Was wir so essen ...

Von: , Frage gestellt am Do, 4. Jun 2009

Hi an Euch,

ich habe mich mal tapfer durch das neue Heft "Kompass E-Nummern" von Öko-Test gelesen. Das war echt hart!

Da stellen sich mir nun die Fragen:
Will man die Wahrheit überhaupt noch wissen? Oder fühlt man sich nach all dem Gelesenen so hilflos, dass man aufgibt?

Wollen wir denn wirklich essen, womit z.B. Schweine gemästet werden (Süßstoff)?
Oder Zellulose in Light-Produkten mampfen? Ein Tempo-Tuch wäre da günstiger ... n Happen Toilettenpapier auch, hätte aber den gleichen Inhaltsstoff.

Kann man wirklich begreifen, dass Genmanipuliertes nie getestet wurde auf die Auswirkungen, die es auf uns haben könnte? Trotzdem nehmen wir es mit der Nahrung zu uns.

Mit nachdenklichen Grüßen, S:)nja

37 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Was wir so essen ...

    Hi S:)nja,,
    Trotzdem nehmen wir es mit der Nahrung zu uns.
    wer zwingt Dich?
    Es gibt Alternativen, nur sind die teurer.

    Lebensmittel werden meist über den Preis und nicht über die Qualität gekauft, schließlich muß noch Geld für den Urlaub, das Auto, die schicken Klamotten übrig bleiben.

    Das soll kein persönlicher Angriff auf Dich sein, versteh das bitte nicht falsch, es geht um den durchschnittlichen Käufer.

    Würden Käufer das anders handhaben, würde die Lebensmittelindustrie auch anders agieren.

    So aber muß mangelnde Qualität der Rohstoffe durch Tricks ausgeglichen werden.

    Gandalf

    • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Was wir so essen ...

      Hi Gandalf, wer zwingt Dich?
      Ja, ich hab ja auch gedacht, dass ich das noch selbst irgendwie in der Hand habe beim Einkaufen.
      Aber ehrlich gesagt, wenn mir schon beim Salz Zusatzstoffe reingekloppt werden, damit es auch schön gleichmäßig rieselt (Reiskörner sind out), dann juckts mich schon im Getriebe.

      Oder wenn mir Nanopartikel im Öl untergejubelt werden ... Es gibt Alternativen, nur sind die teurer.
      Ja, was passiert denn da eigentlich?
      Es gibt viele Menschen, die müssen mit den geringsten finanziellen Mitteln haushalten. Da läuft schon lange nix mehr mit Urlaub usw. ...

      Wird das letztendlich ein "Klassenspielchen"? Würden Käufer das anders handhaben, würde die Lebensmittelindustrie auch anders agieren.
      Ja, damit hast Du bestimmt Recht. Das setzt aber voraus, dass man auch aufgeklärt wird!
      Die Schummelei im Hintergrund ist schon gewaltig. Jede Aufklärung hat komischerweise gleich einen üblen Beigeschmack ... das allein ist schon bedenklich.

      Liebe Grüße, S:)nja

      • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Was wir so essen ...

        Moin, Ja, was passiert denn da eigentlich?
        Es gibt viele Menschen, die müssen mit den geringsten
        finanziellen Mitteln haushalten. Da läuft schon lange nix mehr
        mit Urlaub usw. ...

        Wird das letztendlich ein "Klassenspielchen"?
        Nein. Wer Fertigprodukte vermeidet, der hat zum einen selbst mehr Kontrolle darüber, was er zu sich nimmt, und lebt auch noch preiswerter. Er muss nur kochen und backen können/lernen.

        Gruß
        Marion

        • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Was wir so essen ...

          Hi Marion, Nein. Wer Fertigprodukte vermeidet, der hat zum einen selbst
          mehr Kontrolle darüber, was er zu sich nimmt, und lebt auch
          noch preiswerter. Er muss nur kochen und backen können/lernen.
          Okay, das Salz hat Zusatzstoffe, die Milch wird inzwischen mit Anlauf homogenisiert, das Brot ist voller Zusatzstoffe, der Käse wird mit Farbstoffen aufgemotzt, die Wurst gepanscht. Das Fleisch ebenso.

          Das Gemüse ist gespritzt mit Faktor Unbekannt.
          ...

          Und Du glaubst, dass mit Selbstkochen das Problem gelöst sei?
          Du kannst damit etwas reduzieren, mehr aber nicht. Der Rest ist Illusion.

          Mit Grüßen, S:)nja

          • Antwort von nach 23 Stunden 2 hilfreich
            Re^5: Was wir so essen ...

            Moin, Okay, das Salz hat Zusatzstoffe,
            Mein Salz nicht. Die paar Cent mehr dürfte sich jeder leisten können. die Milch wird inzwischen mit
            Anlauf homogenisiert,
            Und was ist schlecht daran? das Brot ist voller Zusatzstoffe,
            Brot kannst du selbst backen. Das spart richtig Geld mit so einem kleinen Brotbackautomat. Käse wird mit Farbstoffen aufgemotzt,
            Mein Käse nicht. die Wurst gepanscht. Das
            Fleisch ebenso.
            Auf Fleisch kann man gut verzichten, wenn einem die Ernährung denn wirklich wichtig ist. Spart auch viel Geld. Das Gemüse ist gespritzt mit Faktor Unbekannt.
            Mein Gemüse nicht. Und Du glaubst, dass mit Selbstkochen das Problem gelöst sei?
            Die meisten der von dir angeführten Probleme ja. Wer dann das durch selbst kochen und backen eingesparte Geld dafür verwendet, qualitativ hochwertige Produkte z.B. aus der (echten) Bioproduktion zu kaufen, kann schon mal viel in seiner Ernährung verändern. Du kannst damit etwas reduzieren, mehr aber nicht. Der Rest
            ist Illusion.
            Illusion ist es, in dieser Gesellschaft völlig schadstofffrei leben zu können. Dann müsstest du nämlich sofort aufhören zu atmen, insbesondere wenn du dich in Innenstädten befindest.

            Aber machen kann man schon viel. Leute, die bei diesem Thema immer das große Lamento anfangen, sind meiner Erfahrung meistens diejenigen, die eigentlich viel zu faul sind, etwas an ihrer Ernährung zu ändern, und für ihr Nichtstun ein Alibi suchen (nützt ja eh alles nichts).

            Gruß
            Marion

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Was wir so essen ...

              Hi,

              fein, dass Du alles im Griff hast. Oder meinst, es zu haben. ...Leute, die bei diesem Thema immer das große Lamento anfangen, sind meiner Erfahrung meistens diejenigen, die eigentlich viel zu faul sind, etwas an ihrer Ernährung zu ändern, und für ihr Nichtstun ein Alibi suchen (nützt ja eh alles nichts).
              Man könnte das als Arroganz auslegen, muss man aber nicht.
              Jedem seine Meinung.

              S:)nja

            • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
              Re^7: Was wir so essen ...

              Moin, fein, dass Du alles im Griff hast. Oder meinst, es zu haben.
              Nicht alles, aber meine Einkäufe.

              Gruß
              Marion

  2. Antwort von nach 3 Stunden 5 hilfreich
    Re: Was wir so essen ...

    Hallo Sonja, ich habe mich mal tapfer durch das neue Heft "Kompass
    E-Nummern" von Öko-Test gelesen. Das war echt hart!
    Au weia.
    Sei mir nicht böse, aber ich bekomm mittlerweile Ausschlag, wenn ich "Öko-Test" lese.

    Diese wissenschafts-resistenten Bio-Fundamentalisten wollen, das du (und möglichst alle anderen) sich verunsichert fühlen - denn nur darüber verkaufen sie sich selber.

    Ein Beispiel von vor zwei Monaten: Da haben die Obst und Gemüse auf Pestizide untersucht. Und weil fast alle getesteten Produkte die gesetzlichen Höchstwerte eingehalten haben (die schon recht streng sind), haben die kurzerhand ihre eigenen Grenzwerte definiert und damit schnell einen Skandal herbei geredet.
    Denn alles in Ordnung wäre ja undenkbar . . .

    Die bei weitem überwiegende Mehrheit aller zugelassenen Zusatzstoffe (= E-Nummern) sind bei normaler Aufnahme harmlos. Und die, die das nicht sind, da gibt es i.A. einen guten Grund dafür.

    Mal ein Beispiel: Nitrit-Pökelsalz (E 250) ist nicht unumstritten, weil sich bei Erhitzung Nitrosamine bilden, die erwiesenermaßen Krebserregend sind.
    Dummerweise ist Nitrit-Pökelsalz aber auch die einzige bekannte Substanz, die zuverlässig gegen Clostridium botulinum, eine Bakterie, die ein unglaublich tödliches Gift produziert, schützt.
    Da ist Nitrit-Pökelsalz einfach das kleinere von zwei Übeln. Ein Verbot würde zu einem defacto-Verbot von Salami, Bauchspeck, Rohschinken etc. hinauslaufen.
    Wollen wir das wirklich? Wollen wir denn wirklich essen, womit z.B. Schweine gemästet werden (Süßstoff)?
    Warum nicht?
    Halt dir immer vor Augen, das die Verbraucher heute billige Lebensmittel in gleichbleibender Qualität erwarten. Der Spruch "Glückliche Milch von glücklichen Kühen" funktioniert vieleicht innerhalb einer Dorfgemeinschaft.

    Aber nicht in einem Land mit 80 Millionen Einwohnern, von denen jeder einzelne erwartet, das die Milch in Bayern genauso schmeckt wie in Berlin, nicht mehr als 20 cent pro Liter kostet und darüber hinaus zu jeder Tages- und Nachtzeit in nahezu beliebigen Mengen verfügbar ist.
    Da muss in großem Maßstab zu niedrigsten Preisen produziert und industriell standardisiert werden. Und für die Verteilung und Lagerhaltung muss haltbar gemacht werden. Anders geht das einfach nicht. Oder Zellulose in Light-Produkten mampfen? Ein Tempo-Tuch wäre
    da günstiger ... n Happen Toilettenpapier auch, hätte aber den
    gleichen Inhaltsstoff.
    Und Vollkorn-Getreide auch.
    Das würde wiederum selbst Öko-Test als gesund ansehen.

    Zellulose ist der klassische Ballaststoff. Und deinem Körper ist es vollkommen wurst, ob du es als natürliches Vollkorn-Produkt, als zerfusseltes Tempotuch in deinen Kartoffeln oder als industriell gereinigte Zellulose als Zusatzstoff in einem Lightprodukt zu dir nimmst.
    Man kann nun mal einen konstanten Ballaststoffgehalt nur sehr schwer mit Natur-Produkten erreichen, und bevor man jede Woche ein etwas anders aussehendes/riechendes/schmeckendes Produkt produziert, was beim Verbraucher Misstimmung hervorrufen würde, weil der an gleichbleibende Qualität gewöhnt ist, nimmt man halt industriell gereinigte und standardiserte Zellulose (die wird übrigends aus Stroh gewonnen, ist also keineswegs Chemie) - man muß es halt nur draufschreiben.

    Die Ökos tun alle so, als wären Zusatzstoffe vom Teufel erfunden worden.
    Aber wenn man mal genau hinsieht, dann sind bis auf eine handvoll Azofarbstoffe, die ab nächsten Jahr auch einen speziellen Warnhinweis bekommen (der eigentlioch Blödsinn ist, aber das ist ein anderes Thema) die meisten Zusatzstoffe in Wirklichkeit reine Naturprodukte.

    Die Menschen sind nämlich nicht halb so clever, wie sie tun, das meiste schauen sie sich immer noch aus der Natur ab.

    Die ach so bösen Konservierungsstoffe kommen als Benzoesäure (E 210) in Preisselbeeren vor, als Sorbinsäure (E 200) in einigen Käsearten. Benzoesäure wird im Körper zu 100% in Hippursäure umgewandelt und vollständig mit dem Urin ausgeschieden. Sorbinsäure ist einfach nur eine ganz kurze Fettsäure und wird wie jede andere Fettsäure verdaut. Selbst die hundertfache Menge, von dem, was so erlaubt ist, könnte man bedenkenlos essen.

    Das Antioxidationsmittel "Ascorbinsäure" (E 300) wird bei natürlichem Vorkommen Vitamin C genannt - und es macht in unserem Körper genau das gleiche wie der Zusatzstoff in der Margarine - es schützt die ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation = Verderb.

    Der Geschmacksverstärker Glutamat ist das Salz der Glutaminsäure. Das ist eine der 21 Aminosäuren, aus denen alle Eiweße dieses Planeten zusammegesetzt sind. Glutamat in freier Form wirkt als Geschmacksverstärker (natürlich in Maggi, Sojasauce und anderen Würzen), in gebunder Form kommt es in hundertfacher Menge aber in jedem - in JEDEM! - Eiweiß vor, egal ob Fisch, Fleisch, Geflügel, pflanzlich . . .

    Und so weiter und so fort . . .
    Sie werden heute halt nur nicht mehr auf natürlichem Wege gewonnen, weil viel zu aufwendig und nicht wirtschaftlich, sondern häufig aus anderen Resten hergestellt (Pektin und Vanille Aroma beispielsweise aus Schalen, die bei der Saftherstellung übrig bleiben), oder gleich chemisch synthetisiert. Und auch das klingt schlimmer als es ist, denn oft wird nur der Herstellungsweg der Natur kopiert, aber halt nur das wesentliche, ohne das ganze andere Zeugs drumherum, das man hinterher aufwendig entfernen müsste. Kann man wirklich begreifen, dass Genmanipuliertes nie
    getestet wurde auf die Auswirkungen, die es auf uns haben
    könnte? Trotzdem nehmen wir es mit der Nahrung zu uns.
    Kann man wirklich begreifen, das Pflanzen oder Tiere, die bei uns nicht heimisch sind, nie auf Auswirkungen getestet wurden? (Kiwi)

    Auch hier gilt: wir können keine Gene am Reisbrett entwickeln (viel zu kompliziert). Wir können nur bei der Natur klauen und Gene von einem auf einen anderen Organismus übertragen. Nichts anderes macht die Natur, nur halt nicht so zielorientiert wie wir.



    Jeder muss für sich selber entscheiden, ob das wirklich sein muss.
    Jeder hat für sich selber die Wahl, ob er standardisierte Produkte für kleinen Preis oder Naturbelassenes für einen deutlich höheren Preis kaufen will.
    Es geht auch ohne Zusatzstoffe - aber mit geht es besser, einfacher, billiger, länger haltbar und so weiter. Vor allem halt billiger.
    Und Zusatzstoffe machen nicht krank.



    Und bevor man sich überhaupt auch nur Gedanken über Zusatzstoffe macht, sollte man erst mal seine grundsätzliche Ernährung überprüfen.

    Die Menschen essen zuviel und falsch. Zuviel Fleisch, zuwenig Obst und Gemüse. Zuviel Fett und Zucker, zuwenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Wir werden immer fetter. Aber die Zusatzstoffe, die sind allem Schuld?


    Disclaimer:
    Gilt natürlich nur für gesunde Menschen. Bei Allergien oder anderen medizinischen Gründen für eine spezielle Ernährung gelten natürlich andere Regeln. Aber dann auch nicht nur für die Zusatzstoffe, sondern auch für die natürlichen Zutaten.

    lg, mabuse

    • Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Was wir so essen ...

      Hi mabuse, Sei mir nicht böse, aber ich bekomm mittlerweile Ausschlag, wenn ich "Öko-Test" lese.
      Du bist Lebensmittelchemiker, wie ich in deiner Visitenkarte lesen kann. Danke für deine lange Antwort, ehrlich!

      Ja, Du hast wohl auch Recht, auch diese Zeitung will verkauft werden.
      Trotzdem gibt sie ein Wissen weiter, was sonst im Verborgenen bleibt. Die bei weitem überwiegende Mehrheit aller zugelassenen
      Zusatzstoffe (= E-Nummern) sind bei normaler Aufnahme harmlos.
      Und die, die das nicht sind, da gibt es i.A. einen guten Grund
      dafür.
      Nun lass uns mal gucken: da gibt es ca. 1500 Zusatzstoffe, deren Kombination samt Mengenbeigabe jedem Mischer (nimms mal nicht persönlich) überlassen wird. Hauptsache, es schmeckt gut.

      Die Auswirkungen weiß niemand. Auch Du nicht. Mal ein Beispiel: Nitrit-Pökelsalz (E 250) ist nicht
      unumstritten, weil sich bei Erhitzung Nitrosamine bilden, die
      erwiesenermaßen Krebserregend sind.
      Dummerweise ist Nitrit-Pökelsalz aber auch die einzige
      bekannte Substanz, die zuverlässig gegen Clostridium
      botulinum, eine Bakterie, die ein unglaublich tödliches Gift
      produziert, schützt.
      Da ist Nitrit-Pökelsalz einfach das kleinere von zwei Übeln.
      Ein Verbot würde zu einem defacto-Verbot von Salami,
      Bauchspeck, Rohschinken etc. hinauslaufen.
      Wollen wir das wirklich?
      Wir wollen einfach mal Aufklärung. Und wenn das so ist, dann will ich keine Salami mehr. Ich kann auch ohne leben. Wollen wir denn wirklich essen, womit z.B. Schweine gemästet werden (Süßstoff)?
      Warum nicht?
      Weil ich wissen möchte, wann ich reingelegt werde. Oder Zellulose in Light-Produkten mampfen? Ein Tempo-Tuch wäre
      da günstiger ... n Happen Toilettenpapier auch, hätte aber den
      gleichen Inhaltsstoff.
      Und Vollkorn-Getreide auch.
      Vollkorngetreide wird mit Zellulose aufgepeppt? Erzähl mir mehr, bitte. Zellulose ist der klassische Ballaststoff. Und deinem Körper
      ist es vollkommen wurst, ob du es als natürliches
      Vollkorn-Produkt, als zerfusseltes Tempotuch in deinen
      Kartoffeln oder als industriell gereinigte Zellulose als
      Zusatzstoff in einem Lightprodukt zu dir nimmst.
      Okay, nette These, kannst Du das beweisen? Man kann nun mal einen konstanten Ballaststoffgehalt nur sehr
      schwer mit Natur-Produkten erreichen, und bevor man jede Woche
      ein etwas anders aussehendes/riechendes/schmeckendes Produkt
      produziert, was beim Verbraucher Misstimmung hervorrufen
      würde, weil der an gleichbleibende Qualität gewöhnt ist, nimmt
      man halt industriell gereinigte und standardiserte Zellulose
      (die wird übrigends aus Stroh gewonnen, ist also keineswegs
      Chemie) - man muß es halt nur draufschreiben.
      Ich hätte gerne Naturprodukte, ich mag diese "Misstimmung", bitte, habt ihr mit eurer Einstellung nicht voll eine Einschätzung am Verbraucher vorbei gemacht? Wir sind nicht so doof.
      Die Ökos tun alle so, als wären Zusatzstoffe vom Teufel
      erfunden worden.
      Begeisterte Chemiker reichen auch schon. Aber wenn man mal genau hinsieht, dann sind bis auf eine
      handvoll Azofarbstoffe, die ab nächsten Jahr auch einen
      speziellen Warnhinweis bekommen (der eigentlioch Blödsinn ist,
      aber das ist ein anderes Thema) die meisten Zusatzstoffe in
      Wirklichkeit reine Naturprodukte.
      Klar, mal ganz unter uns:
      hast Du zufällig Kinder? Zufällig hyperaktive? Nö, garantiert nicht.
      Reine Naturprodukte ... smile ... ey, im Labor entstehen keine Naturprodukte. Höchstens ne Kopie davon. Mehr aber auch nicht. Sonnenlicht hat das Zeug nie gesehen.
      Die Menschen sind nämlich nicht halb so clever, wie sie tun,
      das meiste schauen sie sich immer noch aus der Natur ab.
      Ja, das tun sie. Technisch. Chemisch. Und so weiter und so fort . . .
      Okay, ich möchte Dir glauben, dass all diese Stoffe harmlos sind. Beweis es mir. Sie werden heute halt nur nicht mehr auf natürlichem Wege
      gewonnen, weil viel zu aufwendig und nicht wirtschaftlich,
      sondern häufig aus anderen Resten hergestellt.
      Und das ist der Haken an der Sache. Kann man wirklich begreifen, das Pflanzen oder Tiere, die bei
      uns nicht heimisch sind, nie auf Auswirkungen getestet wurden?
      (Kiwi)
      Hm, die wurden aber schon von Menschen verzehrt in ihrer Heimat. Auch hier gilt: wir können keine Gene am Reisbrett entwickeln
      (viel zu kompliziert).
      Macht Dich das nicht stutzig? Wir können nur bei der Natur klauen und Gene von einem auf einen anderen Organismus übertragen. Nichts anderes macht die Natur, nur halt nicht so zielorientiert wie wir.
      Tja, das ist son Ding.
      Die Natur arbeitet sehr zielorientiert! Damit hat sie auch uns geschaffen. Ist schon n bischen größenwahnsinnig zu meinen, dass wir mehr drauf haben, oder?
      Allerdings geht sie nicht mit finanziellem oder machtorientiertem Willen ans Werk. Ihr geht es ums Überleben.
      Es geht auch ohne Zusatzstoffe - aber mit geht es besser,
      einfacher, billiger, länger haltbar und so weiter. Vor allem
      halt billiger.
      Ja. Und Zusatzstoffe machen nicht krank.
      Kannst Du das beweisen? Die Menschen essen zuviel und falsch. Zuviel Fleisch, zuwenig
      Obst und Gemüse. Zuviel Fett und Zucker, zuwenig Kohlenhydrate
      und Ballaststoffe. Wir werden immer fetter. Aber die
      Zusatzstoffe, die sind allem Schuld?
      Bastelst Du in deinem Job mit daran? Gilt natürlich nur für gesunde Menschen. Bei Allergien oder
      anderen medizinischen Gründen für eine spezielle Ernährung
      gelten natürlich andere Regeln. Aber dann auch nicht nur für
      die Zusatzstoffe, sondern auch für die natürlichen Zutaten.
      Gesunde Menschen waren sie vielleicht vorher auch?
      Mh, was meinst Du mit "andere Regeln"?

      Ich danke Dir für deine Antworten, auch wenn ich sie nicht immer so teilen konnte,
      mit Grüßen, S:)nja



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