Vegetarische Ernährungsumstellung

Von: , Frage gestellt am Mo, 3. Nov 2008

Hallo liebe WWW-ler,

ich habe in letzter Zeit öfters über die Vorzüge vegetarischer Ernährung gelesen.
Da ich jede Woche ein bis zwei Stück Fleisch und Fisch esse, kann ich mir zwar schwer vorstellen, meine Ernährung auf fleischlos umzustellen, würde aber gern einen Versuch wagen.

Welche Tipps und Ratschläge habt ihr, wie man das ganze erfolg versprechend beginnt, ohne dass man nach 8 Tagen zu sich sagt, ich brauche jetzt ein Steak sonst falle ich um.

Worauf sollte man besonders achten, dass genau dass nicht passiert?

Viele Grüße
Leia

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag 4 hilfreich
    Re: Rückfrage


    Hi Leia,

    vorab: ich bin seit 27 Jahren Vegetarier. die Vorzüge vegetarischer
    Ernährung
    Da ich jede Woche ein bis zwei Stück Fleisch und Fisch esse,
    Das klingt, als meintest Du gesundheitliche Vorteile? Ich glaube kaum, dass bei sonst gleicher, ausgewogener Ernährung ein - zwei Stücke Fleisch oder Fisch ungesund sind. Dass Vegetarier gesünder sind liegt IMHO hauptsächlich daran, dass sie ihre Ernährung nsgesamt bewusster gestalten. kann ich mir zwar schwer vorstellen, meine Ernährung auf
    fleischlos umzustellen, würde aber gern einen Versuch wagen.
    Warum? Welche Tipps und Ratschläge habt ihr, wie man das ganze erfolg
    versprechend beginnt, ohne dass man nach 8 Tagen zu sich sagt,
    ich brauche jetzt ein Steak sonst falle ich um.
    Setzen wir mal voraus, Du achtest auf ausreichende Eiweißzufuhr.

    Von Mangelzuständen, die zu Heißhunger führen könnten (meine persönliche Laienmeinung) abgesehen hängt das wesentlich von Deinen Beweggründen ab: Sind es ethische Gründe, hilft vielleicht ein Schlachtfoto am Kühlschrank, hast Du eine wie auch immer geartete Unverträglichkeit, könntest Du Fleischersatzprodukte versuchen. Letztere finde ich persönlich scheußlich, aber manchen hilft es wohl.

    Ich glaube, mehr kann man dazu erst sagen, wenn Du Deine Beweggründe und Deine aktuelle Ernährung detaillierter beschreibst.

    Viele Grüße
    Ramona

    • Antwort von nach 8 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Antwort auf Rückfrage

      Hallo Ramona,
      bewusste Ernährung ist mir an und für sich kein Fremdwort. Meine bisherige Ernährung beruhte auch auf viel Eiweiß, wenig Fett und wenig Zucker und weißem Mehl. Bei den Eiweißen, wechselte ich immer mal ab, zwischen tierischer und pflanzlicher Herkunft. So, dass mein Speiseplan sehr abwechslungsreich war.

      In meiner Freizeit mache ich sehr viel Yoga und bemühe mich auf diesem Gebiet sehr um Fortschritte.
      In diesem Zusammenhang habe ich auch über die vegetarische Lebensweise nach sattwigen Gesichtspunkten gelesen. Da heißt es auszugsweise:

      „Die Art der aufgenommenen Nahrung bestimmt den Charakter des Menschen. Fleischkost macht den Menschen unsensibel und grob. Sie regt die Leidenschaften an und macht den Verstand träge. Ein Fleischesser kann weder ein Philosoph noch ein Weiser sein. Sein Verstand ist derart dumpf, daß er weder die Probleme dieser noch der anderen Welt lösen kann.
      Eine vegetarische Ernährung macht den Verstand aktiv, subtil und scharf. Die vegetarische Ernährung ist dem erhabenen Denken und der Konzentration auf das Göttliche in hohem Maße förderlich. Sie schenkt eine größere Vitalität als eine Ernährung mit tierischen Nahrungsmitteln.“

      Das heißt, im wesentlichen ohne Fleisch, Fisch, Eier, Zwiebeln und Knoblauch. Ebenso gehören dazu Zucker und weißes Mehl.
      Nikotin, Alkohol und Kaffee sind absolut tabu.

      Mit Kaffee habe ich allerdings das größte Problem, gefolgt von Fleisch und Fisch.
      Mit Nikotin und Alkohol habe ich null Problem.

      Ich dachte mir, dass ich das in kleinen Schritten angehe und jetzt mit den tierischen Produkten anfange. Den Kaffeekonsum habe ich erst mal gedrosselt.

      Übrigens liegt die erste fleischfreie Woche hinter mir. Dabei geht es mir bis jetzt ausgezeichnet und ich vermisse noch nichts.

      Wenn ich Fisch, Fleisch und Wurst sehe, konzentriere ich mich auf die Tiere, die das einmal waren und dass ich das eigentlich nicht möchte, dass diese getötet werden und dass das jetzt mein Beitrag ist, diese Tiere am Leben zu erhalten, bzw. dass gar nicht erst so viele Tiere gezüchtet werden.

      Noch fühle ich mich stark, durchzuhalten, aber wie kann ich ein wackeln oder umfallen von Anfang an ausschließen?

      Viele Grüße
      Leia

      • Antwort von nach 8 Tagen 3 hilfreich
        Re^3: Antwort auf Rückfrage

        Noch fühle ich mich stark, durchzuhalten, aber wie kann ich
        ein wackeln oder umfallen von Anfang an ausschließen?
        Hallo Leia,

        ich bin zwar (noch) keine Vegetarierin, aber auf dem Weg dahin. Ich ernähre mich möglichst vollwertig, d.h. viel Gemüse und Obst, dazu Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Milchprodukte und sehr wenig Fleisch. Erstens ist es so, dass wir Menschen viel weniger Eiweiß brauchen als wir meinen und es heutzutage gerade so modern ist. Auch sollte der Anteil von tierischem Einweiß geringer sein als der Anteil aus pflanzlichen Produkten. Mit einer vegetarischen Ernährung bekommst du also alle Nährstoffe, die du brauchst, wenn du auf die richtige Zusammenstellung achtest (Hülsenfrüchte, Nüsse und Tofu liefern sehr gutes Eiweiß). Dein Körper wird so auch keine Mangelerscheinungen haben und daher auch nicht danach gieren.

        Zweitens zum psychologischen Teil: Du solltest nicht auf Fleisch verzichten, sondern es nur vermeiden. Verzichten tut man auf etwas Gutes, vermeiden tut man etwas Schlechtes. Wenn du dir also sagt, dass du nur Fleisch vermeidest und nicht darauf verzichtest, hast du die psychische Komponente auf deiner Seite. Außerdem ist es auch nicht schlimm, wenn du dir dann mal einen Ausrutscher gönnst. Verbote bringen leicht einen inneren Widerstand mit sich.

        Ich wünsche dir viel Spass auf deinem Weg,

        liebe Grüße, Sigrid

        • Antwort von nach 8 Tagen 1 hilfreich
          Re^4: Antwort auf Rückfrage

          Zweitens zum psychologischen Teil: Du solltest nicht auf
          Fleisch verzichten, sondern es nur vermeiden. Verzichten tut
          man auf etwas Gutes, vermeiden tut man etwas Schlechtes. Wenn
          du dir also sagt, dass du nur Fleisch vermeidest und nicht
          darauf verzichtest, hast du die psychische Komponente auf
          deiner Seite. Außerdem ist es auch nicht schlimm, wenn du dir
          dann mal einen Ausrutscher gönnst. Verbote bringen leicht
          einen inneren Widerstand mit sich.
          Hallo Sigrid,
          das klingt gut, was du sagst. Von der Seite habe ich es noch gar nicht
          so intensiv betrachtet.

          Ich hatte mal vor vielen Jahren eine längere Zeit auf tierische Nahrung zwangsweise verzichten müssen.
          Als mir dann wieder was angeboten wurde, bin ich fast in die Schüssel gefallen.
          Aus dieser Erfahrung rührt offensichtlich auch eine gewisse Angst.

          Jetzt tue ich es ja freiwillig und ohne Zwang. Demnach wird sich das erlebte nicht so wiederholen.

          Viele Grüße
          Leia

        • Antwort von nach 11 Tagen 5 hilfreich
          Re^4: Antwort auf Rückfrage

          hallo sigrid,

          deine meinung ist aber eher eine quasi religiöse, mit wissenschaftlichen fakten ist dies nicht untermauert. im bereich ernährung glaubt jeder was anderes.


          strubbel
          <:O)

          • Antwort von nach 11 Tagen 4 hilfreich
            Re^5: Antwort auf Rückfrage

            Hallo Strubbel,

            du hast recht, im Bereich Ernährung glaubt jeder etwas anderes. (Wer nichts weiß, dem bleibt nur glauben.)
            Im übrigen Teil hast du nicht recht, meine Meinung hat durchaus einen wissenschaftlichen Hintergrund. Ich kann dir dazu das Buch Vollwert-Ernährung von Koerber/Männle/Leitzmann empfehlen. Alle drei sind führende Ökotrophologen, also Ernährungswissenschaftler, insbesondere Prof. Leitzmann.

            Gruß, Sigrid

            • Antwort von nach 13 Tagen 3 hilfreich
              allgemeine Bemerkung

              Hallo,

              ohne jetzt deine Ernährung/das Thema hier kommentieren zu wollen, eine allgemeine Bemerkung: Ich kann dir
              dazu das Buch Vollwert-Ernährung von Koerber/Männle/Leitzmann
              empfehlen. Alle drei sind führende Ökotrophologen, also
              Ernährungswissenschaftler, insbesondere Prof. Leitzmann.
              Auch wenn jemand einen Titel hat und ein Buch geschrieben hat, kann der Inhalt deswegen trotzdem Unsinn sein (ich will nicht diskutieren, ob das in diesem Fall zutrifft, das ich das Buch nicht gelesen habe).

              Viele Grüße
              Kati

            • Antwort von nach 14 Tagen 4 hilfreich
              Re^6: Antwort auf Rückfrage

              hallo sigrid,

              dazu Hans-Konrad Biesalski, seines Zeichens Professor am Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim: „Die meisten Aussagen [der Ernährungswissenschaft] können lediglich als vorwissenschaftliche Erkenntnis angesehen werden.“
              Die Ökotrophologie bezeichnet Biesalski als „subjektiv, regional und inkohärent“ - eine diplomatische Formel für unwissenschaftlich, provinziell und widersprüchlich.

              von ernährungswissenschaft zu sprechen, ist also verfrüht.
              ernährungskunde ist im wesentlichen ein geschäft.


              strubbel
              d:O)

            • Antwort von nach 14 Tagen 5 hilfreich
              Re^6: Antwort auf Rückfrage

              Hi Sigrid,

              (...) meine Meinung hat
              durchaus einen wissenschaftlichen Hintergrund. Ich kann dir
              dazu das Buch Vollwert-Ernährung von Koerber/Männle/Leitzmann
              empfehlen. Alle drei sind führende Ökotrophologen, also
              Ernährungswissenschaftler, insbesondere Prof. Leitzmann.
              Nein,ganz und gar nicht. Jeder Ernährungs"wissenschaftler" (das Wort ist an sich schon eine Verballhornung) erzählt was Anderes.
              Es gibt sogar Ernährungs"Wissenschaftler", die noch weit grösseren Unfug in die Welt setzen.
              Behauptungen in die Richtung "Fleisch ist ungesund" widersprechen grundsätzlichen biologischen Sachverhalten im Menschen, sie leugnen sogar die Herkunft des Menschen.
              Dass wir deutlich zuviel Fleich essen bestreite ich keinesfalls, aber Vegetarismus als gesund zu bezeichnen ist aus genannten Gründen grotesk. "Der menschliche Körper verträgt es" wäre eine ehrliche Aussage.

              Gruss,
              TR



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