Wieviel rücksicht bei kranker frau ?

hallo

ein mieter wohnt in einem mehrfamillienhaus zur miete. seit geraumer zeit wohnt neben an ein älteres ehepaar. die frau des mannes ist krank und hatte vor kurzem einen herzanfall. der mann der frau sagte zu uns wir sollen etwas ruhiger sein, weil seine frau keinen lärm verträgt und dadurch wieder ein rückfall bekommen könnte.

nun ist es aber so das der mieter ständig an der tür geklingelt bekommt wenn man etwas „zu laut“ ist. im prinzip ist momentan keine lautere musik, kein lauteres fernsehschauen und auch kein besuch möglich da ständig der alte man vor der tür steht und den mieter bitet nicht so laut zu sein.

als der mieter mal nicht drauf einging drohte er gleich mit anwalt und verklagen.

wieviel rücksicht muss man nehmen ? oder besser, muss man sein leben so einschränken nur damit es in dem haus perfekt für das alte ehepaar ist ?

gruss

Hallo,

wieviel rücksicht muss man nehmen ?

Müssen muss man nichts, solange man sich an die Hausordnung hält.

Aber von Mensch zu Mensch, würde ich vorschlagen, sich mit dem Nachbar auf einen Kaffe hinzusetzen und zu besprechen inwieweit man sich entgegenkommen kann.

Der alte Herr hat Angst seine Frau zu verlieren und ist verzweifelt, kann man das nicht verstehen? Er tut alles erdenklich mögliche es seiner Frau leichter zu machen.

Vielleicht ist es gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber meiner Meinung nach ein menschliches Handeln etwas entgegen zu kommen.

Schnell kann einem selber etwas böses zustoßen und man hofft auf Unterstützung der Mitmenschen, was man heutzutage leider immer seltener erfährt :frowning:

Gruss
Jasmin

Hallo

das ist sehr bedauerlich, aber ein Mieter muss keine übermäßige Rücksicht nehmen, sondern sich allgemein an die Hausordnung halten.

Kann mir auch nicht vorstellen, dass von normalem Lärm eine Krankheit ausgelöst werden kann. Evtl. könnte man ein wenig Rücksicht nehmen wenn das Haus sehr hellhörig ist, aber das wäre auch schon alles.

Hallo,

dies sollte vielleicht keine Rechtsfrage sondern eher eine Frage des zwischenmenschlichen Verhaltens sein! Klar nervt es aber würde man selber vielleicht genauso handeln!?

Am besten man redet miteinander und stellt auch ganz klar das man nicht alles an Lautstärke verhindern kann!

Rein rechtlich gesehn wird man hier sicherlich in seiner Wohnqualität eingeschränkt aber auf das rechtliche sollte man hier, auch vom älteren Ehepaar her, nicht weiter eingehen!

Gruß,
Peter

Hallo,

Wenn dieses Ehepaar in ein Mehrfamilienhaus zieht, muss es mit einem gewissen alltäglichen Lärmpegel rechnen. Er kann nicht verlangen, dass seine Nachbarn kein Fernsehen mehr schauen oder keine Geburtstagsfeier mehr geben. Was kommt als nächstes? Das die anderen Mieter ihre Autos bis zur nächsten Kreuzung schieben und erst dann starten, weil es sonst zu laut ist? Das die Vögel abgeschossen werden müssen, weil die zu laut singen?
In gewissen Situation Rücksicht nehmen, finde ich ok. Bspw. wenn man die Bohrmaschine mal benutzen will, und vorher deshalb Bescheid gibt. Aber er kann es nicht verbieten, wenn es nicht in den Ruhezeiten ist.
Was will dieser Mann machen, wenn eine Familie mit Kleinkindern einzieht? Er kann doch nicht verlangen, dass diese Kinder dann den ganzen Tag mäuschenstill auf einem Stuhl sitzen und nicht spielen. Wenn ich mit meiner Migräne im Bett lieg, ist mir auch jedes Geräusch zu laut, trotzdem muss ich auch die spielenden Nachbarskinder vor meinem Schlafzimmerfenster dulden.
Der Mann geht zu weit. Alltagslärm in Zimmerlautstärke muss er dulden. Und dieser macht auch nicht krank.
Solange ihr bspw. keine Bohrmaschine in den Ruhezeiten benutzt, kann er mit Anwalt drohen, wie er lustig ist - jeder Anwalt wird ihn vor die Tür setzen. Im Gegenteil, wenn er ständig bei euch klingelt, könnt ihr ihn anzeigen, wegen Belästigung.
Versucht nochmal in Ruhe mit ihm zu reden, und bringt doch mal eine Familie mit Kleinkindern ins Gespräche und fragt ihn, was er da machen würde. Ist er uneinsichtig und droht wieder mit Anwalt, geht zum Vermieter und beschwerd euch. Er muss dieser Sache dann nachgehen.
Wir wohnten mal in einem Dreifamilienhaus, drei Etagen drei Familien. Die Nachbarn über uns hatten einen Sohn, der auf alles allergisch war, auch Katzenhaare. Und wir hatten eine Katze. Ständig haben diese Nachbarn die Haustür aufgelassen. Unsere Katze ist natürlich dann auch ins Haus und auch in die obere Etage. Da haben sie sich beim Vermieter beschwerd, wir sollten auf unsere Katze besser aufpassen, dass sie dort oben nicht rumstromert, weil ihr Junge doch so krank ist. Der Vermieter hat aber nur gemeint, dann müßten sie nur die Haustür zu machen und schon wäre das Problem gekärt. Danach war Ruhe.

Gruß
mäusl1976

Hallo
kann man mit der Frau überhaupt noch sprechen? Was sagt sie dazu?
Ich vermute, nicht der Frau ist der normale Umgebungslärm so extrem
lästig, daß sie davon krank wird, sondern der Mann macht sich die
Situation zu nutze um seine Vorstellungen von einer ruhigen
Umgebung gegenüber den anderen Hausbewohnern durchzusetzen.
Gruß Uwi

wieviel rücksicht muss man nehmen ? oder besser, muss man sein
leben so einschränken nur damit es in dem haus perfekt für das
alte ehepaar ist ?

Hallo muffel,

so wie du das Verhalten deines Mitmieters beschreibst muss er unheimlich Muffensausen bzw panische Angst vor der Krankheit seiner Frau haben.
Und ob Totenstille einen Menschen wirklich gesund, wenn nicht eher krank machen, sei mal dahin gestellt.
Natürlich hast du das Recht deine gemietete Wohnung so zu nutzen, dass du dich darin wohl fühlst. Ich gehe mal bei dir von einem anständigen und freundlichen Menschen aus :wink:
Das was da an eurer Tür klingelt ist ein verängstigter und deswegen auch frecher Mensch. Was das juristische angeht gibt es bestimmt mehr Rechte für euch, als die Wünsche nach vollkommener Stille eures Nachbarn.

Was überhaupt nichts mit deiner Anfrage zutun hat, ich aber trotzdem sagen möchte…es brennt mir einfach unter den Fingernägeln…

Klingelt mal bei eurem Nachbarn und fragt ihn wie es ihm und seiner Frau geht. Vielleicht noch mit einem kleinen Blumentöpfchen in der Hand? Besteht darauf die Frau kennenzulernen bzw sie zu sprechen. Dem Herzen der Frau wird es bestimmt gut tun. Und eure Beziehung auch aufbessern. Vielleicht erfährt ihr von der Frau, dass sie die Geräusche im Haus vermisst? Ist nicht auszuschliessen :wink:

Gruss
Paula

Hallo,

was du hier über den Mann (M) schilderst, hört sich nach einer zwanghaften Persönlichkeitsstruktur an. Selbst ohne die kranke Frau (wie krank ist sie denn wirklich?) würde er ständig an der Nachbarstür klingeln. Es ist die einzige Möglichkeit der Kontaktaufnahme, die er hat. Für ihn sind Normen und Regeln das, was seinem Leben Halt gibt. Diese Regeln werden in überzogener Form ausgelegt und auch von anderen eingefordert. M hat eigentlich bescheidene Ansprüche („wir wollen doch nur unsere Ruhe“). Das Problem liegt in der Perfektion, in der diese Ansprüche eingefordert werden.
Wichtig für den Nachbarn von M ist zu wissen, dass er diesen - von M z.T. ins Extreme interpretierten - Regeln niemals genügen kann. Dementsprechend sollte der Nachbar M gegenüber selbstbewusst auftreten. D.h. Rücksicht nehmen ist gut, aber alles im Rahmen der allgemeingültigen Normen und nicht unter Verwendung der Extreme von M.
Was der Nachbar dann allerdings nicht wird vermeiden könne, ist, dass er für M dann auch wieder nur „einer von denen“ ist (die seinen Normen nicht entsprechen). Das wird man aber in Kauf nehmen müssen, wenn man sich selbst nicht aufreiben will. Mit Menschen wie M wird man nur sehr schwer Freund bzw. guter Nachbar werden.

Gruß, Niels

Hallo

Hallo,

was du hier über den Mann (M) schilderst, hört sich nach einer
zwanghaften Persönlichkeitsstruktur an. Selbst ohne die kranke
Frau (wie krank ist sie denn wirklich?) würde er ständig an
der Nachbarstür klingeln. Es ist die einzige Möglichkeit der
Kontaktaufnahme, die er hat. Für ihn sind Normen und Regeln
das, was seinem Leben Halt gibt. Diese Regeln werden in
überzogener Form ausgelegt und auch von anderen eingefordert.

Son Quatsch!! Wenn man das liebste auf der Welt, das wertvollste im Leben fast verlohren hat, dann dreht man völlig durch.
Das ist doch klar!

Der Mann muss panische Angst davor haben, dass jeder Tag der letze seiner geliebten Frau sein kann! NATÜRLICH ist er total paranoid! Natürlich ist er agressiv, weil er verzeifelt versucht das wertvollste in seinem Leben zu schützen!! Wer das nicht verstehen kann, der kann mir nur leid tun!

Man kann vom jungen Nachbarn nicht verlangen aufhören zu Leben und Geräusche zu machen. das ist klar. Aber ich würde dem jungen und gesunden Nachbarn gerne Denkanstöße geben, sich mit dem alten Herren zu unterhalten und zu versuchen ihn zu unterstützen wie es eben möglich ist! Auch eine Unterhaltung kann dem alten Mann gut tun und vielleicht seine Angst kurzzeitig nehmen oder einfach für kurze Zeit ablenken.

Wir wissen doch alle wie wichtig es ist, sich mit jemanden zu unterhalten wenn es uns total dreckig geht und wir unter Stress stehen! Vielleicht tut es auch der Sehle des jungen Nachbarn gut, mal jemanden zu helfen ohne etwas dafür zurück zu bekommen :smile:

Grüße
Jasmin

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Hallo jasmin

Hallo

Hallo,

was du hier über den Mann (M) schilderst, hört sich nach einer
zwanghaften Persönlichkeitsstruktur an. Selbst ohne die kranke
Frau (wie krank ist sie denn wirklich?) würde er ständig an
der Nachbarstür klingeln. Es ist die einzige Möglichkeit der
Kontaktaufnahme, die er hat. Für ihn sind Normen und Regeln
das, was seinem Leben Halt gibt. Diese Regeln werden in
überzogener Form ausgelegt und auch von anderen eingefordert.

Son Quatsch!! Wenn man das liebste auf der Welt, das
wertvollste im Leben fast verlohren hat, dann dreht man völlig
durch.
Das ist doch klar!

man kanns aber auch übertreiben, vielleicht hift mal ein gespräch mit dem behandelnden Arzt

LG
Der echte Mikesch

Hallo

Son Quatsch!! Wenn man das liebste auf der Welt, das
wertvollste im Leben fast verlohren hat, dann dreht man völlig
durch.
Das ist doch klar!

das ist DIR klar, mir aber - zumindest in dieser Ausprägung - nicht.

Der Mann muss panische Angst davor haben, dass jeder Tag der
letze seiner geliebten Frau sein kann! NATÜRLICH ist er total
paranoid! Natürlich ist er agressiv, weil er verzeifelt
versucht das wertvollste in seinem Leben zu schützen!!

Ich würde eher versuchen, meine Frau zur Teilnahme am Leben anzuregen, als sie vor selbigem zu schützen. Und ganz gewiss wäre ich nicht aggressiv den Nachbarn gegenüber. Alles immer unter der Voraussetzung, dass der Nachbar sich wirklich an die üblichen Regeln hält.

Wer das
nicht verstehen kann, der kann mir nur leid tun!

Na, da werde ich Dir wohl leid tun müssen. Wobei ich natürlich ein gewisses Verständnis für das Verhalten habe, es aber dennoch nicht gut heißen kann. Weder für den Mann noch seine Frau noch seinen Nachbarn.

Man kann vom jungen Nachbarn nicht verlangen aufhören zu Leben
und Geräusche zu machen. das ist klar. Aber ich würde dem
jungen und gesunden Nachbarn gerne Denkanstöße geben, sich mit
dem alten Herren zu unterhalten und zu versuchen ihn zu
unterstützen wie es eben möglich ist!
Auch eine Unterhaltung
kann dem alten Mann gut tun und vielleicht seine Angst
kurzzeitig nehmen oder einfach für kurze Zeit ablenken.

Das ist alles schön und gut, nur ist der Nachbar nicht der Therapeut des Mannes. In dem Moment, in dem der Leidensdruck für den Nachbarn wächst, ist für ihn der Selbstschutz vorrangig. Ständige Auseinandersetzungen mit den Forderungen des Mannes sind dann eher nicht angeraten. Wohlgemerkt: Ich habe nicht gesagt, dass er nicht mit dem Nachbarn sprechen soll. Nur darf er nicht ständig den Wünschen des Mannes nachgeben. Denn das führt zu Spannungen und sozialem Stress. Es muss klar sein, dass Rücksichtnahme auf Gegenseitigkeit beruht.

Vielleicht tut es auch der Sehle des jungen
Nachbarn gut, mal jemanden zu helfen ohne etwas dafür zurück
zu bekommen :smile:

ich denke, Du siehst das hauptsächlich aus der Sicht des Mannes und mit Gewicht auf seiner emotionalen Lage. Ich sehe es mehr aus der Sicht des Fragestellers und überlege logisch was in der Situation der beste Verhaltenskompromiss ist. Insofern ist das gar nicht schlecht, dass hier beide Sichtweisen zusammentreffen.

Gruß, Niels