Re: recht aktueller Testbericht
Hi, hab das auf
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1...
gefunden.
Ich habe vor zwei Wochen mal die RC1 auf meinem Testrechner
(p4-3,06GHz, 1GB DDR33-RAM, Geforce4 Ti4600, 2x 120GB HD)
ausprobiert. Ich bin teilweise vom Standpunkt eines "Ich weiß
nix von
PC, benutze den wie nen Fernseher"-Typen, aber auch mit meinen
Vorkenntnissen vom Mac, Linux und XP rangegangen.
Die Installation ging leicht von der Hand, leider hat Vista
den
Promise SATA-RAID-Controller des ASUS P4PE-Boards nicht
erkannt. Ich
habe IDE-Festplatten drin, also sollte das mein Problem nicht
sein.
Wenigstens verlangt Vista nicht mehr zwingend eine Diskette
zur
Installation des Treibers, sondern nimmt auch andere Medien
an. In
Zeiten, in denen Diskettenlaufwerke "pretty much obsolete"
sind,
wurde das auch Zeit, das hätte schon Windows 2000 so haben
sollen. Ob
USB-Sticks funktionieren, habe ich mangels eines solchen Dings
nicht
ausprobiert.
Die Installation war in etwa 40 Minuten getan, hab nicht auf
die Uhr
geschaut, aber es muss so die Größenordnung gewesen sein bis
zum
ersten Neustart.
Es musste ein User angelegt werden. Dieser Dialog war
selbsterklärend, erinnert etwas an den ersten Start von OSX.
Ich
hatte dies getan, und schon begrüßte mich der von XP bekannte
Nag-Screen, genannt hier "Willkommenscenter". Nachdem dies
abgestellt
war, stellte ich fest: Es fehlen Treiber für RAID-Controller,
Sound
und Netzwerk. Und hier der erste Punkt, an dem Otto Normal mit
nur
einem PC scheitern würde, die Treiber-CDs zu meinem Board
haben
jedenfalls nicht funktioniert (klar, ist ja auch von 2003).
Die
Grafikkarte lief nur mit MS' eigenem Treiber und da die 4600
noch
kein DX9 unterstützt, musste ich auf Aero Glass verzichten.
Also
flugs auf meinem Mac den nVidia-Treiber für Vista und von ASUS
die
Treiber für RAID, Sound und Netzwerk für Windows XP
runtergeladen und
auf CD-RW gebrannt. Einfach mal probieren, ob es geht.
Die Treiberinstallation ist nicht anders als bei XP, nur dass
man
zigmal einen Nagscreen wegklicken muss, wenn das
Installationsprogramm im System rumbastelt. Gut gemeint, aber
durch
die Nervigkeit wird der typische Wurmschleuderbetreiber das
Ding bald
ungelesen wegklicken. Besser finde ich es da wie bei Linux
oder OSX,
wo man am Anfang sein Passwort eingeben muss und dann nicht
mehr
genervt wird. Das hätten sie auch so lösen können. Der
Soundtreiber
meldete dabei, dass das verwendete Betriebssystem nicht
unterstützt
wird und brach ab, Vista startete es danach automatisch im
XP-Kompatibilitätsmodus. Nett, und dann wurde der Treiber auch
ohne
Murren und Knurren installiert. Die Reboot-Aufforderungen
klickte ich
erstmal so weg und startete erst nach der Installation aller
Treiber
neu. Und hier das nächste Problem.
Nach dem Anmelden bekam ich ten lauten
"KLANK"-Fehlermeldungssound
und ich stak beim Willkommensbildschirm fest, nichts ging
mehr. Druck
auf Ctrl-Alt-Del und Einblenden des Task Managers zeigte mir,
dass es
am Soundtreiber lag und er eine Fehlermeldung hinter dem
Willkommensbildschirm zeigte, an die ich aber nicht rankam und
die
Kiste so hing. Er mokierte, dass kein AC97-Codec gefunden
wurde.
Ansonsten funktionierte aber alles gut. Also erstmal Updates
gezogen
und nochmal neu gestartet, komischerweise blieb die
AC97-Fehlermeldung nun aus. Allerdings wurde das Control Panel
des
Soundchips nicht gestartet, da ich es erst einmal explizit
erlauben
musste. Ich denke, Mr. PC-wie-Fernseher-Benutzer hat auch hier
seine
liebe Not, wenn das neueste Stück "einfach wahllos aus dem
Regal
gegriffene" Billig-Hardware da deswegen seinen Dienst versagt.
Es war nun also gut anderthalb Stunde rum und das System stand
so
weit. Was mir gleich als erstes auffiel, war die Sidebar.
Scheinbar
geht MS davon aus, dass jeder PC-Benutzer einen Monitor mit
1920x1200
Pixeln hat, so viel Platz nimmt sie weg. Dies war das erste,
was ich
deaktivierte, denn der Monitor, den ich an der Testkiste
verwende,
schafft lediglich 1280x1024. Das Startmenü, hier scheiden sich
die
Geister. Es ist schon durchdacht angelegt, wer vom Mac kommt,
findet
sich zurecht, ist es doch ein wenig wie die linke Sidebar in
Finder-Fenstern organisiert. Also kann ich beginnen, mit dem
Rechner
was anzustellen.
Was macht Otto-Normal mit dem PC? "Bissel was schreiben", "Ins
Internet gehen", "Meine Digitalfotos machen", "Musik hören",
"Filme
gucken" und spielen. Ich behandle dies jetzt der Reihe nach.
* "Bissel was schreiben"
Office 2007 habe ich nicht runtergeladen, mit DSL 1000 ist mir
das
alles etwas zu strapaziös gewesen. Ich nahm stattdessen eine
Windows-Version von OpenOffice 2, da ich noch eine PROOo-Box
herumliegen hatte. Da brauche ich nichts weiter drüber zu
schreiben,
das ging alles problemlos vonstatten. Und da ich kein
OpenOffice-Review hier mache, lasse ich das auch jetzt aus.
* "Meine Digitalfotos machen"
Die Microsoft-Fotogalerie bietet das, was man erwartet. Als
eine
Mischung eines Google-Picasa-, digiKam- und iPhoto-Ripoffs ist
sie
einfach zu bedienen und bringt Ordnung in die Fotos. Ich
kopierte von
freigegebenen Ordnern auf meinem Server ein paar Fotos rüber,
dabei
liest das Programm die EXIF-Daten aus und ordnet die Bilder
zunächst
nach Datum, fein säuberlich getrennt nach Tag, Monat, Jahr.
Die von
iPhoto bekannten Alben gibt es natürich auch, genauso wie
einfache
Bearbeitungsfunktionen. Nichts besonderes, aber für den
Heim-Fotografen völlig ausreichend.
* "Ins Internet gehen"
Der IE7. Viel wurde bisher darüber debattiert, endlich
probiere ich
ihn auch einmal aus. Was sofort auffällt: Er ist kompatibler
zu den
W3C-Standards geworden. Und relativ flott ist er auch. Das
muss man
ihm lassen. Zusammen mit der Funktion der Tabs ist es ein ganz
ordentlicher "bare bones" Browser ohne viel Schnickschnack,
der seine
Aufgabe zufriedenstellend erfüllt. Nichts besonderes, aber
auch nicht
wirklich schlecht. Ich bevorzuge trotzdem Firefox wegen
Linkification, Plain Text Links, Adblock und DownThemAll. Otto
Normal
wird aber mit dem IE7 wenig Probleme haben und einige
Win-Trolle
werden wohl Recht haben, dass durch Vista/IE7 der IE wieder
leicht
Aufschwung im Browsermarkt bekommt, denn viele Otto-Normals
vergessen
schnell und geben MS "noch eine Chance".
* "Musik hören", "Filme gucken"
Als ich den Mediaplayer 11 das erste mal öffnete, dachte ich
sofort
"Wow, iTunes von MS". Man hat hier wirklich total von iTunes
und
amaroK abgeschaut. Die Steuerung ist unten statt links oben,
aber man
hat eine iTunes-artige Übersicht nach Interpret, Album oder
Playlist.
Auch die von iTunes 7 bekannte Cover-Auflistung ist enthalten.
Das
Importieren einer vorhandenen Sammlung dauert etwas, aber das
kommt
auch davon, dass sie sich auf einem Samba-Share mit
100MBit-Anbindung
befindet. Alles in allem ist der MP11 auch ganz solide zum
Musik
hören, mehr aber auch nicht.
Die Filmseite ist etwas anders. MPEG-2-Decoder ist diesmal mit
an
Bord, so konnte ich meine TV-Aufnahmen vom VDR problemlos
abspielen.
Allerdings hat der MP11 Probleme mit MPEG-4-Arten. Ich
probierte eine
Videodatei im xVid-Format abzuspielen (auch viele Otto-Normals
nutzen
P2P und werden irgendwann so eine Datei zwischen die Finger
bekommen), was er mir mit einem bildschönen Absturz
quittierte. Dies
machte auch eine Installation des K-Lite Codec Pak nicht
besser.
Lediglich VLC vermochte es dann, diese Datei abzuspielen.
Unter XP
funktionierte sie jedoch ohne Probleme.
Und last but not least habe ich mir das besondere Schmankerl
zum
Schluss aufgehoben:
* Das Mediacenter.
Windows Mediacenter muss sich mittlerweile gegen viele
kostenlose und
kostenpflichtige Konkurrenzprodukte beweisen. Deshalb unterzog
ich
dieses Programm einem genaueren Test. Eine MCE-Fernbedienung
habe ich
nicht, eine TV-Karte ist in dem Rechner auch nicht verbaut,
deshalb
kein Test der TV-Funktionalitäten.
Der Einstellungsassisent, der nach dem ersten Start erscheint,
ist
einfach handzuhaben und präsentiert in großer, auch auf
TV-Geräten
gut lesbarer Schrift alle zur Einrichtung nötigen Schritte wie
zu
überwachende Verzeichnisse mit Medien,
Lautsprecherkonfiguration,
Bildschirmtyp etc, etc... - Der erste Negativpunkt, der mir
auffiel,
ist, dass man nur komplette Netzwerkshares überwachen kann,
nicht nur
Verzeichnisse innerhalb dieser. So scannte mir Mediacenter
meinen
gesamten \\emeraldas-Share ab, wo eigentlich nur music, video
und
pictures interessant sind. Dies dauerte natürlich EWIG bei
einer
100MBit-Anbindung. Hier schonmal einen fetten Minuspunkt.
Der zweite Minuspunkt geht an die Aufmachung. Optisch sieht
Mediacenter zwar sehr ansprechend aus, aber die
Menü-Organisation mit
den animierten "Filmstreifen" finde ich mehr als
unübersichtlich. Es
sind einige kostenpflichtige Video-On-Demand-Dienste
eingebunden, mir
würde auch gefallen, hätte man noch Youtube und Google Video
eingebunden.
Der Radiobereich bietet die allseits bekannten
Shoutcast-Webradiosender, oder besser gesagt eine Auswahl
daraus, wie
auch bei iTunes.
Mediacenter ist wohl einzig und allein dafür gedacht,
Innerhalb eines
Heimnetzwerkes verwendet zu werden, als Streamingclient wird
nur die
Xbox 360 unterstützt, was ich etwas dürftig finde. Wenigstens
eine
Unterstützung des Hauppauge MediaMVP und des Showcenters und
kompatibler Geräte wäre doch noch drin gewesen, zumal
letzteres seine
Oberfläche als HTML-Seite bezieht und Inhalte über HTTP
streamt, was
ja relativ einfach realisierbar wäre.
Auch vermisse ich ein Webinterface für die Programmierung von
TV-Aufnahmen, sofern TV-Karte vorhanden und zum Anzeigen von
Statusinformationen sowie evtl. noch Streaming über den
Browser. Wenn
"Open Source-Frickelsoftware", wie die Win-Trolle hier immer
schreiben, so etwas hat, wird der "Weltmarktführer" das doch
mit
Links hinbekommen.
Fazit: Mediacenter hat mich als Ex-MythTV- und jetzt VDR-User
nicht
überzeugt, wie schon die vorherigen Win-MCE-Versionen. Es gibt
genug
kostenfreie Software, die mehr leistet.
Overall Fazit: Vista ist ganz nett, für den
Otto-Normal-Anwender
einfach zu bedienen und schon mit einer Fülle von Dingen
ausgestattet, um gleich loslegen zu können. Andererseits gibt
es
nichts, was den hohen Preis rechtfertigen kann. XP mit ein
wenig
Free- und Shareware bietet den gleichen Funktionsumfang und
auch
optisch das gleiche (Firefox, iTunes, Google Picasa,
Mediaportal,
StyleXP).
Man merkt, wie sehr von anderen Systemen abgeschaut wurde, die
gleiche Funktionen schon länger drin haben, und wie man
versucht, das
ganze wieder als Innovation zu verkaufen.
Vom Standpunkt des reinen Nutzers ein ganz ordentliches
System, aber
zu hardwarehungrig (15% CPU-Load beim verschieben eines
Fensters, 5%
beim Maus bewegen) und zu teuer für die gebotenen Neuerungen.
Dieser kleine Test bestätigt das, was mir auch immer auffällt, wenn ich was über Vista lese:
Da ist alles nur geklaut,
das ist alles gar nicht meins...
> Es musste ein User angelegt werden. Dieser Dialog war
selbsterklärend, ERI9NNERT ETWAS AN DEN START VON OS X. <
> BESSER FINDE ICH ES DA WIE BEI LINUX ODER OS X,
wo man am Anfang sein Passwort eingeben muss und dann nicht mehr
genervt wird. Das hätten sie auch so lösen können. <
> Das Startmenü, ... Es ist schon durchdacht angelegt, WER VOM MAC KOMMT, FINDET SICH ZURECHT, ist es doch ein wenig wie die linke Sidebar in
Finder-Fenstern organisiert. Also kann ich beginnen, mit dem Rechner <
was anzustellen. <
> DIE VON iPhoto BEKANNTEN ALBEN GIBT ES NATÜRLICH AUCH, genauso wie einfache
Bearbeitungsfunktionen. Nichts besonderes, aber für den
Heim-Fotografen völlig ausreichend. <
> Als ich den Mediaplayer 11 das erste mal öffnete, dachte ich sofort
"WOW, iTUNES VON MS". Man hat hier wirklich total von iTunes und
amaroK abgeschaut. Die Steuerung ist unten statt links oben, aber man
hat eine iTunes-artige Übersicht nach Interpret, Album oder Playlist.
Auch die von iTunes 7 bekannte Cover-Auflistung ist enthalten. <
> MAN MERKT, WIE SEHR VON ANDEREN SYSTEMEN ABGESCHAUT WURDE, DIE GLEICHE FUNKTIONEN SCHON LÄNGER DRIN HABEN UND WIE MAN VERSUCHT, DAS GANZE WIEDER ALS INNOVATION ZU VERKAUFEN <
> denn viele Otto-Normals
vergessen schnell und geben MS "noch eine Chance". <
Da gab´s doch mal so einen Spruch, irgendwas mit Hammelherde...