicht von der Feder geht… (immer noch Gesetz den Fall)…
    Das eigentliche Schlafzimmer befindet sich direkt neben dem Fahrstuhlmotor. Daher kann ich es eigentlich auch nicht als dessen nutzen, weil der Motor mich jedes Mal, wenn der anspringt, mich Kerzengerade im Bett hochschießen lässt. Abhilfe, ich wollte die Zwischentür zurück haben, die ich auch bekam. Doch nur zur Hälfte, denn ich bekam nur das Brett und das Gehänge. Spezialeinlass für das Schloss, konnte mir also nicht selber helfen. Vermieter sagt: „Bekommen Sie noch.“, frage danach aber immer noch und immer die gleiche Antwort. Das „Schlafzimmer benutze ich jetzt als Abstellkammer, für mehr reicht es nicht. Zumal das zweite Fenster nur eine einfache Verglasung hat und ich die Bahn (Zug-Hauptstrecke) ständig dadurch höre, wenn ich nicht meine Matratze davor stelle, auf der ich eigentlich schlafen möchte. Vermieter sagt: Das sei kein Mietmangel. Was kann ich tun? Ist der Platz nicht eher einem einfachen Abstellplatz wie ein Keller mittechnisch zu bewerten?
    Vermieter: „Ich sehe keine Mietmängel!“

  3. damit noch lange nicht beendet, es sind insgesamt 28 Mängel, wovon ich jedoch nur einige aufzähle… (immer noch Gesetz den Fall, weil’s hier halt so verlangt wird)…
    OK, inzwischen lache ich schon über so viel Müll auf einem Haufen. Muss ich wohl auch, denn sonst hätte die Gummizellenanstalt schnell einen neuen Zugang…

WC-Fenster im „Abstellraum“ – Trakt ist eine einfache Dachluke, die nicht einmal richtig schließt und es ständig zieht. Und sitzt man auf dem Stillen Örtchen nichts böse Ahnend und ein Güterzug macht gerade mal daneben wieder einmal eine Vollbremsung, dann steht man plötzlich anstatt zu sitzen und die angelesene Zeitung ist auf Einmal kleiner, als man sie falten könnte. Es braucht auch immer eine Zeit, bis das Ohr wieder funktioniert, wo es „rein gepfiffen! Hat. Kein Scherz jetzt!
Muss der Vermieter das Fenster gegen eine Doppelverglasung auswechseln?

  1. Nun das, was mich am meisten störte (leider: Immer noch gesetzt den Fall):
    Ich komme gerade aus Zürich zurück, steht plötzlich ein Baugerüst vor dem Haus in dem ich wohne. Dieses reichte aber nur bis zur Etage unter mir (Vermieter war gut ein Jahr vorher ausgezogen). OK, dachte ich erst, danke für die Schlüssel-Vergessen-Hilfe, aber ärgerte mich dennoch, denn mir wurde nichts vorher gesagt. Auch danach fragte ich andere Hausbewohner, die aber auch von -nüscht ne Ahnung- hatten.
    Nebenbei stellte ich fest, das Geld für meine Miete wurde nicht überwiesen, worum ich mich baldmöglichst kümmern wollte.

Die Arbeiten störten mich nicht, machten kaum Krach. Aber der ich in einer der höchsten Häuser wohne und gerne viel Licht im Raum habe, sparte ich an Gardienen und Vorhänge. So hatten auch meine wertvollen Pflanzen mehr Licht.
Doch über das Gerüst konnte jeder Baiarbeiter recht bequem in meine Wohnung sehen, wovon auch regen Gebrauch gemacht wurde. Besonders wenn ich kaum etwas an hatte, nach dem Aufstehen oder wenn ich aus dem Bad kam (sehr unangenehm).
Ich kam also gerade aus Zürich, gerade noch Zeit, mich auf die höchsten Feiertage meines Glaubens vorzubereiten, die mit sehr viel Gebeten verbunden waren (ca. 3 Wochen lang insgesamt), zusammenhängend mit vielen üblichen Riten, eben dem orthodoxen Judentum gleich. Also nix mit Arbeiten, Fern sehen etc…
Und zu der Zeit stand mein PC halb auf der Fensterbank, zum anderen direkt an der Wand, an der unter mir gearbeitet wurde (war dabei eine IchAG zu gründen und musste zwischen den Feiertagen) sehr wichtige Arbeiten am PC erledigen, also auch zur Zeit der Bauarbeiten auf meiner Höhe).
Am zweiten Feiertag bot sich schreckliches, als ein Bauarbeiter plötzlich auf meiner Höhe grinsend auf mein Bett gaffte. Man hatte also das Gerüst bis auf meine Etage aufgestockt. Bei meinen Gebeten (mit Gebetsschal etc.) hatte ich besonders viele Zuschauer. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich ein Peepshow-Kasten an mein Fenster angebracht, ehrlich jetzt. Ich glaube, damit hätte ich viel verdienen können.
Mitten in meinen Gebeten wurde meine Außenwand mit Bohrhämmern bearbeitet, dass ich mein eigenes Wort nicht mehr verstand. Nachmittags tanzten nicht nur Bilder an der geraden Außenwand, sondern auch meine Blumentöpfe von der Fensterbank. Gleich nach den ersten Schwung Feiertage balancierte mein PC in meinen „Abstellraum“, so wie mein Bett und was ich noch so brachte.
Die ganzen Feiertage konnte ich „in die Tonne treten“, weil diese nur in dem Hauptzimmer möglich waren (Gebete nur mit Fenster-Ostblick, - Vorschrift).
Im zweiten Ruheteil der Feiertage wollte mein PC nicht mehr hochfahren (Ich bin PC-Fachmann) und ich brauchte anschließend rund 200 Stunden, um mein „zweites Heiligtum“ wieder um Laufen zu bringen. Und leider waren die Daten weg (trotz Knox-CD), an denen ich zur Zeit der Bauvibrationen an der besagten Wand arbeitet.
Die IchAG konnte ich vergessen, zumal mir der Vermieter noch immer die Genehmigung verweigerte, in meiner Wohnung mein Büro zu Gewerbe (außerhalb) auszuführen.
Fachmann sagte: „Neue Festplatte und Mainboard, wegen Wackelkontakte, muss her. Ich beschwerte mich, zählte auch alle Mietmängel auf, zu denen ich immer wieder vertröstet wurde und verlangte Schadenersatz für die defekten Teile in meinem PC, der zur Zeit immer noch nicht richtig läuft. Betriebssystem X-Mal gewechselt und was man noch so machen kann.

Natürlich bekam ich auch eine Antwort… vom Rechtsanwalt … fristlose Kündigung wegen dem Fehlen von 2 Monatsmieten. Und mit dem Zubrot, es wären keine Mietmängel vorhanden, die Bauarbeiten wären vorhersehbar (hellsehen?) und der Krach nur eine Bagatelle. Zudem behauptete man, ich wolle nur einen neuen PC haben. (Ersatzteile knapp 250 €, neuer PC wie meiner, knapp 2500 €)

Ich war völlig fassungslos. Inkl. Nervenzusammenbruch, was nicht mehr lustig war.
Öffentliche Hilfestellen blockierten und als 100% Schwerbehinderter dürfte ich auf der Strasse wohl ziemlich schnell alt aussehen.

So schnell fand ich auch keine Wohnung und der Auszugstermin ist bereits verstrichen. Für einen RA fehlt mir das „Kleingeld“. Alles Kapital war in der IchAG investiert, (bei einem AA-Testlauf erwies sich meine Idee als 100%iger Erfolg), die jetzt ganz ins Aus geraten ist. Es wäre das Ideal gewesen, meine neue Familie damit zu ernähren - jetzt bleibt uns nur noch der Gang zum Sozialamt. Neuerarbeitung der Daten würde einige 1000 Stunden in Anspruch nehmen, jedoch erst nach Reparatur meines PCs (ich schreibe zur Zeit in + aus einem Internet-Cafe).

Also, „wäre“ so alles abgelaufen, was kann ich tun um mich dagegen zu wehren.
Meine Verlobte (Israeliten, Heirat am 8. März, dann hier bleiben) weiß von all dem nichts, möchte sie damit auch nicht belasten, hat schon genug eigene Probleme. Z.B. wurde ihr 9jähriger Sohn letztens schon wieder mit Steinen beworfen, da sind meine Probleme fehl am Platze).

Also, was kann ich tun, was nicht, wer finanziert mir 2 Umzüge innerhalb von wenigen Monaten, muss ich allen Schaden selber bezahlen, kann ich gegen die Räumungsklage vorgehen? Gibt es religiöse Schutzgrenzen? Darf ein Vermieter einen Mieter so behandeln? etc., was kostet ein Killer?
Nein, Letztes bitte streichen! Ich bin nicht rachsüchtig.

Als Hobby-Jurist sind mir zwar einige Gesetze bekannt, aber ich bin nicht allwissend. Besonders nicht, wenn ich in solche Schwierigkeiten gerate. Das Hobby war eigentlich nur, um anderen zu helfen, die nicht weiter wussten.

Paragrafen, Gerichtsentscheide würden mir mit am meisten helfen.

Danke im Voraus für jede Antwort.

Thomas

Hallo,

also die Frage sei gestattet: warum nimmt jemand so etwas so lange hin?

Naja, mein Rat: Prozesskostenhilfeschein beim Gericht holen und dann ab zum Anwalt.

Gruß
Dora

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Ja hat mich auch gewundert wieso du nicht ausgezogen bist, ich wäre längst ausgezogen, zumal ich bzw. mein Freund auch Ärger hatten mit einer Wohnung, wir hatten alles versucht, eigentlich blieb dann nur der Auszug.

Mietrechtschutz und/oder normalen Rechtschutz hast du keine?
Ansonsten schließe ich mich der Vorposterin an, geht wohl nicht ohne Anwalt, musst Prozesskostenhilfe einschalten.
Wegen den Mietmängel würde ich den Mieterschutzbund zur Beratung (kostet aber ca. 60 Euro im Jahr) heran ziehen, allerdings kann man den Mietrechtschutz vom Mieterbund erst nach 3 Monaten nutzen. wäre besser gewesen den Mieterbund einzuschalten, als die ersten Mängeln auftritt.
Wegen der Arbeit habe ich keine Ahnung was du machen kannst, aber du hast hoffentlich Beweise für die Unmengen von Arbeit die du reingesteckt hast? Ich würde die Nachbarn mit hinzuziehen, die bezeugen können wie schlimm der Lärm bzw. die Erschütterungen waren und natürlich genau dokumentieren, denn falls es vor Gericht (wahrscheinlich unausweichlich) kommt hast du handfeste Beweise und auf alle Fälle einen Anfall einschalten
Das klingt ja übel was da bei dir ist…
Wünsche dir viel Glück und Kraft
Manu

Man bekommt immer das als Wohnung, was man bereit ist, dafür zu zahlen.

Die von dir gewünschten Massnahmen (neue Fenster etc.) können natürlich gemacht werden, was sich dann allerdings auf den Mietpreis auswirkt und zu einer Mieterhöhung führt. Ein Anspruch darauf dürfte kaum bestehen.

Gegen die „Gaffer“ am Gerüst sollen angeblich Vorhänge helfen.

Für deinen Wunsch, die Wohnung gewerblich zu nutzen, bleibt es dem Vermieter überlassen, ob er dir die Genehmigung hierzu erteilt. Er muss nicht. Im übrigen kann für eine gewerblich genutzte Wohnung auch wesentlich mehr Miete verlangt werden und das soziale Mietrecht greift nicht mehr ein.

Für die Schäden am PC und das Eindringen in die Wohnung bist du beweispflichtig.

Die Probleme mit dem Vermieter haben nichts mit der Missachtung von „religiösen Schutzgrenzen“ zu tun. Sollten Mängel vorliegen, ist eine Mietminderung geltend zu machen. Wenn Räumung droht, ist sofort das Sozialamt einzuschalten und gegen die Klage vorzugehen. Allerdings stellt sich die Frage, warum du in der Wohnung unbedingt bleiben möchtest. Vernünftig wäre es doch, freiwillig auszuziehen und mit dem Vermieter einen Deal abzuschliessen, dass er die Umzugskosten zahlt.

Vielen Dank für die vielen Antworten, womit ihr mir ein Stück weiterhelfen konntet.

Um eine Frage zu beantworten, warum ich eigentlich noch ein wenig in der Wohnung bleiben wollte´: Anfang März wollten meine Verlobte (aus Israel) und ich heiraten, wir haben auch ein Kind. Dann hinzugerechnet die Zeit der „Familienzusammenführung“ sind etwa 6 Monate. Jetzt schon eine größere Wohnung zu vermieten und sie gleichzeitig bis zur Zusammenführung zu versorgen, schaffe ich wirtschaftlich nicht. Nur eines von beiden geht. Ideal wäre natürlich, ich bleibe da wo ich jetzt bin, es würde für uns Drei zumindest für ein paar Wochen reichen, maximal gesetzlich, ich glaube sechs Wochen.
Doppelumzug ist eben halt doppelter Streß.
Frage beantwortet?

Danke noch einmal.

Gruß, Thomas