Hallo liebe Www-ler,
folgender fiktiver Fall: Mieter M zieht in September 2005 in eine Wohnung von Vermieter V ein. Er bleibt dort bis Ende April 2006 wohnen. Beim Ein- und Auszug werden Übergabeprotokolle unterschrieben, der Auszugsprotokoll besagt, dass alles in der Wohnung in Ordung sei.
M hat am Anfang des Mietverhältnises ordnungsgemäß eine Kaution als Sparbuch hinterlegt.
Im Laufe des Sommers 2006 versucht M vergeblich, V zu kontaktieren, um an seine Kaution zurück zu gelangen. Erst nach einem Anruf aus einer dem V unbekannter Telefonnummer geht er ran und verspricht eine baldige Abrechnung der Betriebskosten. Diese übergibt er dem M aber erst im Jahr 2007. Dabei wurden die NK-Kosten für 2005 durch einen Ablesedienst zusammengestellt und die für 2006 abschlägig gerechnet, da dem V noch keine Ablesung für diesen Zeitraum vorliegt. Dazu wurden vom V noch „Kosten der Reinigung nach Auszug“ angerechnet.
Nun beginnt das Interessante: Der Verbrauch für die drei Monate im Jahr 2005 (laut der Zusammenstellung des Ablesedienstes) übersteigt den Gesamtverbrauch von der Mietzeit (laut Übergabeprotokollen, auf denen Ablesungen der Zähler ja stehen). Zu der „Reinigung“ gibt es keine Rechunung, der V hat sich bei M auch nicht schriftlich binnen 6 Monaten nach der Beendigung des Mietverhältnises gemeldet.
Nun verlangt V von M eine hohe Nachzahlung und weigert sich bis dato, der Auszahlung der Kaution zuzustimmen. Kann er das? Wenn ja, wie lange? Muss M die „Reinigungskosten“ bezahlen?