Hallo zusammen,
ich schreibe diese Zeilen mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich bin froh, dass ich ab Montag in Lohn ung Brot stehe, ärgere mich gleichzeitig aber darüber, dass mein AlgII-Antrag (den ich schon Mitte September gestellt habe) immer noch nicht abschließend bearbeitet ist. Sämtliches Vermögen (definitiv unterhalb der Freibetragsgrenzen) ist seitdem für den Lebensunterhalt draufgegangen. Wenn ich jetzt keine einmalige Unterstützung von meinen Eltern (die übrigens auch von AlgII leben) bekäme, könnte ich es mir nicht leisten (Umzugskosten, Miete für Zimmer) die Arbeit anzunehmen. Ist das nicht paradox. Den Job habe ich mir übrigens selbst besorgt und ich bin nicht von der ARGE vermittelt worden. Die tun gar nichts außer sich quer stellen.
Ich war heute nochmal, zum bereits 6. oder 7. Mal seit erster Antragstellung, bei der ARGE. Dort wird gesagt, dass mein Antrag wahrscheinlich abgelehnt wird, weil es nicht plausibel erscheint, dass
mein Kontostand zum Zeitpunkt der Antragstellung einen bestimmten Betrag aufweist (die können einfach nicht glauben, dass ich von anderen geringen staatlichen Leistungen auch noch sparen konnte).
Außerdem wird es für nicht plausibel gehalten, dass ich mit durchschnittlich 110 Euro im Monat für Lebensmittel auskomme. Hä - der Regelsatz dafür liegt bei 132,51 € (Lebensm.,Getränke,Tabak). Da ich nicht mehr rauche (seit 1,5 Jahren) kann ich verdammt viel Geld sparen. Außerdem bin ich es noch aus meiner studentischen Zeit gewohnt mit sehr wenig Geld auszukommen.
Haltet Ihr das auch für unplausibel??? (Übrigens hat das Sozialgericht in Dortmund mal entschieden, dass man auch mit 70% des Regelsatzes auskommen kann/muss. Das wären dann für Lebensmittel etc. nicht mal 93 Euro pro Monat)
Wenn mich meine Eltern jetzt nicht einmalig unterstützen würden könnte ich mir es nicht leisten diese Arbeitsstelle anzunehmen. Schließlich habe ich mein ganzes, der Höhe nach nicht anzurechnendes, Vermögen verbraten müssen, um die letzten Wochen und Monate über die Runden zu kommen. Diese Ersparnisse waren eigentlich für diesen Fall (Umzugskosten, da Arbeitsaufnahme in anderer Stadt) gedacht. Stattdessen muss man sich noch vorhalten lassen, dass man mit seinem Geld so geizig war.
Da das ganze aus meiner Sicht skandalös ist, möchte ich jetzt gerne eine Beschwerde loslassen. Welche Möglichkeiten gibt es denn??? Insbesondere hätte ich auch gerne Möglichkeiten gewußt, wie man einen solchen Fall öffentlich machen kann. Ich will jetzt einfach mal den Druck erhöhen. Je mehr Wellen geschlagen werden umso besser.
Man bin ich froh, dass ich endlich einen Job gefunden habe. Diese „Scheiße“ mit den ganzen Ämtern bin echt leid.
MfG
Stephan
Sprich, versuch so viele Daten wie nur möglich zu rekonstruieren. Also „Den Antrag auf … habe ich am … bei Herrn/Frau … vom …-Amt in … gestellt. Am … war ich persönlich bei Herrn/Frau… um nachzufragen, dort teilte man mir mit, dass… Auch am …, am … und am … erhielt ich trotz des eindringlichen Hinweises auf… keine andere Auskunft“.