Mofa vom Werk aus schneller als erlaubt

Hallo,

Das man mit einer Mofa nur 25 km/h fahren darf ist bekannt.

Nun folgende Situation. Ein 15 jähriger Jugendlicher hat die Mofaprüfung abgelegt. Bekommt vom Opa seine „alte“ Mofa geschenkt. Die Mofa ist von piaggio ZIP 25 und vom Werk her direkt als Mofa verkauft worden. An diesem Teil wurde nie etwas „friesiert“. Das Mofa läuft bei längeren Fahrte auf gerader Strecke ca. 35 km/h, und wenn es dann noch bergab geht und Rückenwind herscht ca. 37 km/h.
Darf der Junge dieses Mofa fahren oder muß noch zu den vorhandenen Drosselungen irgendwie weiter gedrosselt werden?
Danke schon mal für Tips und Hinweise

Hallo,

Wenn an dem Mofa nichts verändert wurde, würde ich erst einmal fragen wie die Geschwindigkeit gemessen wurde.

Sollte der Tacho hier als Reverenz gedient haben, würde ich einmal mit Hilfe eines Autos nachmessen, wobei möglicht mit einem GPS-System die Geschwindigkeit gemessen werden sollten.

Alternativ geht auch ein elektronischer Fahrradtacho, die sind recht genau.

Sollte die Geschwindigkeit auf ebener Strecke deutlich nach oben abweichen, eine Werkstatt aufsuchen und es richten lassen.

Fahren mit einem Mofa das als Moppet versichert werden müsste, und ohne Führerschein ist nicht der Spaß schlechthin, auch wenn einem 15Jährigen aufgrund des Alters noch nicht der Kopf abgerissen wird.

Gruß

hartmut

Hallo,
Ich wuerde spontan eher sagen, dass nichts zu veranlassen ist. Das Mofa hat die allgemeine Betriebserlaubnis und wurde nicht manipuliert. Wenn es also von der Bauart ein Mofa ist und als solches zugelassen, spielt denke ich die Ueberschreitung der Geschwindigkeit laut Tacho keine Rolle, solang es nicht in voellig andere Dimensionen geht. Ein Mofa wird auch nicht automatisch zum Moped, nur weil im Einzelfall die Geschwindigkeit etwas hoeher liegt als der Schnitt. Massgebend ist immer die durch die Betriebserlaubnis allgemein zugelassene Bauart.
Der Fahrer sollte sich einfach daran freuen, dass er ein Mofa hat, das wenigstens ein bisschen schneller ist als ein Fussgaenger.
Gruss
Christoph

Hallo,

bevor ich jetzt viel schreibe,

http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtop…

einfach mal durchlesen, es geht da zwar um ein Mokick, ist aber das gleich Prinzip.

Gruß

hartmut

Hallo,

Der Artikel ist interessant. Aber das Mofa wurde nicht getunt und erreicht auch nicht die Geschwindigkeit der nächst höheren Klasse.
Das Mofa wurde überprüft. Die Geschwindigkeit ist o.k. Aber er soll doch auch mal bergauf fahren und nicht nur in Windrichtung und bergab.

Hallo Hartmut,

hmm, eigentlich ein äusserst interessantes Thema.
M.E. kann es eigentlich nicht angehen das der Halter/Fahrer für etwas verantwortlich gemacht wird was nicht direkt in seinem Einflussbereich liegt. Es könnte (ist ja auch nicht selten) der Tacho des Mofas defekt sein. Woher soll dann der Fahrer wissen wie schnell er ist? Der Tacho ist beim Mofa ja auch nicht vorgeschrieben.
Und in der Praxis ist fast jedes Geschwindigkeitsbeschränkte Zweirad schneller als es sollte.
Das hat sich zwar seit den 70er - 80er Jahren relativiert, ist aber seit dem sich diese Mofaroller oder Mokickroller nur noch durch eine vorhandene oder eben nicht vorhandene (meist technisch auch recht fragwürdige) Drosselung unterscheiden wieder verstärkt festzustellen.
In der Praxis gibt es da in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit eine, eigentlich nicht tolerierbare, Serienstreuung.

Gruss Jakob

Hallo Jakob,

Fahrer und Halter sind für den technischen Zustand verantwortlich, aus welchem Grund sollte man sie aus der Verantwortung entlassen? Geringe Überschreitungen fallen sicher nicht auf, aber wenn es mal so an die 50% geht, dann ganz sicher. Gerade junge Leute testen doch mal wer schneller ist, oder fahren mal hintereinander. Es ist ja auch kein Problem mal mit einem Fahrzeug hinterher fahren und schauen ob es noch passt. Die schönen Tafeln welche die Geschwindigkeit anzeigen. Es gehört einfach dazu den technischen Zustand im Auge zu behalten. Erst vor kurzem bin ich mit dem Motorrad hinter zwei Bengel her gefahren, deren Mokicks locker über 80 gefahren sind. Die wissen es also schon, bzw. haben kräftig geschraubt.
Was gemacht werden sollte, einfach etwas mehr Aufklärung über die Folgen, was passiert wenn sie ohne Führerschein erwischt werden.

Interessant ist eben das Thema, weil eben es sehr umfassend ist. Wann erlischt die Betriebserlaubnis, wann nicht, wie sieht es Versicherungstechnisch aus, Fahren ohne Führerschein.

Gruß

hartmut

Halo Hartmut,

sicher ist das was Du beschreibst tägliche Praxis. Allerdings gibt es auch ältere Mitbürger die Mofa fahren. Wenn das Ding im Laufe der Jahre schneller wird, wie in dem im Link genannten Beispiel, so merkt man das nicht unbedingt.
Diese Tafeln mit der momentan gefahrenen Geschwindigkeit stehen auch nicht überall und die älteren Damen und Herren pflegen keine Rennen mit den Mitbewohnern der Seniorenheime auszutragen :wink:
Dies nur als Beispiel aus meiner näheren Umgebung.

Interessant ist eben das Thema, weil eben es sehr umfassend
ist. Wann erlischt die Betriebserlaubnis, wann nicht, wie
sieht es Versicherungstechnisch aus, Fahren ohne Führerschein.

Richtig. Und eben auch, wer ist verantwortlich wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit ab Werk schon überschritten wird?
Da werden die Mopeds ja teils schon mit einer erloschenen Betriebserlaubnis ausgeliefert. Ob die Betriebserlaubnis nun erloschen ist oder nicht finde ich ein spannendes Thema.
Der Hersteller haftet ja dafür dass die von ihm vertriebenen Fahrzeuge der ABE entsprechen.

Gruss Jakob

Hallo Jakob,

hier sind die Kontrollen schon recht lasch, und der Senior auf dem Mofa dürfte kaum kontrolliert werden, das sind eher die jungen Leute diejenigen die überprüft werden. Aber egal wie es ist, ich kann nur die Grundlagen beschreiben nach denen gehandelt wird.

Es ist nun mal so, die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit darf maximal um 10% überschritten werden. Ist es mehr, dann erlöscht eben die Betriebserlaubnis im Regelfall. Für die Käufer ist eine möglichst hohe Geschwindigkeit schon ein Kaufargument, und das wissen die Hersteller. Warum den Herstellern da nicht etwas auf die Finger geschaut wird, wenn es bekannt ist, schon unverständlich.
Natürlich kann der Käufer darauf bestehen dass das Fahrzeug in einen gesetzeskonformen Zustand gebracht wird, aber Haftung in Richtung der Gesetzesverstöße des Fahrers ist da unmöglich.

Gruß

hartmut

Hallo,

irgendwo ist geregelt, wie diese 25 Km/h bei Erteilung der Betriebserlaubnis ermittelt werden, ich weiß aber nicht mehr wo (Herr Google weiß es sicher). Da gibt es verschiedene Faktoren wie Temperatur, Gewicht des Fahrers, Inhalt des Tanks etc. etc. Somit kann die Höchstgeschwindigkeit von Fall zu Fall abweichen. Und das ein Fahrzeug bei geringem Gewicht des Fahrers, bei Gefälle und leerem Tank (das wissen wir ja von den Formel 1 Autos - „leicht unterwegs“) schneller wird, ist völlig normal. Hinzu kommen Ungenauigkeiten des Tachos, eine gewisse Serienstreuung bei der Motorenherstellung usw. Solange nicht nachweislich an dem Mofa gefummelt wurde, sehe ich hier kein Problem. Es handelt sich per Definition ja um eine bauartbedingte und nicht um eine tatsächliche Höchstgeschwindigkeit.

Gruß

S.J.

Nun folgende Situation. Ein 15 jähriger Jugendlicher hat die
Mofaprüfung abgelegt. Bekommt vom Opa seine „alte“ Mofa
geschenkt. Die Mofa ist von piaggio ZIP 25 und vom Werk her
direkt als Mofa verkauft worden. An diesem Teil wurde nie
etwas „friesiert“. Das Mofa läuft bei längeren Fahrte auf
gerader Strecke ca. 35 km/h, und wenn es dann noch bergab geht
und Rückenwind herscht ca. 37 km/h.
Darf der Junge dieses Mofa fahren oder muß noch zu den
vorhandenen Drosselungen irgendwie weiter gedrosselt werden?
Danke schon mal für Tips und Hinweise

Hallo Hartmut,

hier sind die Kontrollen schon recht lasch, und der Senior auf
dem Mofa dürfte kaum kontrolliert werden, das sind eher die
jungen Leute diejenigen die überprüft werden. Aber egal wie es
ist, ich kann nur die Grundlagen beschreiben nach denen
gehandelt wird.

Klar. Bei denen jungen Leuten wird ja auch deutlich mehr manipuliert.

Es ist nun mal so, die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit
darf maximal um 10% überschritten werden. Ist es mehr, dann
erlöscht eben die Betriebserlaubnis im Regelfall. Für die
Käufer ist eine möglichst hohe Geschwindigkeit schon ein
Kaufargument, und das wissen die Hersteller. Warum den
Herstellern da nicht etwas auf die Finger geschaut wird, wenn
es bekannt ist, schon unverständlich.

Nun gibt es ja seit 1995 (mit Umsetzung spätestens 1997) eine EG-Richtlinie hierzu. Siehe http://eur-lex.europa.eu/smartapi/cgi/sga_doc?smarta…
Ich bin durch die Antwort von Steve weiter oben darauf aufmerksam geworden. Er erwähnte den Unterschied zwischen zulässiger Höchstgeschwindigkeit und bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit (interessantes Detail).
Nun wäre die Frage, ob die BE auch bei Fahrzeugen vor Bj.95 erlöschen würde. Da es bei den ausländischen Fahrzeugen bis 1995 (1997) verschiedene Möglichkeiten (je nach Herstellungsland) gab die Geschwindigkeit zu messen, demnach wären dann Abweichungen normal. Nach meinem dafürhalten dürfte bei Abweichungen der bbH vor 1995 das Erlöschen der BE nicht vorkommen.
Hier würde mich interessieren was Du dazu meinst.

Natürlich kann der Käufer darauf bestehen dass das Fahrzeug in
einen gesetzeskonformen Zustand gebracht wird, aber Haftung in
Richtung der Gesetzesverstöße des Fahrers ist da unmöglich.

Das versteht sich von selbst (zumindest hoffe ich das).

Gruss Jakob

Hallo Jakob,

auch in der Richtlinie wird eben diese Toleranz von 10% angegeben wo das Kfz maximal schneller sein darf. Und eben mit diesem Wert werden die Fahrzeuge bei Prüfungen auch nicht beanstandet.

Diese Fahrzeuge werden mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit verkauft, egal wie alt sie sind. Weicht jetzt die Geschwindigkeit nach oben ab, dann entspricht das Fahrzeug nicht mehr der Bauart. Es muss ein Bauteil nicht mehr den vorgesehenen Zweck erfüllen. Der Halter ist dafür verantwortlich den Zustand wieder herzustellen, auch wenn nicht manipuliert wurde.

Das vor dieser Zeit die Prüfmethoden soviel anders waren, dass sich dadurch eine Abweichung 20% oder mehr ergeben kann, glaube ich nicht.

In den Prüfbescheinigungen / Führerscheinen steht meines Wissen auch immer bauartbedingte Geschwindigkeit, nicht Höchstgeschwindigkeit. Und damit müssen die Fahrzeuge der Bauart entsprechen.

Gruß

hartmut

Hallo Hartmut,

Das vor dieser Zeit die Prüfmethoden soviel anders waren, dass
sich dadurch eine Abweichung 20% oder mehr ergeben kann,
glaube ich nicht.

Also meine „aktive“ Zeit mit Mofas war so Ende der 70er Jahre.
Da waren Abweichungen von 20% und mehr, gerade bei den italienischen Mofas, absolut normal und wurden damals auch nicht beanstandet.
Und die noch älteren Mofas aus den 60er Jahren liefen so schnell wie Mokicks.
Nun, die Zeitern ändern sich :wink:
Und am Rande: Während man in Deutschland mindestens 15 Jahre alt sein muss und eine Prüfbescheinigung für ein Gefährt braucht, welches von jedem Mountainbike überholt wird, so fährt man in USA mit 16 bereits ein Auto. Aber das ist nun ein anderes Thema.

Gruss Jakob

OT
Hallo Jakob,

in meinen jungen Jahren war viel anders. Da hatte ich ein Mokick, und in der BE habe ich mit Rotem Stift Führerscheinfrei rein geschrieben. :wink:

Persönlich habe ich ein sehr schlechtes Verhältnis zu Mofas, Mokicks, und Mopeds. Habe da zuviel auf der Straße liegen sehen, und ein Bruder ist mit so was ums Leben gekommen. Trotzdem fahre ich Motorrad, würde aber nie glücklich sein, wenn mein Junior mit 16 mit so was auf der Straße fahren würde.
Da würde ich es lieber sehen, Auto mit 16 und Zweiräder frühestens mit 18 . Du hast ja Kinder, wenn es bei euch geht, mache begleitetes Fahren mit 17Jahren. Die Unfallgefahr der Jungen Leute ist danach erheblich kleiner, sie fahren sichrer.

Gruß

hartmut

Hallo Hartmut,

Da würde ich es lieber sehen, Auto mit 16 und Zweiräder
frühestens mit 18 . Du hast ja Kinder, wenn es bei euch geht,
mache begleitetes Fahren mit 17Jahren. Die Unfallgefahr der
Jungen Leute ist danach erheblich kleiner, sie fahren sichrer.

Mein Sohn ist noch nicht so weit, Der hat noch zwei Jahre bis zum Mofa, will aber unbedingt eins. Er fährt allerdings zwischenzeitlich schon recht sicher auf dem Mokick eines Freundes hinten auf dem Bauernhof.
Meine Tochter (16) plant demnächst ihren FS mit 17 zu machen.
Vorher möchte Sie noch auf einen Verkehrsübungsplatz, was ja auch machbar ist. Da kann sie dann mit edm Corsa Automatik meiner Frau erste Versuche unternehmen.

Gruss und schönes Wochenende
Jakob