Hallo.
ein Bekannter verkauft seinen Spiele PC:
ASUS A8N-SLI Premium, AMD Athlon 64 X2 4200+; Zalman Cu
Kühler; 4 x 512 MB DDR 400 PC3200 RAM (welche Marke, weiß ich
nicht); Grafikkarte: Sapphire X1950 PRO 256 MB PCI-E; 80 GB
Western Digital SATA FP(Modell weiß ich auch nicht), genauso
wenig weiß ich, welches Modell die 320 GB große 2. FP von
Samsung ist; 500 Watt NT Xilence, 1 Floppy und 1 DVD-Brenner
Der Rechner an sich ist von den 'Innereien' ganz in Ordnung, soweit das angegeben ist. Vor 3 Jahren war das meiste davon noch oberes Preissegment. Kleiner Kritikpunkt aus meiner Sicht ist der laute und defektanfällige Lüfterquirl auf dem Board. Nur das Netzteil taugt gar nix, ist eher gefährliche Billigware, möglicherweise ist die Gehäusequalität entsprechend.
Das Problem mit der Kiste ist, dass du dir damit das an den Hals holst, was du eigentlich vermeiden wolltest: Das Teil ist veraltet und du kannst es nicht mehr aufrüsten. Das Mainboard basiert auf dem Sockel 939 mit DDR-RAM, den gibts schon zwei Jahre nicht mehr. Ergo: Schon lange keine CPU-Unterstützung mehr und es ist auch schon fast das stärkste Exemplar drinnen. Für Spiele ist diese CPU schon sehr grenzwertig, für die meisten anderen Sachen ist sie allerdings noch ausreichend. Den RAM kannst du beim nächsten Hardwareupgrade auch wegschmeißen, DDR1 gibts nicht mehr. Der neuere DDR2-RAM liegt derzeit bei <30 EUR für 2 GB.
Die Grafikkarte hatte ich bis vor 1,5 Jahren auch noch im PC, sie ist eindeutig als Spielekarte konzipiert und hat einen vergleichsweise lauten Lüfter. War sonst eine gute Karte, die Spieleleistung war vor zwei Jahren noch Mittelklasse und alles, was unter Windows XP spielbar ist, sollte mit Abstrichen auch heut noch irgendwie damit laufen (sofern es nicht CPU-limitiert ist). Für Windows Vista und DirectX10-Spiele ist sie allerdings nicht geeignet, da sie DirectX10 nicht beherrscht und auch zu wenig Leistung hat. Aktuelle Mittelklassekarten für 80 - 100 EUR haben schon mehr als die doppelte Rohleistung.
Also ich kann gut verstehen, warum der Bekannte den Rechner loswerden will, er ist mittlerweile als Spielerechner grenzwertig bis zu schwach und nicht mehr sinnvoll aufrüstbar. Daher trotz der überwiegend ordentlichen Hardware eher ein zweischneidiges Schwert. Wenn dein Sohn damit halbwegs aktuelle 3D-Spiele spielen will, kommt er mit der Kiste jetzt schon ans Limit.
Preis ist VHS. Was müsste ich dafür berappen, bzw. was soll
ich für ihn bezahlen?
Das ist schwierig so sagen, da sich Hardware in unseren Zeiten so unheimlich schnell weiterentwickelt und dementsprechend inflationär an Wert verliert. Wenn ein Rechner um die 3 Jahre alt ist, ist er nicht mehr sinnvoll aufrüstbar und damit eigentlich veraltet und nix mehr wert, selbst wenn er noch technisch okay und brauchbar ist.
Angesichts der Tatsache, dass dieselbe Leistung in einem Komplett-PC für unter 400 EUR zu haben ist und der PC schon einige Jahre alt ist, würde ich den Basispreis bei 200 EUR ansetzen. Dann kommt wegen der fehlenden Aufrüstbarkeit noch mal ein frei wählbarer Inflationsabzug hinzu. Ich denke, mehr als 100 - 150 EUR würde ich nicht bezahlen.
Wenn dein Bekannter den PC zerlegen und die Komponenten auf eBay verkaufen würde, könnte er wiederum noch deutlich mehr erzielen, weil bei Einzelkomponenten die nachfrage höher ist - auch so ein Kuriosum.
Wenn der Rechner für deinen Sohn überwiegend zum arbeiten gedacht ist, wäre der Rechner zwar noch ganz ordentlich, aber ist vergleichsweise stromhungrig und laut. Für ca. 350 EUR liese sich mit aktuellen Komponenten ein halbwegs ordentlicher Büro-PC zusammenstellen, der bei halbem Stromverbrauch alle üblichen Arbeiten mindestens 50% flotter erledigt. Der hätte dann erstmal OnBoard-Grafik, eine zeitgemäße Grafikkarte könnte man allerdings bei Bedarf für 100 EUR nachrüsten.
LG Jesse