Zahnersatz bei Sozialhilfe

Ich musste mir eine Brücke machen lassen und für die Rechnung musste ich dieses Jahr auf Urlaub verzichten, das Weihnachtsgeld ist ebenfalls dazu einkalkuliert. Jetzt hat mir jemand gesagt, dass Sozialhilfeempfänger die Zähne vom Sozialamt gezahlt bekommen.
Stimmt das oder ist das wieder so ein Vorurteil?
Moni

Jetzt hat mir
jemand gesagt, dass Sozialhilfeempfänger die Zähne vom
Sozialamt gezahlt bekommen.
Stimmt das oder ist das wieder so ein Vorurteil?

Insofern notwendig. Ist daran irgendwas nicht in Ordnung?

Die Frage geht wohl auf den Gedanken zurück, dass man mit geringem Einkommen unter Umständen im Verhältnis sehr viel Geld für etwas aufwenden muss als jemand, der (scheinbar) über Sozialhilfe nur geringfügig weniger zur Verfügung hat, einen Zahnersatz erstattet bekommt, das den Ansprüchen eines gut verdienenden Privatpatienten genügen würde. Warum steht scheinbar einem Sozialhilfeempfänger mehr zu als einem normal gesetzlich Versicherten mit geringem Einkommen?

Manchem kommt das halt etwas ungerecht vor. Ähnliche Fälle kenn ich aus dem Bekanntenkreis, die sich erst eine Scheidung „leisten“ können, wenn sie unterhalb des Grenzbetrages für Prozesskostenbeihilfe sind.

Man könnte natürlich fragen, ob bestimmte Grenzen eventuell zu gering angesetzt sind. Andererseits frage ich mich, was Menschen ihre eigene Gesundheit wert ist, wenn sie sich über 10 Euro Praxisgebühr beklagen.

Schwieriges Thema…

Gruß

ALex

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Hallo

Warum steht
scheinbar einem Sozialhilfeempfänger mehr zu als einem normal
gesetzlich Versicherten mit geringem Einkommen?

Kann nicht jemand, der unterm Strich (d. h. hier: nachdem er den Zahnersatz bezahlt hat) weniger hat als der Sozialhilfeempfänger aufstockende Sozialhilfe beantragen?

Obwohl, wenn er arbeiten kann, könnte er wohl nur aufstockendes ALG II beantragen, und ob da auch der Zahnersatz vom Amt bezahlt wird?

Andererseits frage ich mich, was
Menschen ihre eigene Gesundheit wert ist, wenn sie sich über
10 Euro Praxisgebühr beklagen.

10 Euro kann sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Für manch einen ist es nur eine abstrakte Zahl, von der er praktisch gar nichts merkt.

Manch einer muss sich aber überlegen, ob er lieber sich Ende des Monats noch was zu essen kaufen kann oder lieber zum Arzt geht. Abgesehen davon weiß man ja oft nicht, ob der Arzt einem überhaupt helfen kann, und ob man nicht noch ein paar Mal den Arzt wechseln muss, bis man den richtigen gefunden hat. Wenn die Krankheit nicht so häufig vorkommt, kann das durchaus notwendig sein.

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Moin moin,

Warum steht
scheinbar einem Sozialhilfeempfänger mehr zu als einem normal
gesetzlich Versicherten mit geringem Einkommen?

Kann nicht jemand, der unterm Strich (d. h. hier: nachdem er
den Zahnersatz bezahlt hat) weniger hat als der
Sozialhilfeempfänger aufstockende Sozialhilfe beantragen?

Das glaube ich eher nicht, kostet ein umfangreicher Zahnersatz durchaus auch mal mehrere Tausend Euro. Die hat auch ein normal verdienender Mensch nicht unbedingt parat.

Andererseits frage ich mich, was
Menschen ihre eigene Gesundheit wert ist, wenn sie sich über
10 Euro Praxisgebühr beklagen.

10 Euro kann sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Für
manch einen ist es nur eine abstrakte Zahl, von der er
praktisch gar nichts merkt.

Manch einer muss sich aber überlegen, ob er lieber sich Ende
des Monats noch was zu essen kaufen kann oder lieber zum Arzt
geht.

Mit Verlaub, dann liegt der Fehler aber nicht an mangelndem Geld sondern am falschen Wirtschaften. Mit den mir bekannten Sätzen kann man, wenn auch sicherlich nicht bequem, einen kompletten Monat Essen und hat auch noch die 3,33 für den Arzt übrig.

Abgesehen davon weiß man ja oft nicht, ob der Arzt einem
überhaupt helfen kann, und ob man nicht noch ein paar Mal den
Arzt wechseln muss, bis man den richtigen gefunden hat.

Wie häufig Du den Arzt wechselst, ist unerheblich, solange es im selben Quartal ist. Allerdings frage ich mich auch, wie häufig dieser Fall eingetreten ist. Ich habe innerhalb eines Quartals noch nie den Arzt gewechselt, meinen Hausarzt auch nur, wenn es ein Umzug notwendig gemacht hat.

Wenn
die Krankheit nicht so häufig vorkommt, kann das durchaus
notwendig sein.

Wenn der eine Arzt keinen Erfolg hat, wird er sich nicht scheuen, den Patienten an einen Spezialisten zu überweisen. Allerdings behaupte ich mal (auch wenn ich es nicht nachweisen kann) dass viele Besuche bei verschiedenen Ärzten nicht notwendig sind. Ausnahmen gibt es aber sicherlich auch.

Das soll es aber gewesen sein, sonst sollten wir besser in Plauderbrett.

Gruß

ALEx

Hallo

Das glaube ich eher nicht, kostet ein umfangreicher Zahnersatz
durchaus auch mal mehrere Tausend Euro. Die hat auch ein
normal verdienender Mensch nicht unbedingt parat.

Ja und, wenn ein Arbeitnehmer aber weniger hat als ein Sozialgeldempfänger, müsste er doch aufstockende Sozialhilfe beantragen können? Ein normal (durchschnittlich) verdienender Mensch hat allerdings immer noch mehr Geld als der Sozialhilfeempfänger, auch wenn er einmal im Jahr mehrere tausend Euro für Zahnersatz bezahlt.

Es ging mir darum herauszustellen, dass es das eigentlich nicht geben kann, dass ein Arbeitnehmer weniger Geld hat als ein Sozialgeldempfänger, außer er verzichtet auf seine Ansprüche.

Mit Verlaub, dann liegt der Fehler aber nicht an mangelndem
Geld sondern am falschen Wirtschaften. Mit den mir bekannten
Sätzen kann man, wenn auch sicherlich nicht bequem, einen
kompletten Monat Essen und hat auch noch die 3,33 für den Arzt
übrig.

Du weißt aber, dass von diesen Sätzen auch Kleidung, u. U. Medikamente, eventuelle notwendige größere Anschaffungen wie z. B. ein neuer Kühlschrank usw. bezahlt werden müssen?

Wie häufig Du den Arzt wechselst, ist unerheblich, solange es
im selben Quartal ist. Allerdings frage ich mich auch, wie
häufig dieser Fall eingetreten ist.

Ich habe leider schon öfters erlebt, dass Ärzte überhaupt keine richtige Diagnose stellen. Die geben einem dann natürlich auch keine Überweisung zu einem Arzt der gleichen Fachrichtung. Ich habe es einfach schon sehr oft erlebt, dass ein Arzt sich nicht auskannte und rumexperimentiert hat oder einfach behauptet, es sei was Psychisches, und dass ich von Arzt zu Arzt musste, bis mal einer eine richtige Diagnose gestellt hatte.

Das soll es aber gewesen sein, sonst sollten wir besser in
Plauderbrett.

Wieso denn? Zumindest der erste Absatz entspricht dem Thema.

Viele Grüße
Simsy

Jetzt hat mir
jemand gesagt, dass Sozialhilfeempfänger die Zähne vom
Sozialamt gezahlt bekommen.
Stimmt das oder ist das wieder so ein Vorurteil?

Nein, das stimmt nicht.

Gruß
Nelly