Hallo.
Nehmen wir mal an, eine Familie zieht in eine 3,5 Zimmerwohnung, die ca. 1/2 Jahr leer stand.
Ca. 1 Monat nach dem Einzug kommt in drei Räumen Schimmel zum Vorschein.
Der Vermieter läßt den Schimmel „entfernen“ und die Raumisolierung mit Styroporplatten „verbessern“. Im nächsten Winter wird die „besser isolierte“ Wand wieder feucht, und die Familie ruft den Vermieter an.
Dieser bringt einen „Experten“, der die Feuchtigkeit in den Wänden misst, und behauptet, da sei keinerlei Gefahr für Schimmel.
Das Mietshaus wird verkauft, der neue Vermieter weiß von dem Schimmel nichts.
In nächsten Winter löst sich die Tapete von der „besser isolierten“ Wand.
Bei Rücksprache mit dem Vermieter kommt ein böses Gespräch zustande, in dem der Familie gedroht wird, sie würde regresspflichtig gemacht werden, wenn beim Auszug aus der Wohnung herausgefunden würde, dass Schimmel in den Wänden sitzt. Dies sei nämlich nur möglich, da die Familie schlecht heizt und lüftet.
Ist das möglich ?
Kann der neue Vermieter so etwas versuchen ?
Sagt mir Eure Meinung, bitte.
Gruß
Hallo,
zunächst halte ich alle Gespräche die derart verlaufen für einfach dumm.
Dem Mieter kann nicht geholfen sein mit einer Drohung, dem Vermieter nicht wenn er ein derartiges Problem auf seinen Mieter abschiebt.
Und zur rein theoretischen Frage ob Vermieter so was kann oder darf ,muss gesagt sein ,einfach ja.
Leider ist es vermehrt festzustellen das Vermieter derartige Probleme gerne auf die Mieter abwälzen.
Sofern man sich aber sowohl im Be. – als auch Entlüftungsproblem sachgerecht verhalten hat
greift man seinem Vermieter meist jegliche Grundlage ab.
Altschimmel lässt sich relativ einfach nachweisen, um nicht zu sagen Jahrgangsmäßig!
Wenn also die Sachlage schon derart aus dem Ruder läuft, sollte man zunächst nicht verzagen.
vielmehr geht man her und kündigt seinerseits Schadensersatzsprüche an.
Dies sollte man auch in a.R. in Schriftform tun.
Und man sollte den Vermieter dazu zwingen festzulegen weshalb der Schimmel vom Mieter verursacht sein sollte.
Gruß
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Hallo
Leider wird nicht klar, ob es sich hier um eine Innenisolierung handelt, die das Schimmelproblem womöglich noch verstärkt hat.
z.B.
http://www.baubiologie-regional.de/forum2/read.php?f…
oder detaillierter > 6. Innenisolierung ab Seite 72
http://www.tbas.de/upload/Schimmel.pdf
hier finden sich auch Links zu den vom Umweltministerium veröffentlichen PDF-Broschüren - auch mit Hinweisen zu richtigem Heizen/Lüften
http://www.lueckel-bau.de/html/schimmel-sanierung.html
Mit gegenseitigen Drohungen ist hier wirklich keinem geholfen.
Schimmel kann sowohl durch falsches Nutzerverhalten als auch durch Mängel an der Bausubstanz entstehen - oder durch das Zusammenwirken beider Ursachen.
Ggf. muss der Vermieter beweisen, dass es nicht an der Bausubstanz liegt - der Mieter, dass es nicht an seinem Nutzerverhalten liegt.
Wenn alleine der Mieter als Verursacher festzumachen ist, dann ist er allerdings ggfs. tatsächlich auch regresspflichtig.
Mit modernen Messgeräten lässt sich heutzutage die eigentliche Ursache i.d.R. problemlos feststellen - d.h. wo kommt die erhöhte Feuchtigkeitsbelastung her und warum kann sie nicht weg (siehe z.B. Messausrüstung o.g. Link > lueckel-bau).
Ggfs. kann man über die örtliche IHK, Gesundheitsamt Adressen spezialisierter Bausachverständiger/Architekten oder Maler/Verputzer vor Ort erhalten.
Rudi