Re^5: starker Prozessor mit einem leisen Lüfter ge
Hallo T-Bird,
Okay, dann nehme ich den Teil zurueck und gebe zu, dass ich
jetzt auch noch was gelernt habe :)
dazu gibts das Forum ja. :-)
Dass der i7 zB bessere Speicheranbindung hat und die Cache
Verteilung optimiert wurde wusste ich ja, aber ich nahm an,
dass ein Hertz fuer eine Operation pro Sekunde steht. Okay,
lag ich da falsch.
Jepp. Hertz ist einfach nur eine Frequenz, also eine Anzahl von Schwingungen (Ereignissen) pro Sekunde (1/s). Wenn ein Prozessor mit 3 GHz getaktet ist, bekommt er 3 Milliarden mal in der Sekunde die Gelegenheit, etwas zu tun (Daten zu verrechnen und rumzuschieben). Was und wieviel er aber dabei jedesmal tut, hängt von seiner Architektur ab.
Dazu zählt z.B., wieviele 'Rechenwerke' (ALUs, FPUs) jeder Prozessorkern besitzt und wie schnell und effizient diese intern arbeiten. Gewisse Bereiche innerhalb der CPU können nämlich durchaus schneller getaktet sein, als die CPU insgesamt (schon beim P4 arbeitete die ALU mit doppelter Taktrate). Der Core2 und der neue Core i7 können zudem u.U. sogar noch mehrere Befehle 'verschmelzen' und in einem Takt auf einem 'Rechenwerk' gemeinsam ausführen (Macro-Op Fusion). Und ganz wichtig ist natürlich auch noch, wie gut die Rechenwerke des Prozessors ausgelastet werden, denn wenn sie nur jeden dritten Takt Daten zum verrechnen kriegen, arbeiten sie nur mit 30% Effizient. Hier spielt die ganze Cacheverwaltung, die Genauigkeit der Sprungvorhersagen und das Pipelining mit rein und da lag eine der beiden großen Schwachstellen des Pentium 4.
Bei gleicher Architektur sind zwei Prozessoren also schon (in einem gewissen Taktbereich) miteinander vergleichbar - ein Pentium 4 Northwood mit 3 GHz ist immer schneller, als ein Pentium 4 Northwood mit 2,6 GHz. Aber ein Vergleich unterschiedlicher Prozessoren anhand der Taktrate geht nicht. Hier muss man als zweites Bewertungskriterium die IPC (Instructions per Cycle) heranziehen. Dieser Wert gibt die Effizienz an, also wieviele Rechenoperationen ein Prozessor pro Arbeitstakt schafft. Diese war z.B. beim damaligen Pentium 4 - Konkurrenten AMD Athlon 64 50% höher und beim nachfolger Core2 (je Kern) sogar doppelt so hoch. Ein Core2 - Prozessor arbeitet also mit 1,5 GHz schon so etwa schnell, wie ein DualCore-Pentium 4 (aka Pentium D) mit 3 GHz. Die IPC des Core i7 ist noch einmal 20 - 30% höher, der würde den 3 GHz - Pentium 4 bei Verwendung geeigneter Software schon mit 1,2 - 1,3 GHz knacken (mit einem Kern :-). Da hat sich schon irre was getan die letzten Jahre...
Viele Grüße, Jesse