Fahrer auf falscher Spur

Folgende Geschichte:
Ein Motorradfahrer fährt in einer unübersichtlichen rechtskurve sehr langsam. Auf der anderen Straßenseite stehen parkende Autos, sodass Gegenverkehr auf der Spur des Motorrads entgegenkommen kann/muss. Dies geschieht, der Motorradfahrer erschrickt, weil der Gegenverkehr vielleicht auch ziemlich schnell für diese 30er Zone fährt, zieht die bremse und fällt auf die rechte Seite. Ist der Motorradfahrer der Blödmann und bleibt auf seinen Kosten sitzen, weil er eben damit rechnen muss und sich nicht erschrecken darf, oder hat der Gegenverkehr dafür Sorge zu tragen, dass soetwas nicht passieren kann?

Angenommen der Motorradfahrer geht dann vor Gericht und behauptet, der Gegenverkehr war viel zu schnell und der Gegenverkehr behauptet genau das Gegenteil, endet es dann zu Gunsten des Angeklagten?

Vielen Dank im Vorraus!
Grüße

Moin,

schnell für diese 30er Zone fährt, zieht die bremse und fällt
auf die rechte Seite. Ist der Motorradfahrer der Blödmann und
bleibt auf seinen Kosten sitzen, weil er eben damit rechnen
muss und sich nicht erschrecken darf, oder hat der
Gegenverkehr dafür Sorge zu tragen, dass soetwas nicht
passieren kann?

Die Frage ist: wie kann man sicherstellen, dass jemand sich nicht erschreckt.

Angenommen der Motorradfahrer geht dann vor Gericht und
behauptet, der Gegenverkehr war viel zu schnell und der
Gegenverkehr behauptet genau das Gegenteil, endet es dann zu
Gunsten des Angeklagten?

Im Rechtsstaat gilt glücklicherweise in dubio pro reo. Wer also eine Anschuldigung vorbringt muß sie i.A. beweisen können.

So ärgerlich (und auch verständlich) es ist, der Motoradfahrer ist hier vermutlich derjenige mit der A****karte.

Gruß,
Ingo

Hallo.

Im Rechtsstaat gilt glücklicherweise in dubio pro reo. Wer
also eine Anschuldigung vorbringt muß sie i.A. beweisen
können.

Stümmt.

So ärgerlich (und auch verständlich) es ist, der Motoradfahrer
ist hier vermutlich derjenige mit der A****karte.

So weit würde ich micht nicht aus dem Fenster lehnen. Derjenige, der, um ein Hindernis zu umfahren, seine Straßenseite verlässt, hat natürlich auch eine erhöhte Sorgfaltspflicht, schon aus dem §1 der STVO resultierend. Ziehe ich also unvermutteln nach links und zwinge den Motorradfahrer zum Bremsen, Ausweichen oder wwi, kriege ich das Diszi. Mit was? Mit Recht. Die Beweise dafür gesammelt zu kriegen, ist natürlich eine andere Aufgabe.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo,

So weit würde ich micht nicht aus dem Fenster lehnen.
Derjenige, der, um ein Hindernis zu umfahren, seine
Straßenseite verlässt, hat natürlich auch eine erhöhte
Sorgfaltspflicht, schon aus dem §1 der STVO resultierend.
Ziehe ich also unvermutteln nach links und zwinge den
Motorradfahrer zum Bremsen, Ausweichen oder wwi, kriege ich
das Diszi. Mit was? Mit Recht. Die Beweise dafür gesammelt zu
kriegen, ist natürlich eine andere Aufgabe.

Wie wärs mit §2/2 STVO?

Zumal der Fahrer evtl. gar nicht zum Führen eines Motorrades geeignet ist. In einer unübersichtlichen Kurve in einer 30er-Zone muss ich doch jederzeit mit Hindernissen usw. rechnen. Wenn da plötzlich ein Kind oder Fussgänger steht, kann man doch nicht einfach erschrecken und das Motorrad wegwerfen, obwohl man doch eh „sehr langsam“ fährt.

Der Fahrer kann sich nicht auf dem Motorrad halten, obwohl er sehr langsam fährt, fällt vom Motorrad, kann aber noch die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs einschätzen? Mmmhhh.

Grüße
Didi

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Hallo Didi.

Der Fahrer kann sich nicht auf dem Motorrad halten, obwohl er
sehr langsam fährt

Findste komisch? Nun: Denkbar auch, dass er vom Motorrad fiel, weil er sehr langsam unterwegs war. Jeder Zweiradler und/oder Physiker weiß: je langsam, desto kipp.

fällt vom Motorrad, kann aber noch die
Geschwindigkeit des Gegenverkehrs einschätzen? Mmmhhh.

Er schätzte die Geschwindigkeit vermutlich nicht während des Fallens, sondern vorher: Das Tempo des sich näherndes Autos war nach Ansicht des Motorradlers ja anscheinend ursächlich für das Erschrecken und den sich daraus ergeben habenden Sturz.

Ob die diesbezügliche Einschätzung des Mopedführers zuverlässig ist oder ob er sich unabhängig von der Geschwindigkeit des Autos erschrocken hätte, können wir nicht fernhellsehen.

Gruß,
Zeh_14

Der Fahrer kann sich nicht auf dem Motorrad halten, obwohl er
sehr langsam fährt

Findste komisch? Nun: Denkbar auch, dass er vom Motorrad fiel,
weil er sehr langsam unterwegs war. Jeder
Zweiradler und/oder Physiker weiß: je langsam, desto kipp.

Nein, ich find das überhaupt nicht komisch. Habe ich auch nicht geschrieben. Das ist eigentlich sehr ernst gemeint.

Ich bin selbst Motorraderfahren. Aber wenn man in einer 30er-Zone „sehr langsam fährt“ (also wahrscheinlich nicht die zul. Höchstgeschwindigkeit 30 km/h)und sich dann trotzdem noch in einer eh unübersichtlichen Kurve über Gegenverkehr erschreckt, sollte man vielleicht doch noch etwas auf dem Verkehrsübungsplatz üben und nicht im Strassenverkehr

Ob die diesbezügliche Einschätzung des Mopedführers
zuverlässig ist oder ob er sich unabhängig von der
Geschwindigkeit des Autos erschrocken hätte, können wir nicht
fernhellsehen.

Genau. Ich hatte auch geschrieben „eventuell“, da ich mir das Hellsehen abgewöhnt habe.

Grüße
Didi

Ich bin selbst Motorraderfahren. Aber wenn man in einer
30er-Zone „sehr langsam fährt“ (also wahrscheinlich nicht die
zul. Höchstgeschwindigkeit 30 km/h)und sich dann trotzdem noch
in einer eh unübersichtlichen Kurve über Gegenverkehr
erschreckt, sollte man vielleicht doch noch etwas auf dem
Verkehrsübungsplatz üben und nicht im Strassenverkehr

Und was wäre, wenn derjenige schon seit 1 Jahr Motorrad fährt? Oder nehmen wir doch mal an ein Fahranfänger ist unterwegs - ist der dann automatisch im Unrecht, wenn er sich erschrickt? Oder ganz andere Situation: einem Fahrer kommt auf seiner Spur plötzlich ein Überholender entgegen. Er erschreckt, verreißt das Lenkrad und fährt in den Gegenverkehr. Ich glaube, dass hat nichts mit Können zu tun, dass kann jedem zu jederzeit passieren. Und dann ist man doch nicht schuld, oder? Wenn derjenige mit dem Motorrad wirklich zu langsam war und deswegen umgekippt ist, kann doch auch keiner sagen, ob es nicht doch besser so war, weil er sonst in das auto gefahren wäre!?

Grüße

Hallo,

ich wollte keinem auf die Füsse treten oder sein motorradfahrerisches Können in Frage stellen.

Ein Jahr Fahrerfahrung ist aber halt nicht wirklich viel, zumal Erfahrung eher in gefahrenen Kilometern gemessen wird.

Aber der Sachverhalt hat sich eben so gelesen, als wenn es um jemanden geht, der nicht allzuviel Erfahrung hat und Dein Posting bestätigt dies ja.

Fahrfehler macht jeder, das ist keine Frage. Meine Überlegung war, ob sich das auch so zugetragen hätte, wenn der Fahrer überspitzt geschrieben schon 500.000 km Motorraderfahrung gehabt hätte?

Missverständnisse bitte ich zu entschuldigen.

Vllt trifft den Gegenverkehr eine Schuld, ich weiß es nicht. Aber würde es dem Fahrer wirklich helfen, wenn da plötzlich ein kleines Kind steht, er vom Moped steigt, das Kind überfahren wird und er dann sagen kann, dass das Kind daran schuld hat?

Grüße
Didi