Hallo Experten, ich hätte gern gewußt, wieviel % Mietminderung angebracht sind, wenn nach einem Wasserschaden in einer kompletten Wochnung eine Bautrocknung durchgeführt werden muß.
Es wären also alle Räume betroffen.
Dabei wird heiße Luft in die Fugen zwischen Wand und Laminat geblasen. Kann mir jemand sagen, ob das nicht für die Gesundheit des Mieters gefährlich ist, weil ja Staub (aus der Fußbodendämmung) und sich evtl. unter dem Boden gebildeter Schimmel mit in die Raumluft gewirbelt werden? DANKE!
Hallo Sabine,
da geht es um einen ganz schönen Batzen, ist aber definitiv eine Einzelfallentscheidung. Musterurteile helfen Dir hierzu vermutlich relativ wenig, weil wirklich jeder Fall anders gelagert ist.
In Summe hast Du in allen Räumen für 24 Stunden/Tag an 7 Tagen/Woche:
- Lärm
- trockene (also wirklich trockene ) Luft
- Staub
Ein Arbeitszimmer ist in dieser Zeit nahezu 100% nicht nutzbar, da Du zur Sicherheit alle Papiere und Dokumente aus der Wohnung schaffen solltest. Bei der Trockenheit, verbunden mit der vorausgegangen erhöhten Feuchtigkeit aufgrund des Wasserschadens, werden sich nahezu alle Papiere wellen. Bücher sollten evtl. auch in Sicherheit gebracht werden.
Für das Schlafzimmer sollte entschieden werden, ob die Maschinengeräusche und die Staubbelastung den Schlaf massiv behindern.
Ich kann mir eine Minderung in der Größenordnung von 60-70% für die gesamte Wohnung vorstellen. Aber das ist wirklich eine Einzelmeinung, die verifiziert werden muß. Ich würde unverzüglich das Gespräch mit Vermieter und/oder Hausverwaltung suchen.
Zur Trockenmethode: Bei großen Räumen bringt es wenig bis gar nichts, wenn nur vom Rand her eingeblasen wird. Der Luftstrom kann nicht ungehindert aus der Fläche an den Rand gelangen. Besser ist es, umgekehrt: mehere Löcher in der Raummitte im Boden, hier wird eingeblasen, an den Rändern tritt die Luft aus. Nach Ende der Trocknung werden die Löcher wieder verschlossen. Nur „unter dem Laminat“, wie Du schreibst, ist auch nicht das gelbe vom Ei, wenn ein schwimmender Estrich vorhanden ist, der seinem Namen alle Ehre macht. Dann muß auch unter dem Estrich geblasen werden. Wenn sich dann noch eine Fußbodenheizung in den Weg stellt: Viel Spaß!
Ich hatte schonmal einen Wasserschaden. Mach Dich auf eine längere Zeit von Beeinträchtigungen gefaßt. Bei mir hat es ca. 3,5 Monate gedauert, bis alles wieder seine Ordnung hatte.
Gruß
Bonsai
Hallo Bonsai, vielen lieben Dank für Deine umfassende Antwort.
Leider gehts schon morgen los. Das Problem ist, daß der
Vermieter das alles sehr easy sieht. Aus seiner Sicht sollte das alles für den Mieter überhaupt kein Problem sein. Stattdessen streitet er lieber um jeden cent einer Mietminderung. Daher bin ich dankbar für den Blick auf das Alles aus Sicht eines „Erfahrenen“.
Sabine
Leider gehts schon morgen los. Das Problem ist, daß der
Vermieter das alles sehr easy sieht.
Naja, im Grunde ist es auch sein Eigentum, dass da munter vor sich hin gammelt, wenn er die Trocknung nicht fachmännisch macht 
Und hinsichtlich der Mietminderung hast Du ja heute noch keine Not. Du kannst Die Emmisionen ja mit allen Sinnen ein paar Tage „geniessen“ und Dir dann auch Dein persönliches Urteil hinsichtlich der Minderung bilden.
Stattdessen streitet er lieber um jeden cent einer Mietminderung.
Den Zahn solltest Du ihm dann aber ziehen, wenn es Dir wichtig ist.
Daher bin ich dankbar für den Blick auf das Alles aus Sicht eines „Erfahrenen“.
Bei mir war das damals glücklicherweise nur ein Teil der Wohnung, dort aber das volle Programm. Und…die Gerätschaften hat man in der ganzen Wohnung gehört. Die Trockenheit war überall zu spüren und der Staub war auch überall.
Viel Erfolg
Bonsai