Re: Messung der getrunkenen Milchmenge
Hallöchen!
Ich hab ja ne ganze Weile in einer Wildtierstation gearbeitet wo es jedes Frühjahr sehr heiß hergeht was Jungtiere und deren Aufzucht angeht. Wirklich Probleme beim dokumentieren der getrunkenen Milchmenge gab es nur bei den Spitzmäusen...die wiegen ja selbst nur wenige Gramm, und die paar Tropfen die sie trinken können tatsächlich nicht von Schwankungen unterschieden werden.
Ansonsten läuft das folgender Maßen:
Wir haben für jedes Jungtier Listen. Die wird konsequent jeden Tag fortgesetzt. Je nach Tierart werden sie dann täglich morgens (junge Greife, subadulte Igel die selbstständig fressen, Rehkitze die ersten paar Tage, Wildschweine..) oder vor jeder einzelnen Fütterung (eigentlich alle Kleinsäuger von Eichhörnchen, jungen Igeln, Siebenschläfern, Feldhasen, Mardern usw) gewogen, das Gewicht wird notiert.
Bei jungen Eichhörnchen, Hasen usw ist es ganz am Anfang oft etwas schwieriger sie zum trinken zu animieren. Teils wird dann einfach mit einer Spritze ohne Nadel gearbeitet..da kann man natürlich einfach mitzählen wieviele man aufgezogen hat. Da aber gerade am Anfang oft einiges daneben geht wird zur vorsicht nochmal gewogen und abgeschätzt dirket nach dem füttern und vor der Bauchmassage.
Wenn sie später selbst saugen und man ne Flasche einsetzen kann wird einfach die Flasche vor und nach dem Füttern gewogen bei kleinen Mengen, bei größeren Mengen wie sie bei Rehen, Wildschweinen, Feldhasen der Fall sind wir teils dann auch nur noch abgelesen.
Generell ist es aber durchaus möglich ein Tier vor und nach der Fütterung zu wiegen und den Unterschied auch klar auszumachen. Nötig dafür zum einen eine genügend empfindliche Waage (jedenfalls bei kleinen Tieren) und ein Gefäß (ein Karton oder Eimer zB), dass stabil auf der Waage steht, in dass das zu wiegende Tier passt aber jetzt nicht zu viel Platz zum rumlaufen hat...das klappt eigentlich problemlos. Das Gefäß sollte dann halt nicht zu weit über die Waage hinausschauen, weil dan bei starkem Gezappel die waage unterschiedlich stark belastet wird...oder es muss dann dementsprechend ein gewisses Eigengewicht mitbringen der Stabilität halber.
Am aussagekräftigsten sind dann allerdings nur die Wiege-Ergebnisse zwischen zwei Tagen (zB jeden morgen vor der ersten Fütterung) im Vergleich idealer weise über mehrere Tage hinweg, also Tendenzen beurteilen...innerhalb eines Tages bzw zwischen zwei Tagen kann das zum Teil in beide Richtungen stark variieren zB durch Ausscheidungen usw, da darf man nicht zu viel hineininterpretieren.
gruß
aj