Deine Kollegin hat nicht ganz Unrecht: Fruchtzucker (Fructose)
gehört wie z. B. Traubenzucker (Glucose) zu den sogenannten
Einfachzuckern, die nicht erst umständlich verstoffwechselt
werden müssen, bevor daraus auch nur ein Fünkchen Energie
wird.
Richtig, nur ist das ja gerade das Problem: Der Blutzuckerspiegel steigt in einem solchen Fall schnell an, der Körper schüttet relativ viel Insulin aus und die Zellen verarbeiten daraufhin diesen Zucker sofort zu Fett. Komplexe Kohlenhydrate oder noch viel besser Fette und Eiweiße müssen aber erst über Zwischenabbaustufen zu Glukose werden, bevor der Körper sie gebrauchen kann.
Sie bestehen zum größten Teil aus Wasser und das ist nun
einmal kalorienarm respektive -frei. Da kann der Apfel noch
soviel wiegen. ;-)
Auch richtig. Nur hat eben so ein Apfel pro 100 g um die 60 kcal. Und das ist nicht gerade wenig. Da nützt das Wasser leider auch nichts.
Sie haben - bis auf einige Ausnahmen - eine niedrige
glykämische Last, d. h. sie lassen den Blutzucker nach dem
Genuss nur langsam ansteigen, halten ihn eine Weile konstant
und lassen ihn dann wieder auch nur langsam absinken.
Das allerdings widerspricht Deiner obigen Aussage bezüglich Fructose/Glucose.
Gegenbeispiel: das bei Diäten so beliebte Knäckebrot ist
grundfalsch, weil es einen hohen glykämischen Index hat. Der
Blutzucker rast nur so hoch und kracht kurz danach unter das
Level von Vorhin runter. Folge: Heißhunger-Attacken!
Nur sind die Kohlenhydrate in einem (Vollkorn)Knäcke sicher bei weitem komplexer als in einem Apfel. Ausgehend davon, sollte der glykämische Index eines Apfels bei weitem höher sein.
Aber jetzt bitte nicht losrennen und in der Apotheke
Bromelin-Pillen kaufen: das Zeuch ist zu 99,9 % synthetisch
und somit unwirksam.
Die postulierten Wirkungen solcher Enzyme sollten kritisch hinterfragt werden. Vieles ist übertrieben. Nur sind synthetisch hergestellte Enzyme, so sie denn überhaupt die postulierte Wirkung haben, nicht schlechter als natürliche. Die Enzymwirkung ist identisch. Was fehlt sind die sekundären Pflanzenstoffe. Dies kann von Vorteil oder auch von -nachteil sein (manche Stoffe hemmen die Enzymwirkung wieder).
In meinen Augen ebenfalls nicht ganz unwichtig: Frische
Früchte zählen bei der Trennkost-Methode bis auf einige wenige
Ausnahmen zu der Eiweiß-Gruppe
Nur enthalten sie nur äußerst wenig Eweiß, was eine solche Einteilung absurd erscheinen läßt.
und Eiweißgenuß (abends)
aktiviert ebenfalls die Fettverbrennung während der
Schlafphase.
Teilweise ja, weil eiweißreiche Kost den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen läßt. Der Körper braucht also kaum Insulin ausschütten. Und ohne Insulin kann man nicht zunehmen. Allerdings ist auch die Kalorienmenge interessant und die von der Trennkost propagierten Wechselwirkungen deshalb wohl zu vernachlässigen.
Benni