Hallo Nicole!
…im September 2005 in eine Souterrain Wgh gezogen.
…In allen Räumen ist einen verdammt starken Schimmelbefall…
Damit Souterrainräume (vulgo: Keller) für den Daueraufenthalt von Menschen geeignet sind, ist bauseitig beträchtlicher Aufwand für Feuchtigkeitssperren und die thermische Isolierung zu treiben. Was diesbezüglich nicht schon gleich beim Bau des Hauses gemacht wurde, ist im Bereich des Fußbodens nachträglich nur mit hohem Aufwand, oft gar nicht zu heilen. Im Bereich der Wände kann man etwas machen, wenn man das Haus rundherum freigräbt. Bei Häusern der letzten Baujahre wird der erforderliche Aufwand manchmal gleich beim Bau des Hauses getrieben. Bei Häusern, die etwa 10 Jahre oder älter sind, trifft man nur äußerst selten auf bewohnbare Keller.
Das muß man wissen, wenn man in einer von Schimmel betroffenen Souterrain-Wohnung haust. Dann waren diese Räume mit hoher Wahrscheinlichkeit ursprünglich gar nicht für den Daueraufenthalt von Menschen gebaut und diese Eignung nachträglich herzustellen, ist in jedem Fall mit Investitionen ab 5stellig aufwärts verbunden. Ungeachtet dessen wurden schon immer baulich ungeeignete Keller als Souterrainwohnung vermietet. Mit allen möglichen Mittelchen, viel Farbe und Verkleidungen wird der sichtbare Schimmel verdeckt und übertüncht, um die unbrauchbare Höhle vermieten zu können.
Weil die Ursachen des Schimmels in einer Souterrainwohnung mit ganz gleich welchen Maßnahmen von innen nicht zu beseitigen sind, man vielmehr an Fußboden und Fundamente heran muß und Kellerwände von außen thermisch isolieren muß (andernfalls schimmelt es im Sommer, nicht etwa im Winter), kann das für Dich nur heißen: Du mußt schnellstmöglich ausziehen! Sonst kannst Du und kann insbesondere Dein Kind ernsthaft und nachhaltig erkranken.
Es gibt technische Möglichkeiten, die sommerliche Situation in Kellerräumen und Souterrainwohnungen zu entschärfen. Im Idealfall wird auch dabei eine thermische Isolation der Kellerwände von außen und Verfüllung der Aufgrabung mit Kies kapillarbrechender Körnung erforderlich, aber eine deutliche Verbesserung erzielen die lüftungstechnischen Anlagen auch ohne die thermische Isolation. Für Dich als Mieterin ist solche Anlage deutlich zu kostspielig (um 1.500 € inkl. Ust.), sie erfordert zudem einigen Installationsaufwand (u. a. 2 Kernbohrungen von 150 mm Durchmesser durch die Außenwand). Ziehe also schnellstmöglich aus.
Auf keinen Fall solltest Du Deine Absicht realisieren, noch ein Jahr in der Wohnung zu bleiben. Bis dahin kann Dein Kind längst einen ernsthaften Gesundheitsschaden erlitten haben. Bis dahin werden auch Kleidungsstücke, Schuhe und Möbel muffig und schimmelig geworden sein, viele Sachen kannst Du dann nur noch entsorgen. Als Sofortmaßnahme geeignet, jedoch kein Ersatz für schnellstmöglichen Auszug: Halte jetzt in der warmen Jahreszeit tagsüber Fenster und Türen geschlossen. Lüfte intensiv in den kühleren Nachtstunden. Begründung: Die im Erdreich stehenden und nicht thermisch isolierten Teile des Gebäudes sind kühl. Streicht die tagsüber sehr warme, feuchte Luft über diese kühleren Gebäudeteile, kann die feuchte Luft einen Teil des aufgenommenen Wassers nicht mehr halten und gibt diese Feuchtigkeit an Fußboden und Wände ab. Als Folge bildet sich Schimmel. Wenn Du nur nachts lüftest, ist die Außenluft evtl. sogar kühler als die in der Erde stehenden Gebäudeteile. Die kühlere Luft erwärmt sich an den Wänden, kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen und dem Schimmel die Lebensgrundlage entziehen. Nach diesem Prinzip, nur sehr vornehm und vollautomatisch, funktionieren auch die erwähnten lüftungstechnischen Anlagen.
Gruß
Wolfgang