Warnsymbole - Warnung wovor?

Von: , Frage gestellt am Di, 19. Jun 2012
Hi,

kann mir freundlicherweise jemand folgenden Text verständlich machen? Was bedeuten die Warnhinweise bezüglich naturreiner ätherischer Öle?

Danke und ciao,
Romana

"Warnhinweis: Gemäß der EU-Kennzeichnungsrichtlinie 67/548 EWG und der Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG (zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) sind unsere 100%-igen naturreinen ätherischen Öle gemäß GefStoffV mit den entsprechenden Warnsymbolen und R- und S-Sätzen deklariert."

57 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von (abgemeldet) nach 56 Minuten 2 hilfreich
    Re: Warnsymbole - Warnung wovor?
    Hallo!

    Das bedeutet zwischen den Zeilen:

    "Man zwingt uns dazu, unsere Produkte mit Warnhinweisen zu versehen, unabhängig davon, ob das sinnvoll ist oder nicht."

    Wovor genau gewarnt wird, kann ich Dir nicht sagen, weil Du die R- und S-Sätze nicht gepostet hast. Es handelt sich dabei um genormte Gefahrenhinweise. Siehe hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/R-_und_S-S%C3%A4tze

    Michael
    • Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Warnsymbole - Warnung wovor?
      Hi,

      tja, nur was wenn es stimmt?

      Werde mal bei den Händlern direkt nachfragen.

      Nachdem ich mal nur in kleinerer Menge ätherische Öle benötigte, orderte ich sie von einer anderen Adresse. Zu meinem Erstaunen stand dann "feuergefährlich" drauf und war ein Totenkopf aufgemalt. Mir leuchtet bis heute nicht ein, was das mit reinen ätherischen Ölen zu tun haben soll.

      Ätherische Öle sind ja nicht nur was für die Duftlampe sondern finden auch Verwendung bei Reinigung, Kosmetika, Essen, Gesundheit...

      Beispielsweise soll Teebaumöl bei einigem auf Jahre hinweg schon für keinen weiteren Schimmelbefall gesorgt haben und es hieß, Schimmel könne man mit Teebaumöl auf Dauer loswerden. Und man könne einige Tropfen in die Wandfarbe gleich mischen, was ich tun werde. Mit Essig klappte es in der alten Wohnung zwar auch, doch abgesehen davon, dass Essig "stinkt", trocknet er auch die Hände sehr aus.

      Von Thema abgekommen bin. Dann frage ich mal nach.

      Danke und ciao,

      Romana
      • Antwort von (abgemeldet) nach 11 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Warnsymbole - Warnung wovor?
        Hallo!

        Ich glaubte, dass ich genau das erklärt hatte: Rechtliche Bestimmungen zwingen den Produzenten auf Gefahren hinzuweisen, die vielleicht gar nicht relevant sind. Wenn eine Substanz nur tropfenweise verwendet wird, ist es ziemlich egal, ob sie feuergefährlich ist oder nicht. Nachdem ich mal nur in kleinerer Menge ätherische Öle
        benötigte, orderte ich sie von einer anderen Adresse. Zu
        meinem Erstaunen stand dann "feuergefährlich" drauf und war
        ein Totenkopf aufgemalt. Mir leuchtet bis heute nicht ein, was
        das mit reinen ätherischen Ölen zu tun haben soll.

        Ätherische Öle sind ja nicht nur was für die Duftlampe sondern
        finden auch Verwendung bei Reinigung, Kosmetika, Essen,
        Gesundheit...
        Erlaube mir folgende Bemerkungen:

        1) Die Eigenschaften einer Substanz (insbesondere die Gefahren, die von ihr ausgehen) hängen nicht von der Art der Verwendung ab. Natronlauge ist ätzend und wird trotzdem zur Herstellung von Laugenbrezeln verwendet.

        2) Dass eine Substanz "natürlich" oder "naturrein" ist, sagt überhaupt nichts über ihre Gefährlichkeit aus. Nicht nur Schlangen, sondern auch andere Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien gehören zu den Produzenten der giftigsten Substanzen, die wir überhaupt kennen! (TTX, das Gift des Kugelfisches, ist z. B. grob geschätzt 1000mal tödlicher als Dioxin - und trotzdem absolut "naturrein")

        Bei Dir klingt das so romantisierend: Ätherische Öle sind "gut", weil sie natürlich sind. Deswegen verstehst Du nicht, warum auf ihnen die gleichen Symbole angebracht sind wie auf den "bösen" Chemikalien.

        Michael
        • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Warnsymbole - Warnung wovor?
          Moin auch, Ich glaubte, dass ich genau das erklärt hatte: Rechtliche
          Bestimmungen zwingen den Produzenten auf Gefahren hinzuweisen,
          die vielleicht gar nicht relevant sind. Wenn eine Substanz nur
          tropfenweise verwendet wird, ist es ziemlich egal, ob sie
          feuergefährlich ist oder nicht.
          Auch ein einzelner brennender Tropfen kann einen Grossbrand ausloesen. Wenn also etwas entsprechend entzuendlich ist gehoert R10/R11 drauf (und frag mich bitte nicht nach dem GHS-Equivalent.) Erlaube mir folgende Bemerkungen:
          bitte 1) Die Eigenschaften einer Substanz (insbesondere die
          Gefahren, die von ihr ausgehen) hängen nicht von der Art der
          Verwendung ab. Natronlauge ist ätzend und wird trotzdem zur
          Herstellung von Laugenbrezeln verwendet.
          Erstens ist das falsch, Laugengebaeck wird keinesfalls mit Natronlauge zubereitet sondern mit Natriumhydrogencarbonat-Loesung (glaube ich jedenfalls). Zweitens widersprichst du dir damit doch selber, weil Natronlauge auf der Brezel eben nicht gefaehrlich ist, wodurch die Anwendung sehr wohl eine Rolle spielt. Schliesslich frage ich mich warum, wenn die Anwendung keine Rolle spielen wuerde, laut EU-Verordnung 1907/2006, landlaeufig REACh genannt, durch Deskriptoren die Gefaehrlichkeit einer Substanz spezifisch zu einer bestimmten Verwendung angegeben werden muessen. Even more, es muss vor zu gefaehrlichen Verwendungen ausdruecklich abgeraten werden. 2) Dass eine Substanz "natürlich" oder "naturrein" ist, sagt
          überhaupt nichts über ihre Gefährlichkeit aus. Nicht nur
          Schlangen, sondern auch andere Tiere, Pflanzen, Pilze und
          Bakterien gehören zu den Produzenten der giftigsten
          Substanzen, die wir überhaupt kennen! (TTX, das Gift des
          Kugelfisches, ist z. B. grob geschätzt 1000mal tödlicher als
          Dioxin - und trotzdem absolut "naturrein")
          Das ist allerdings richtig, Digitoxin, Botulinustoxin, Kegelschneckengift etc. gehoeren mit zu den giftigsten Substanzen obwohl sie naturrein sind. Allerdings sind das keine aetherischen Oele.

          Ralph
          • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
            Laugenbrezeln
            Mahlzeit, Erstens ist das falsch, Laugengebaeck wird keinesfalls mit
            Natronlauge zubereitet sondern mit
            Natriumhydrogencarbonat-Loesung (glaube ich jedenfalls).
            wie sagte mein Prof in Physikalischer Chemie immer so gerne:
            'Glauben können Sie in der Kirche' ;-)

            Ne, Laugenbrezeln werden tatsächlich mit Natronlauge hergestellt, sogar einer ziemlich konzentrierten; so ca. 30 - 35 %ig.

            Das gilt aber für die (halb)industrieelle Produktion. Privatleute können/sollen/müssen besser mit Soda oder Bicarbonat arbeiten. Aber die Berzeln werden längst nicht so 'laugig' wie die mit NaOH produzierten.

            Gandalf
          • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Warnsymbole - Warnung wovor?
            Hallo! Erstens ist das falsch, Laugengebaeck wird keinesfalls mit
            Natronlauge zubereitet sondern mit
            Natriumhydrogencarbonat-Loesung (glaube ich jedenfalls).
            Da irrst du. Zwar kann man für Laugengebäck angeblich auch NaHCO3 verwenden, aber das Ergebnis dürfte zu wünschen übrig lassen. Um das "richtige" Ergebnis zu erzielen, wird man wohl nicht um NaOH (4-5%) nicht herumkommen. Jemand hat hier im Kochbrett sogar mal eine kleine Versuchsreihe dazu durchgeführt (Link: http://www.wer-weiss-was.de/article/1978559). Zweitens widersprichst du dir damit doch selber, weil
            Natronlauge auf der Brezel eben nicht gefaehrlich ist, wodurch
            die Anwendung sehr wohl eine Rolle spielt.
            Die Natronlauge auf der Brezel ist nicht gefährlich, weil sie nach dem Backen doch gar nicht mehr als solche vorliegt, oder sehe ich das falsch?

            Dennoch wirst du mir wohl nicht widersprechen, dass ein mit NaOH-Plätzchen gefüllter Behälter unbedingt die für seinen Inhalt entsprechenden Gefahrenhinweise zu tragen hat, egal ob der nun zum Backen gedacht ist, oder für sonstwas. Und in anderer (lies: gelöster und bereits entsprechend verdünnter) Form dürfte der Bezug von NaOH naturbedingt etwas schwierig sein. Du wirst zuhause also IMMER den Reinstoff rumstehen haben. Schliesslich frage
            ich mich warum, wenn die Anwendung keine Rolle spielen wuerde,
            laut EU-Verordnung 1907/2006, landlaeufig REACh genannt, durch
            Deskriptoren die Gefaehrlichkeit einer Substanz spezifisch zu
            einer bestimmten Verwendung angegeben werden muessen. Even
            more, es muss vor zu gefaehrlichen Verwendungen ausdruecklich
            abgeraten werden.
            Bezogen auf die Ausgangsfrage: Warnhinweise gehören also nicht auf Fläschchen mit ätherischen Ölen, weil man sie nur in geringsten Mengen als Duftöle verwenden soll? Na hurra. Irgendjemand kommt dann bestimmt auf die Idee, das Zeug zu trinken, seine Haut damit einzureiben oder es in einen Inhalator zu füllen, weils ja so gesund, wohltuend und gutriechend ist...

            Gruß
            Stephan
            • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Warnsymbole - Warnung wovor?
              Hi, Bezogen auf die Ausgangsfrage: Warnhinweise gehören also nicht
              auf Fläschchen mit ätherischen Ölen, weil man sie nur in
              geringsten Mengen als Duftöle verwenden soll? Na hurra.
              Irgendjemand kommt dann bestimmt auf die Idee, das Zeug zu
              trinken, seine Haut damit einzureiben oder es in einen
              Inhalator zu füllen, weils ja so gesund, wohltuend und
              gutriechend ist...
              Ätherische Öle finden nicht nur in Duftlampen, sondern auch Kosmetika bzw. gar im Essen Verwendung, wo sie als Gewürze bekannt sind: http://www.imedo.de/group/topics/show/63958-aetheris....

              Und offenbar gibt es bei ätherischen Ölen einfach auch Unterschiede, welche die man inhalieren kann, auf die Haut auftragen kann, innerlich anwenden kann und welche die man am besten gar nicht verwenden sollte.
              Gruß
              Stephan
              Ciao,
              Roomana
            • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
              Re^7: Warnsymbole - Warnung wovor?
              HallO! Ätherische Öle finden nicht nur in Duftlampen, sondern auch
              Kosmetika bzw. gar im Essen Verwendung, wo sie als Gewürze
              bekannt sind:
              http://www.imedo.de/group/topics/show/63958-aetheris....
              Naja, hier gehts aber doch um etwas ganz anderes: nämlich um Zutaten, die ätherische Öle enthalten. Demgegenüber bezog sich deine Ausgangsfrage jedoch auf die entsprechenden Reinstoffe, also auf die isolierten, gereinigten und unverdünnten Öle selbst. Deshalb schrieb ich in meinem Beitrag auch von "Fläschchen". Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Wie bereits von jemand anderem geschrieben, liegen zwischen einem Reinstoff und einer sehr starken Verdünnung (wie das bei Pflanzen eben der Fall ist) in der Regel Welten...

              Gruß
              Stephan
            • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Warnsymbole - Warnung wovor?
              Moin auch,

              ich sehe schon wor meinen alle dasselbe, streiten uns aber um Formulierungen. Da irrst du. Zwar kann man für Laugengebäck angeblich auch
              NaHCO3 verwenden, aber das Ergebnis dürfte zu wünschen übrig
              lassen. Um das "richtige" Ergebnis zu erzielen, wird man wohl
              nicht um NaOH (4-5%) nicht herumkommen.
              Gut. Ich bin ja kein Baecker, schon wieder was gelernt. Die Natronlauge auf der Brezel ist nicht gefährlich, weil sie
              nach dem Backen doch gar nicht mehr als solche vorliegt, oder
              sehe ich das falsch?
              Gute Frage. Angesichts des "laugigen" Geschmacks einer solchen wage ich zu behaupten, dass sie, also die Lauge, nachwievor vorhanden ist. Dennoch wirst du mir wohl nicht widersprechen, dass ein mit
              NaOH-Plätzchen gefüllter Behälter unbedingt die für seinen
              Inhalt entsprechenden Gefahrenhinweise zu tragen hat, egal ob
              der nun zum Backen gedacht ist, oder für sonstwas. Und in
              anderer (lies: gelöster und bereits entsprechend verdünnter)
              Form dürfte der Bezug von NaOH naturbedingt etwas schwierig
              sein. Du wirst zuhause also IMMER den Reinstoff rumstehen
              haben.
              Nein, ich widerspreche keineswegs. Bezogen auf die Ausgangsfrage: Warnhinweise gehören also nicht
              auf Fläschchen mit ätherischen Ölen, weil man sie nur in
              geringsten Mengen als Duftöle verwenden soll?
              Aber nein, ueberhaupt nicht. Weiter oben wurde ausgesagt, dass die Gefaehrlichkeit einer Substanz nicht von ihrer Verwendung abhaengt und dem widerspreche ich einfach. Wenn ein Flaeschchen reines aetherisches Oel irgendwo rumsteht dann gehen davon bestimmte Gefahren aus, vor denen per Etikett gewarnt werden muss. Das hat mit der Anwendung nichts zu tun. Irgendjemand kommt dann bestimmt auf die Idee, das Zeug zu
              trinken, seine Haut damit einzureiben oder es in einen
              Inhalator zu füllen, weils ja so gesund, wohltuend und
              gutriechend ist...
              Eben. Gegenbeispiel: Ein Fass voll Lack. Wenn man den per Pinsel irgendwo auftraegt braucht man kiene Atemschutzmaske. Wird er aber aufgesprueht ist ein Atemschutz dringend notwendig --> Aenderung der Gefahr durch die Anwendung. Das ist das, was ich meine.

              Wie gesagt, wir meinen dasselbe, verstehen uns aber nicht.

              Ralph


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