Stellt Euch vor:
4 Studenten wohnen in einer WG. Laut Mietvertrag haben die
vier Zimmer 20qm, in Wahrheit aber auf Grund der Dachschräge
geringer. Außerdem gibt es ein kleines Bad, ein kleines WC und
eine „Küche“. Es handelt sich um unrenovierten Altbau
(allerdings sauber). Pro Monat bekommt der Vermieter insgesamt
800€. Es gibt keine richtige Küche in der Wohnung, im
Mietvertrag ist auch angegeben dass es sich um eine möblierte
Teeküche handelt (sprich 1 elektr. Herdplatte, 1 kleiner
elektr. Backofen, 1 kl. Waschbecken). Strom oder Gas für einen
richtigen Herd/Backofen ist nicht vorhanden. In der Küche gibt
es keine Schränke, nur total baufällige Regale, sprich alles
Geschirr staubt ein. Wenn der Mieter das Angebot macht, selbst
Schränke zu kaufen weigert sich der Vermieter die alten Regale
wegzuschmeissen. (Das Problem ist allerdings verständlich:
angenommen einer der 4 Mieter schafft etwas an und zieht dann
aus gibt es keine Küchenmöbel mehr)
Weiteres Problem: in der gesamten Wohnung stehen alte Möbel
vom Vermieter die zwar nicht kaputt aber total unzweckmäßig
und unbrauchbar sind. Ein großer Dachboden wäre vorhanden aber
der Vermieter weigert sich diese aus der Wohnung zu entfernen.
Ist dies zulässig?
Darf diese Wohnung als echte Wohnung zu diesem Preis vermietet
werden wo sie ja offensichtlich keine Küche hat und alte Möbel
vom Vermieter rumstehen?
Habe im Netz leider keine brauchbaren Infos gefunden. Wäre
super wenn Ihr in diesem Fall Tips geben könntet.
Grüße
Hallo Katharina,
hier ist nicht nur die Frage zu beantworten, was der VM darf, sondern was der Mieter akzeptiert hat bei der Besichtigung der Räume. Denn die Herdplatte und die Schränke waren ja wohl da. Der VM vermietet möbiliert. Was immer man unter möbiliert verstehen kann und muss.
Nun spricht der VM von einer möbilierten Teeküche. Er spricht nicht von einer Einbauküche. Und es ist ja eine Möglichkeit vorhanden, sich etwas zum Essen und Warmwasser zu machen. Ein Waschbecken ist offenbar zum Spülen auch vorhanden.
Ob der Mietpreis gerechtfertigt ist, kann man über das Internet wohl kaum klären. Es gibt hier die Möglichkeit zu prüfen, ob am Wohnort ein Mietspiegel besteht und dann kann man in etwa die Kosten berechnen. Dabei ist aber zu beachten - ich gehe von einem Quadratmeterpreis inkl. Heizung, wasser und Strom aus, auch dass sonst keine Betriebskosten anfallen, dass in der Miete dann alle Nebenkosten inkl. Heizung enthalten sind ( also diese Kosten zur Quadratmetermiete aufgerechnet werden müssen ) und auch ein Möbilierungszuschlag - soweit die Einrichtung brauchbar ist - berücksichtigt werden muss.
Die grundsätzliche Frage aber - die schon eingangs erwähnt wurde ist - wie kann jemand in diesem Zustand eine Wohnung/ein Zimmer anmieten, wenn der Zustand nicht akzeptiert wird. Selbst wenn entsprechende Voraussetzungen einer Mietpreisüberhöhung oder gar wegen Mietwucher gegeben wären, kann bei Prüfung aller Gesichtspunkte am Ende nur heraus kommen, dass die Mieter für die Zukunft Anspruch auf eine geringere Mietforderung haben könnten.
Gruss Günter