ich bin gerade dabei mein Elternhaus zu verkaufen. Ein Interessent, dem derzeit das nötige Eigenkapital fehlt, hat mir angeboten das Haus durch Mietkauf zu erwerben.
Kann mir jemand die Vor- und Nachteile erklären? Auf was müsste ich achten, wenn ich kein unnötig großes Risiko eingehen möchte?
Selbstverständlich würde ich vor Vertragsabschluß einen Anwalt aufsuchen. Momentan würde mich interessieren, ob das Modell überhaupt in Frage kommt.
ein Mietkauf bringt nur dem Mieter was, nicht dem Verkäufer. Denn du finanzierst quasi dem Mieter den Hauskaufkredit.
Ein Interessent, dem derzeit das nötige Eigenkapital fehlt, und der es womöglich auch nicht von Banken bekommen würde, sollte schonmal ganz ausscheiden als Käufer.
Du willst ja auch sicher nicht jahre- bis jahrzehntelang an den Käufer (und seine eventuell wechselnden Finanzverhältnisse) gebunden sein.
Mietkauf macht für den Verkäufer nur unter ganz bestimmten Umständen Sinn:
Das Objekt ist anderweitig nicht verkäuflich und zwar absolut und nicht nur nicht innerhalb weniger Wochen/Monate zum gewünschten Preis. Klassische Fälle sind teilweise Industriebrachen, Objekte mit anderweitiger teilgewerblicher Nutzung, extrem abseits gelegene Objekte, Objekte mit fehlender Infrastruktur, Resthöfe, „Liebhaberobjekte“ bei denen ein Abriss billiger als eine Sanierung käme.
Es gibt Begleitumstände in der Person des Käufers, die nur diesen Käufer akpeztabel erscheinen lassen / die Suche nach einem alternativen Käufer extrem erschwert / aussichtslos erscheinen lässt. Dies ist z.B. bei Pflegeverpflichtungen, Weiterbetrieb bestehenden Gewerbes oder Landwirtschaft, … der Fall.
Es gibt besondere Umstände beim Verkäufer, der z.B. ein Altenteil auf dem Gelände halten will, sich noch nicht „ganz“ vom Objekt trennen will, der den Käufer aus persönlichen Gründen bevorteilen will, …
Der Verkäufer braucht das Geld aus dem Verkauf nicht sofort und komplett und erhält eine Verzinsung die mindestens der Anlage des Geldes auf der Bank entsprechen würde.
Geht es einfach nur darum, dass sich für ein durchaus auch anderweitig verkäufliches Objekt zunächst nur ein armer Schlucker meldet, der kein Eigenkapital hat und der keine Finanzierung bekommen würde, wäre es sicherlich sehr ehrenhaft, ihm so trotzdem den Erwerb zu ermöglichen, allerdings auch sträflich leichtsinnig, dies zu tun. Ohne Not als Laie ein Risiko zu tragen, was keine Bank tragen will, ist sicher keine gute Idee.
Gruß vom Wiz, der gegen den gewerblichen Mietkauf immer massiv wettert und darauf verweist, dass er im privaten Umfeld allerdings hierfür durchaus Chancen im gut überlegten Einzelfall sieht, allerdings in keinem Fall jemals nach der ersten Beratung wieder von der Sache gehört hat (sprich den Leuten wurde dann klar, dass es sich hierbei vorliegend wohl mal wieder doch nicht um so eine gute Idee gehandelt hat)
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