Pflicht, Vernunft und gegenseitiges Veständnis
eter,
Hallo,
wenn du mich vorher mit „Hallo Peter“ und jetzt nur noch mit „Peter“ ansprichst, fühlst du dich wohl doch auf die Füße getreten? Verstehe ich echt nicht, habe mir doch soviel Mühe gegeben. Tut mir weh.
Ich würde dich auch gerne mit "Hallo … " ansprechen, habe nur immer Probleme mit solcher Anrede, wenn offensichtlich ist, dass die Unterschrift kein wirklicher Name ist. Tut mir also leid, wenn dein Name in meiner Anrede fehlt.
Und ich kanns mir nicht verkneifen: Wie oft renovierst du dein Badezimmer?
Ganz einfach: Dann, wenn es mir nicht mehr gefällt. Wobei ich nicht auf den Kalender gucke, denn ich habe keinen Vertrag, der mich zwingt. Aber auch keinen der mich hindert, es öfter zu tun. Eins meiner beiden Badezimmer habe ich kürzlich komplett neu gefliest und mit neuen Sanitärobjekten ausgestattet, weil die vorherigen nicht mehr zeitgemäß waren.
Aber, liebe …, es ist doch einfach so: Wenn du mal nicht mehr nur dein Interesse, sondern ganz fair auch das des Vermieters siehst:
Angenommen im Vertrag stünde: „Der Mieter renoviert dann, wenn er es für notwendig hält.“ Dann gäbe es Leute, die würden nicht nur 12, sondern vielleicht sogar 20 Jahre darin wohnen, ohne etwas zu rnovieren. Oder solche, die hausen in einem Stil, dass es schon nach 2 Jahren so aussieht, als wäre seit 50 Jahren nichts mehr gemacht worden. Und bei Auszug erklären sie dann: „Mir gefällt das so, ich halte keine Renovierung für notwendig!“ Der Vermieter hat dann aber Probleme, die Wohnung ohne Verlust weiterzuvermieten, weil andere das eben anders sehen. Wäre das fair?
Deshalb gibt es Fristen. Jeder weiß, was er zu tun hat. Und jeder kann sich auf den anderen verlassen. Ist das nicht fair?
Heute ist alles anders und ich muss schauen wie ich mit der Situation fertig werde.
Richtig. Und nun denkst du, nicht du, sondern der Vermieter muss schauen, wie er damit fertig wird? Was ist dann der Sinn eines Vertrags? Sollte man nicht ganz darauf verzichten, oder schreiben: Jeder macht das, was er möchte, oder was ihm nützt?
Mir scheint, du siehst, wie andere hier manchmal auch, den Vermieter als ein Wesen, das irgendwo hoch über den Wolken in Geld schwimmt. Man schließt mit ihm einen Vertrag, besteht, wenn er dagegen verstößt, auf Einhaltung, erwartet aber, dass er auf seine Rechte verzichtet, wenn man für sich selbst ein Problem sieht. Kennst du seine Probleme?
Und in der Tat finde ich es in Anbetracht der Preise von Malern nur wenig
überzogen zu sagen, dass eine alte Frau mit wenig Rente es sich eigentlich
nicht mehr leisten kann,zur Miete zu wohnen
Liebe …, ist das das Problem des Vermieters? Er muss sich, genau wie deine Mutter, auf die Einhaltung des Vertrags verlassen können. Auch er hat Verpflichtungen: Die Bank, an die er die Zinsen für die laufenden Darlehen zahlt, kennt keinen Pardon. Die Handwerker, die das Haus äußerlich im Stand halten, die Stadtverwaltung, die Straßengebühren und anderes fordert, verlangen auch ihr Geld.
Sollen in Zukunft Klauseln in Verträge eingebaut werden wie z. B. „Falls der Mieter seinen Ehepartner verliert … oder falls er älter als … Jahre wird, dann …“?
Wenn so etwas Gesetz würde, dann würde genau das eintreten, was jetzt schon im Arbeitsmarkt der Fall ist: Leute über 45 stellt man nicht mehr ein, nimmt man dann auch nicht mehr als Mieter.
Gruß
Peter
PS1
In meiner Kinderzeit gab es noch gar keine Renovierungsvereinbarungen in Mietverträgen und keine gesetzlichen Regelungen dazu. Da meine Eltern vielfach umgezogen wind, passierte mehrfach, dass sie eine perfekt gepflegte Wohnung verließen, weil sie halt solche Typen waren, die neue Wohnung aber komplett renovieren mussten, weil sie wie ein Saustall aussah. Sind die heute üblichen oder gesetzlich vorgeschriebenen Regeln da nicht fairer?
Sicher mag es unsinnig sein, die Wohnung auf, wie du schreibst, biligste Art zu renovieren, wenn der Nachmieter alles wieder auf den Kopf stellt. Aber es ist besser als die fühere.
Niemand hindert dich im Übrigen daran, dich mit dem Vermieter oder auch Nachmieter, wenn es den schon gibt, zu einigen.
Ér verzichtet z. B. in einem Raum auf die vertraglich vereinbarte Renovierung, dafür legst du in einem anderen Raum die von dir als erforderlich erachteten neuen Stomkabel. Oder ähnlich.
PS2
Günter betont in einer Antwort an mich, dass er sich neutral ausgedrückt hat. Dass muss er auch, da er in seinem Amt als Berater mit vielen Leuten zu tun hat, die er nicht kennt. Trotzdem spricht nichts dagegen, dass du mit dem Vermieter deiner Mutter eine einvernehmliche Lösung suchst.
PS2
Ich habe in einem meiner Beträge von „politischer Einstellung“ gesprochen.
Wenn dir all das, was in unserem Staat passiert, nicht passt, von den von dir als überhöht betrachteten Malerpreisen bis zur Renovierungspflicht alter Leute, dann musst du politisch aktiv werden und dich für Gesetze einsetzen, die so etwas verhindern!
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