Hilfebedürftige 19-Jährige und Rausschmiss

Hallo!

Ich habe mal eine Frage und zwar wie ist das:

Person A hat kein Hartz IV weil ihre Mutter Witwenrente bekommt. Sie ist gerade 19 Jahre geworden, macht den Zirkus schon 3 Jahre mit und kann einfach nicht mehr. Sie ist mit den Nerven am Ende.

Person A hat gar nichts. Bekommt auch nichts von der Mutter. Ihre Mutter will sie unbedingt raushaben, hat sie auch schon rausgeschmissen.
Mutter schlägt, beleidigt Person A. Aber alle meint sich braucht beweisen nur woher?

Angenommen, Person A war auch schon paar Mal auf dem Jugendamt, bei Rechtsanwalt und Beartungsstelle. Weiter angenommen, dort wusste entweder niemand, was Person A in ihrer Situation machen könnte, oder A wurde als Lügner hingestellt, dass die Lage gar nicht so wäre.

Die Mutter hat A auch rausgeschmissen, und A wohnt nun bei ihrer Oma (85 Jahre; möchte auch gern mal ihre Ruhe).

Person A war schon ein paar Mal auf dem Amt, wird aber immer wieder abgelehnt. Sie bekommt kein Hartz IV, weil die Mutter zu viel hat (ca. 1200 Euro). Und eine Wohnung hat A ja auch nicht.

Was könnte Person A da machen, wo sie es doch zu Hause nicht mehr aushält.
Manchmal denke ich wirklich, es gäbe für A nur die Möglichkeit, schwanger zu werden – oder sie kommt dort nie raus…

MOD: Titel und Text aus Archiv-, „gewissen FAQ-“ und Verständnisgründen (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Absätze) - soweit ich die Logik nachvollziehen konnte - abgeändert.

Schwangerschaft ist keine Lösung!
Hallo Candy,
rechtlich gesehen, kann ich Dir keine ausreichende Antwort geben.
Aufgrund Deiner emotionalen Schilderung ist mein Eindruck, dass Deine Frage in der gewählten Formulierung eventuell auch in einem anderen Brett besser aufgehoben gewesen.
Trotzdem möchte ich Stellung beziehen.
Und zwar hierzu:

Manchmal denke ich wirklich, es gäbe für A nur die Möglichkeit, schwanger zu werden – oder sie kommt dort nie raus…

Und genau darauf muss ich „A“ antworten:
Das ist in keinem Fall eine Lösung!

Ein Kind darf nicht als Lösungsweg missbraucht werden, es löst nicht „As“ Problem, sondern es schafft einen neuen Teufelskreis!

Viele junge Frauen und Mädchen in ähnlichen Lebenssituationen, wie Du es beschreibst, werden schwanger.
Sie sehen das als Möglichkeit, endlich aus den belasteten Lebensverhältnissen herauszukommen, unter denen sie sehr leiden.

Diese Entscheidung, ob bewusst oder eher unbewusst getroffen, löst aber nicht das bestehende Problem, sondern schafft mehrere neue:
Wie wird eine gute Versorgung des Kindes gewährleistet?
Wie soll dieses Kind sich bei einer derart psychisch belasteten Mutter gesund entwickeln können?
Was ist mit dem zukünftigen Vater des Kindes?
Wird er nur zur Zeugung benutzt (?) - da findet sich ja schnell jemand - und was ist dann?
Damit übernimmt die werdende Mutter eine Verantwortung, die sie aufgrund ihrer momentanen Überforderungssituation nicht überblicken kann.

Ein Kind sollte gewollt in die Welt gesetzt werden, möglichst mit Mutter und Vater, die sich gemeinsam für ein Kind und eine gemeinsame Zukunft als Eltern entscheiden, und nicht als vermeintlicher Rettungsanker für die Notsituation einer jungen Frau.

„A“ täte sich selbst und dem Kind keinen Gefallen.
Kinder, die aus solchen Überlegungen in die Welt gesetzt werden, haben in der Regel kaum eine Chance.
Pflegefamilie, Kinderheim ist dann in der Regel die tatsächliche „Lösung“, die das Wohl des Kindes (zumindest halbwegs) sichern kann.
Aber:
Bis ein Kind das Glück hat, dort aufgenommen zu werden, hat es in der Regel in einer Familiensituation, die Du beschreibst, derart viel ertragen müssen, dass es für sein Leben geprägt ist.
Dies aufzufangen und zu heilen zu versuchen, ist ein steiniger Weg.
Wie man sich in solchen Situationen fühlt, weiß „A“ nur zu gut aus eigener Erfahrung…

Deshalb würde ich „A“ dringlich bitten, sich ein Kind als Lösung IHRER Probleme bitte ganz schnell aus dem Kopf zu schlagen.
„A“ würde später sicher ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber dem Kind haben, und damit ginge es „A“ nicht besser, sondern schlechter.

Ich kann „A“ nur Folgendes raten:
Leider weiß ich nicht, aus welchem Bundesland „A“ hier kommen könnte, aber es gibt überall Beratungsstellen der Kirchen, Caritas, AWO, Pro Familia, Diakonisches Werk, etc.
Dort bekäme „A“ Hilfe (o.g. Angebote sind kostenlos), oft ist auch anonyme Hilfe möglich.

Auch wenn „A“ schon dort war, würde ich „A“ raten, bitte erneut zum Amt zu gehen.
Vorher sollte „A“ sachlich und einigermaßen geordnet aufschreiben, was zu Hause wirklich los ist, und evtl. jemand Vertrauten mitnehmen.
Am besten eine erwachsene Person, z.B. einen Lehrer, der „A“ kennt und von der geschilderten Familienproblematik wirklich Kenntnis hat.
Sowohl zum Sozi, als auch - und das hielte ich im Fall von „A“ noch für viel dringender - zum Jugendamt.
(Notfalls zu mehreren Sachbearbeitern)

Das Jugendamt ist auch bei 19-Jährigen noch Ansprechpartner, auch wenn es für eine kostenpflichtige Hilfe oft die Zuständigkeit ablehnt.
Es gibt aber auch Hilfen für junge Volljährige (hier mal ein Gesetzesauszug: http://www.blja.bayern.de/Aufgaben/HilfenzurErziehun…).
„A“ könnte sich übrigens auch an den Pflegekinderdienst wenden, dort um eine Beratung bitten, dann wird der vermeintliche und vermeidbare „Lösungsweg Kind“ sicher ganz schnell verschwinden…

Ich wünsche der fiktiven „A“ viel Mut und Kraft; es wird sich eine echte Lösung finden, dessen bin ich mir sicher.
Gruß, Finjen

MOD: Titel und Text aus Archiv- und „gewissen FAQ-“Gründen abgeändert.

Person A hat gar nichts. Bekommt auch nichts von der Mutter.

Was macht Person A denn? Schule? Arbeiten? Ok, während der Schule hat man kein Einkommen, aber wenn Person A einfach arbeiten geht, sieht das anders aus.

Was könnte Person A da machen, wo sie es doch zu Hause nicht
mehr aushält.
Manchmal denke ich wirklich, es gäbe für A nur die
Möglichkeit, schwanger zu werden – oder sie kommt dort nie
raus…

Um Gotten Willen, möchte A dann die nächsten Jahre abhängig vom Staat bleiben? Was kann A dem Kind denn bieten außer einer kaputten Familie?

MOD: Titel aus Archiv- und „gewissen FAQ-“Gründen abgeändert (s.a. Ursprungsposting).

Hallo candy,

also erstmal würde ich der Person A raten, ruhig Blut zu bewahren. Das ist schwierig, ich weiss, aber alles andere macht ihre Situation nur noch schlimmer. Und dann kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen: Eine Schwangerschaft ist sicherlich keine Lösung.

Was ich an Person As Stellen machen würde, wäre, mich an jemanden zu wenden, dem ich vertraue. Das kann ein (ehemaliger) Lehrer sein, ein Pfarrer, ein älterer Verwandter (Onkel?) - zu wem A eben Vertrauen hat.

Wichtig ist aber vor allem, dass sich A überlegt, was sie denn weiter machen möchte. So wie Du hier schreibst, hat A kein Einkommen. Warum nicht? Geht sie noch zur Schule? Oder ist sie arbeitslos? Wenn sie arbeitslos ist, soll sie unbedingt so schnell wie möglich auf ihr Arbeitsamt gehen. Nicht in erster Linie wegen Geld, sondern um einen Job oder eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Mir scheint, dass A diesbezüglich schon ein wenig resigniert hat - und dazu ist’s mit 19 Jahren definitiv noch zu früh! Das heißt, hier kann ihr das Arbeitsamt helfen, vielleicht erstmal einen 400-Euro-Job zu bekommen, um wenigstens an etwas Geld zu kommen. Außerdem unterstüzt das Arbeitsamt gerade jüngere Leute sehr intensiv bei der Arbeits-/Ausbildungsplatzsuche. Diese Angebote muss A unbedingt annehmen!
Natürlich muss der Person A auch klar sein, dass sie sich auch selber intensiv um einen Job bemühen muss. Allerdings scheint mir der Leidensdruck durch das angespannte Verhältnis zur Mutter doch recht hoch zu sein, so dass es hier sicherlich Motivation gibt.

Wegen der Beweise: Da ist’s eine gute Möglichkeit, wenn A die Vorfälle (Beleidigungen, Rausschmiss, etc.) in eine Art Tagebuch aufschreibt. Also sowas wie „35.5.07 23:50 Uhr: Mutter alkoholisiert, im Rausch Tochter krankenhausreif geschlagen“ oder so. Ansonsten sind auch Zeugen (Nachbarn, Besucher, etc.) immer eine gute Möglichkeit - das einfach auch ins Tagebuch eintragen. („Zeuge: Nachbar Herr Maier“).

*wink* und alles Gute für A

Petzi

MOD: Titel aus Archiv- und „gewissen FAQ-“Gründen abgeändert (s.a. Ursprungsposting).

Die Nummer gegen Kummer anrufen!
Hallo!

http://www.kinderundjugendtelefon.de/
0800 1110333

Anonym, kostenlos und unverbindlich!
Da sind ausgebildete Leute am Telefon, hoffentlich ist nicht immer besetzt!

Egal wie, die Mutter ist sorgepflichtig und muss ihr irgendwie den Unterhalt finanzieren. Zunächst ist sie zwar nicht verpflichtet, Geld zu geben, Naturalien (Dach überm Kopf, Klamotten, Fressen) reicht erstmal.

Mutter schlägt, beleidigt Person A. Aber alle meint sich
braucht beweisen nur woher?

Da ist ja dann das Problem.
Tagebuch führen - wurde ja schon gesagt.

Aber wenn A bei der Oma wohnt, dann muss die Mutter an die Oma irgendwas zahlen. Allerdings müsste die Oma dann kooperieren, und das kann schon in Arbeit ausarten.

Angenommen, Person A war auch schon paar Mal auf dem
Jugendamt, bei Rechtsanwalt und Beartungsstelle. Weiter
angenommen, dort wusste entweder niemand, was Person A in
ihrer Situation machen könnte, oder A wurde als Lügner
hingestellt, dass die Lage gar nicht so wäre.

Wie schon jemand anderes sagte: Nicht lockerlassen, immer wieder hingehen, mit dem Vorgesetzten reden, nicht mehr weggehen.
Am besten bei der Nummer gegen Kummer fragen, was die dazu meinen.

Manchmal denke ich wirklich, es gäbe für A nur die
Möglichkeit, schwanger zu werden – oder sie kommt dort nie
raus…

Mannomann, muss ja schlimm sein …

Viele Grüße
Simsy