Wieviel Zeit kostet das Arbeitsamt?

Guten Tag,

Meine Name ist Tommy und ich bin bei der Arge Job-Center Bremerhaven als selbstständiger gemeldet.
Am 24.04.09 ging mein Antrag auf Hilfe zum Lebensunterhalt ein und ich bin regelrecht enttäuscht, sodass ich meine weitere Selbstständigkeit erwäge nicht mehr duchzuführen.

Grund hierfür:

  • Jedes mal, wenn ich hier das Amt betrete, freue ich mich schon auf die Abwechslung.
    Alle mir bisher mitgeteilten Sachverstände und die von mir zu erbringenden Unterlagen sind immer neu!
    Es hat etwa 2 Monate gedauert bis ich Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten habe. Ich wurde mit Unterlagen, die ich vollständig mit gebracht habe, wieder nachhause geschickt, weil wieder etwas fehlte. Es hieß: „ Es wurde Ihnen telefonisch mitgeteilt!“ ( 4 Termine )

Ein anderes mal habe ich 2 Kostenvoranschläge für einen Umzugstransporter eingereicht ( Umzug war bereits genehmigt ), die laut Sachbearbeiter zum Genehmigen ausreichen (5. Termin). Auch hier durfte ich das Haus wieder verlassen und zu einem späteren Termin kommen. Später ist eine Wartezeit von Minimum 2 Tage. Ich saß schon auf gepackten Koffern!!!
Zu einem weiteren Termin habe ich 3 Kostenvoranschläge vorgelegt (6. Termin). Mir wurde sofort ein Schriftstück zur Kostenübernahme ausgedruckt und gesagt: „ Reichen sie es beim Unternehmen ein und wir überweisen den Rechnungsbetrag nach Rechnungsstellung. Für mich spielt es natürlich keine Rolle wie es genau abläuft, immerhin wollte ich einfach nur umziehen.
Ich also gleich nachhause und habe beim Transporter Verleih angerufen. Eine nette Frau begrüßte mich am Telefon und ich erklärte Ihr den Sachverhalt, jedoch war die Frau nicht bereit mit der Arge Bremerhaven zusammen zu arbeiten bzw. eine Rechnung an das Arbeitsamt zu stellen. Als Begründung nannte sie schlechte Erfahrungen mit der Arge selbst und nicht mit den Hilfeempfängern. Ich kann mir das Geld auszahlen lassen und direkt beim Unternehmen bezahlen.
Ich habe daraufhin sobald es möglich war bei der Hotline der Arge-Jobcenter Bremerhaven angerufen. Hier habe ich die Info erhalten, dass es der normale Werdegang ist das die Arge-Jobcenter die Rechnungen erhält und überweist. Warum weiß ich dann von unzähligen Fällen in denen der Hilfebedürftige das Geld direkt erhält. Die Telefonistin, die meiner Ansicht auch nicht direkt geschult, sondern lediglich zum Abfertigen am Telefon saß, war eine freundliche junge Frau und hat mir einen Rückruf angeboten innerhalb von 2 Tagen. Den Rückruf habe ich widerwillig angenommen, da ich in meiner Selbstständigkeit auch Termine wahrzunehmen hab.

  • Neben der Hilfe zum Lebensunterhalt habe ich durch Bekannte von einem Gründungszuschuss erfahren.
    Diesen benötige ich auch um mir eine Vollexistenz aufbauen zu können. Der Gründungszuschuss wird als Sachleistung gewährt und beträgt im Maximum 5000,-€.
    Nachdem ich meinen Antrag auf Hilfeleistung eingereicht habe, habe ich sofort einen Termin bei einem Fallmanager in der Jobvermittlung erhalten (7. Termin).
    Den Termin habe ich wahrgenommen und dem Herrn auch gleich mein Anliegen geschildert. Dieser Herr hat mir einen Termin bei einem Spezialisten im Bereich von Selbstständigen gegeben in der Woche drauf. Auch diesen Termin habe ich beruhigt abgewartet und wahrgenommen (8. Termin). Als der Herr mich am Termin rein gebeten hat, hat er mir gleich froh verkündet, dass er mir nicht helfen könne, da ich noch keine Leistungen beziehe und hat mich nach einer 2 minütigen Unterhaltung aufgefordert mir einen Termin geben zu lassen sobald ich Leistungen erhalte.
    Auch hier habe ich es hingenommen und habe gewartet.
    Nach Bewilligung meines Antrags habe ich sofort um einen Termin beim Arbeitsvermittler gebeten. Den habe ich prompt erhalten und habe diesen bei meinem Erstgenannten Arbeitsvermittler wahrgenommen (9. Termin). Wieder wurde mir gesagt, dass ich nicht zu ihm müsse, sondern zu seinem Zweitgenannten Kollegen, obwohl ich perfekt vorbereitet war mit Allen Angeboten für den Zuschuss und zusätzlich ausgestattet mit einem Termin bei der „Begin“ für eine fachkundige Stellungnahme, falls es benötigt wird. Trotzdem gab er mit den Antrag auf Existenzgründungszuschuss, erklärte mir ich könne 5000,- € für Büroausstattung verwenden und 2000,- € für ein Fahrzeug. Zudem habe ich auch sofort einen Termin bei seinem Kollegen erhalten( 10. Termin). Ich habe meine Unterlagen zuhause auf diesen Termin vorbereitet und alle Investitionen auf die komplette Fördersummer angeglichen und meinen Termin bei der Begin abgesagt, da ich keine fachkundige Stellungnahme benötige laut Arbeitsvermittler 1 und 2.
    Ich habe mich sehr über die 2000,- € mehr gefreut, da ich dann fast alle Investitionen abgedeckt habe.
    Freudig habe ich den Termin erwartet. Voller Hoffnung, dass mir die Investitionssumme innerhalb weniger Tage auf meinem Konto eingeht und ich die Selbstständigkeit voll durchstarten kann, bin ich wieder zum 2. Arbeitsvermittler (11. Termin). Dieser hat sich meine Unterlagen angeschaut und mir gleich vorgeworfen, wie ich denn auf 5000,- € + 2000,- € komme. Gleich für den folgenden Tag habe ich einen Termin zur neuen Antragsabgabe erhalten( 12. Termin). Wieder habe ich meine Unterlagen korrigiert und am neuen Termin abgegeben(13. Termin). Er sagte mir es sei innerhalb von 1 bis 2 Wochen bearbeitet und könne schon Ende der folgenden Woche mit dem Geldeingang rechnen. Nur 1 Stunde später hat er mich zuhause angerufen und mir gesagt, dass ich zum Bewilligen eine Fachkundige Stellungnahme meines Businessplans benötige und daraufhin meine Antrag bewilligt werden kann.
    Schön dass ich zuvor schon einen Termin bei einem Existenzgründungsberater abgesagt habe. Nun habe ich bei der AFZ angerufen, die auch Stellungnahmen zum Businessplan abgeben. Hier wurde ich von einem Herren zurück gerufen, der leider nicht zuständig für Existenzgründer ist. Dieser ist im Urlaub und hat noch 2 Wochen vor sich. Ich habe am Telefon um eine Ausweichmöglichkeit gebeten, da ich keine Zeit verlieren möchte. Er gab mir einen Termin in der folgenden Woche, jedoch hat er mir prophezeit es würde einige Zeit bis zur Stellungnahme brauchen. Den jetzt 14. Termin habe ich am 14.07.09., wobei ich nur Termine mit mehr als einer Stunde Dauer zähle.
    Im Schnitt habe ich pro Termin etwa 1,5 Std zuzüglich 0,5 Std An- und Abfahrt gebraucht. Insgesamt sind dies etwa 28 Stunden, die ich in meine Selbstständigkeit investieren hätte können und 3 Monate Verzögerung zur weiteren Ausübung.
    28 Arbeitsstunden mit einem Bruttostundenlohn von 10,- € gerechnet und einer Anfahrtspauschale von 15,- € pro Termin ergeben einen Verlust von 490,- €.
    Dennoch laufen meine Kosten, die ich von meiner Hilfe zum Lebensunterhalt bestreite weiter!!!

Wie wird es in Zukunft ablaufen?
Wie wird meine Zukunft aussehen, wenn dies eine Arbeitsförderung sein soll?
Wie soll ich meine Umsätze planen?

Bitte geben Sie mir eine wirkliche Hilfestellung!!!

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüssen

Tommy

Servus,

Wie wird es in Zukunft ablaufen?

Eigenverantwortlich. Wie das halt so ist, bei Selbständigen.

Wie wird meine Zukunft aussehen, wenn dies eine
Arbeitsförderung sein soll?

Wenn Du nicht Deine Prioritäten ein bissel anders setzt: Mau, fürchte ich.

BTW: Transferleistungen aus irgendwelchen öffentlichen Kassen sollten betriebswirtschaftlich nie als Erträge verplant werden! Sie sind ein „nice to have“, aber ausschlaggebend allenfalls dann, wenn ich für mein sowieso geplantes neues Werk in Horgenbrechtsweiler ein paar Strukturförderbonbons mehr bekomme als in Stoltenhaven.

Schöne Grüße

MM

Moin,

Im Schnitt habe ich pro Termin etwa 1,5 Std zuzüglich 0,5 Std
An- und Abfahrt gebraucht. Insgesamt sind dies etwa 28
Stunden, die ich in meine Selbstständigkeit investieren hätte
können und 3 Monate Verzögerung zur weiteren Ausübung.
28 Arbeitsstunden mit einem Bruttostundenlohn von 10,- €
gerechnet und einer Anfahrtspauschale von 15,- € pro Termin
ergeben einen Verlust von 490,- €.

Statt dessen hast du in ca. 28 Stunden wenn deine Anträge so durchgehen mindestens 7000 Euro ergeiert. Das wäre ein Stundenlohn von 250 Euro pro Stunde! Worüber beschwerst du dich nochmal?

Bitte geben Sie mir eine wirkliche Hilfestellung!!!

Wobei?

Gruß
Marion

So kann man es sehen, wenn man nicht wirtschaftlich denkt oder arbeiten möchte!
Von dem Zuschuss habe ich bis heute nichts erhalten…
Es wird minimum noch 2-3 Wochen dauern.

Um es auch anderen verständlich zu machen, die keinem etwas gönnen und auch kein Verständnis zeigen, möchte ich es anders erläutern.

Bis Februar diesen Jahres habe ich etwa 2000-3000,- € Gewinn erwirtschaftet und aufgrund unglücklicher Umstände ist mein Hauptauftraggeber Insolvenz gegangen und hat bei mir ein grosses Loch an Forderungen hinterlassen. Auch ich bin Insolvent geworden.

Nun möchte ich wieder neu durchstarten und benötige hier Unterstützung.
Vom dem 24.04.09 bis zum 01.09.09 schätze ich den Zeitraum in dem ich Hilfe vom Staat beziehe. Da meine Investitionen in Höhe von 5000,- erst zum 01.08.09 gezahlt werden, benötige ich noch etwa 4 Wochen bis zur Eröffnung.
Es sind ingesamt 130 Tage, die ich vom Staat leben muss.
Jeder Langzeitarbeitslose kostet den deutschen Steuerzahler durchschnittlich 6253 Euro im Jahr und 17,13 € am Tag!
Das mach eine Belastung von 2227,09 €.
In der gleichen Zeit hätte ich einen Umsatz von etwa 13.000,- € in der 2075,63 € lediglich Umsatzsteuer ist.
Somit wächst die Belastung auf 4302,72 € + 5000,- € Zuschuss!
Das ist eine Staatsbelastung, die auch ich wieder ausbaden darf.
Und dabei hätte eine schnelle Bearbeitung dem Staat wieviel gekostet?

Hoi.

Interessant, dieses Geheule auf hohem Niveau.

Hm, wir haben hier die „Soziale“ Marktwirtschaft. D.h, auch, dass der Staat (also wir alle!) bei vielen Sachen Geld gibt und unterstützt. Jetzt wird nicht etwa sich bedankt, dass man überhaupt die Möglichkeit hat, etwas zu bekommen, nö, lieber noch rumnörgeln.

Sicher hast du recht, dass vieles schneller/leichter/besser gehen sollte. Aber sei doch froh, dass du überhaupt was bekommst.

In SuperAmerika und vielen anderen, auch europäischen, Ländern machste Nase! Da kannst sehen, wie du alleine klarkommst. Und wenn du dort bei den Behörden vorsprichst, gibt es auch dort vieeeeel Bürokratie - auch wenn manchmal etwas Schmiere die Sache beschleunigt…

Trotzdem viel Glück und das sich dein Geschäft lohnt.

Ciao
Garrett

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Komisch, dafür, dass du sooo wenig Zeit hast, um die Termine bei der ARGE wahrzunehmen, reicht die Zeit aber gerade noch, um einen ellenlangen Text hier zu verfassen… Prioritäten?

„Es hat etwa 2 Monate gedauert bis ich Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten habe. Ich wurde mit Unterlagen, die ich vollständig mit gebracht habe, wieder nachhause geschickt, weil wieder etwas fehlte.“

Wenn die Unterlangen vollständig gewesen wären, hättest du wohl kaum weiter einreichen müssen!

„Die Telefonistin, die meiner Ansicht auch nicht direkt geschult, sondern lediglich zum Abfertigen am Telefon saß, war eine freundliche junge Frau und hat mir einen Rückruf angeboten innerhalb von 2 Tagen.“

Woher weißt du, inwiefern die Mitarbeiterin „geschult“ ist oder nicht? Durch deine Informationen vom Hören-Sagen?
Wenn du „geschult“ wärst, wüsstest du, dass die Mitarbeiter im Service Center dafür da sind, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten und den Anrufern bei Fragen sofort weiterzuhelfen und sie ansonsten an die zuständige Stelle (ggf. durch Rückrufe) weiterzuleiten.

Man sollte auch mal überlegen, dass man auch mal was leisten muss (z.B. Termine wahrnehmen), wenn man im Gegenzug etwas erhalten will… Im Übrigen sprichst du von unterschiedlichen Leistungen (u.A. Umzugskostenbeihilfe, GZ)… Wie sollen diverse Leistungen in einem Termin beantragt und bewilligt werden?
Für konstruktive Lösungen werden sicher sowohl Agentur als auch ARGE dankbar sein, da sie so immense Personalkosten einsparen können…

Bleibt zum Schluss nur zu sagen: Erst denken, dann tippen…