Hallo,
muss ein Mieter es hinnehmen, wenn er eine
Heizkostennachzahlung in Höhe von 950,-- Euro bekommt?
Tatsächlich entstandene Heizkosten/Betriebskosten muss der Mieter natürlich zahlen, wenn die Umlage der entsprechenden Betriebskosten vereinbart ist.
Auf Anfrage muss der Vermieter die Kosten natürlich auch belegen.
Die Nachzahlungshöhe ist keine Rechen-/Vergleichsbasis, da diese immer entscheidend von der Höhe der Vorauszahlungssumme abhängt.
Angenommen der Literverbrauch steigt von 3162 Liter auf 8208
LIter im Folgejahr, dann kann doch etwas nicht stimmen oder?
Diese hohe Verbrauchssteigerung ist zumindest ungewöhnlich (2006 war auch ein sehr milder Winter!) - aber (abgesehen vom Nutzerverhalten > neuer Mieter?) kann es durchaus auch andere einfache Erklärungen geben - siehe unten
Wie viel LIter sind denn für ein 6-Parteien-Haus realistisch?
Vergleiche machen nur mit Wohnfläche Sinn - siehe unten
Kann es sein, dass bei Gesamtkosten von 2400,-- Euro nur eine
Vorauszahlung von etwa 1800,-- Euro verlangt wird? Im Vorjahr
wurde nur eine Vorauszahlung von 1400,-- verlangt bei Kosten
von etwa 1750,-- Euro.
Die Vorauszahlung soll angemessen sein - ist also i.d.R. aufgrund der bekannten Beträge gemäß zuletzt vorliegender Abrechnung zu berechnen - z.B. in 2007 entspricht die Vorauszahlungshöhe den Kosten gemäß Abrechnung 2006 bzw solange die noch nicht vorliegt sogar nach 2005.
Bei den dramatischen Brennstoffkostenteuerungen der letzten Jahre ist also üblicherweise mit einer mehr oder weniger deftigen Nachzahlung zu rechnen …
Brennstoffmenge/Kosten - für ein genaueres Ausleuchten sind mehr Fakten nötig:
Wird der Brennstoff in Tanks vorgehalten?
Handelt es sich im Beispielfall um Heizöl oder Flüssiggas?
Wird jeweils die im Abrechnungsjahr verbrauchte Brennstoffmenge kostenmäßig umgelegt?
Wurden die Restbestände jeweils zum Ende des Abrechnungszeitraums ermittelt und bewertet (in Euro)?
Oder wird jeweils die im Abrechnungsjahr gelieferte/bezahlte Brennstoffmenge umgelegt?
Evtl. wurde bei der umgelegten Brennstoffmenge und/oder Kosten ein Fehler gemacht, der sich aber über mehrere Abrechnungsperioden hinweg wieder ausgleicht > und genau darauf könnten die Diskrepanzen beruhen.
Eine einfache Gegenrechnung könnte das noch verdeutlichen
allerdings lässt sich mit den bisher genannten Zahlen nichts anfangen
> Brennstoffkosten : Brennstoffmenge = … Euro je Liter
-> ggfs. mal die Beträge nennen
-> auf was beziehen sich die genannten Gesamtkosten? was ist darin enthalten?
durchschnittliche Heizkosten > Heizspiegel: http://www.heizspiegel.de/
(Umrechenwerte beachten! z.B. 1 Ltr Heizöl = 10 kWh)
z.B. (bundesweiter Heizspiegel)
bei Haus mit 251-500m² Wohnfläche, ölbeheizt:
unter 101 bis über 233 kWh/je m²/Jahr
entspricht unter 10,1 bis über 23,3 Ltr/je m²/Jahr
Mittelwert 162kWh = 16,2 Ltr/je m²/Jahr
Also schon je nach Haus/Nutzergewohnheiten eine immense Streubreite …