Serversystem für Kleinbetrieb so ok?

Es geht um ein IT-System mit einem Server und 10 Clients.

Der Server dient rein zur Dokumentenverwaltung und zur Rechteverwaltung.

Wäre folgende Konstellation ok:

  • 1x Server mit einem XEON Prozessor z.B. von Dell oder von Fujitsu (gibt es ein Beispiel für einen guten Server?)
  • 750GB Festplatte + Raid1 (also 2x 750GB Festplatte)
  • auf dieser internen Festplatte wird Datev Datenbank gespeichert und der Speicherplatz für die Benutzer.

Dann einen NAS mit 2 TB + Raid1 (also 4x 1TB Festplatte auf dem die Daten für das Dokumentenmangementsystem gespeichert werden?

Und dann jeweils für NAS und Server eine externe Festplatte auf der die Daten extern gesichert werden können?

Was ist zu dieser Konfiguration zu sagen?

Hallo,

Es geht um ein IT-System mit einem Server und 10 Clients.

Der Server dient rein zur Dokumentenverwaltung und zur
Rechteverwaltung.

Wäre folgende Konstellation ok:

  • 1x Server mit einem XEON Prozessor z.B. von Dell oder von
    Fujitsu (gibt es ein Beispiel für einen guten Server?)

Xeon CPUs gibt es „von/bis“. Die CPU ist hier auch eher zweitrangig. Leider verschweigst Du das zu verwendende OS, so dass man eigentlich keine Aussage treffen kann. Mit Dell habe ich durchweg positive Erfahrung. Ein Poweredge T100 könnte hier z.B. schon durchaus reichen.

  • 750GB Festplatte + Raid1 (also 2x 750GB Festplatte)

Wenn es denn reicht… Auf jeden Fall Hardware Raid. Bednke aber, dass die meisten Server SCSI oder SAS Platten haben. Das wird teuer bzw. unmöglich.

  • auf dieser internen Festplatte wird Datev Datenbank
    gespeichert und der Speicherplatz für die Benutzer.

Dann einen NAS mit 2 TB + Raid1 (also 4x 1TB Festplatte auf
dem die Daten für das Dokumentenmangementsystem gespeichert
werden?

Warum ein NAS? Die Dinger sind deutlich langsamer als Volumes im oder am Server und die Rechteverwaltung ist auch komplizierter. Das halte ich für nicht sehr klug.

Und dann jeweils für NAS und Server eine externe Festplatte
auf der die Daten extern gesichert werden können?

Völlig unzureichendes Datensicherungskonzept, denn das erlaubt genau eine Datensicherung. Wenn vorgestern eine Datei versehentlich gelöscht wurde nützt diese Datensicherung genausowenig wie ein RAID. Zudem: Wie willst Du die Daten vom NAS auf eine externe Platte kopieren?

Was ist zu dieser Konfiguration zu sagen?

Zumindest was die Datensicherung angeht: Absolut unbrauchbar.

Gruß

S.J.

Es geht um ein IT-System mit einem Server und 10 Clients.

Der Server dient rein zur Dokumentenverwaltung und zur
Rechteverwaltung.

Ich füge meine Kommentare zu denen, die Steve genannt hat dazu.

Wäre folgende Konstellation ok:

  • 1x Server mit einem XEON Prozessor z.B. von Dell oder von
    Fujitsu (gibt es ein Beispiel für einen guten Server?)

Es gibt von beiden (oder auch noch anderen Herstellern wie IBM oder HP) Standardserver. Du wirst feststellen, das die möglichst ein redundantes Netzteil und die angesprochenen SCSI oder SAS Raid karte haben sollten.

  • 750GB Festplatte + Raid1 (also 2x 750GB Festplatte)
  • auf dieser internen Festplatte wird Datev Datenbank
    gespeichert und der Speicherplatz für die Benutzer.

Also ich würde hier eher folgende Konstellation vorschlagen:

  • 2x 250GB im RAID1 Verbund für die Systempartition und die Programme ansich
  • 4x 1TB Platten im RAID5 (macht netto 3TB Daten).

Das alles passt in EIN Servergehäuse, es ist kein zusätzliches Gerät notwendig, etc.

Wichtig fände ich noch ein Bandlaufwerk (kann man am besten gleich mitbestellen, LTO3 oder ähnliches. Da sollte dich der Distributor des Servers beraten!).

Und dann jeweils für NAS und Server eine externe Festplatte
auf der die Daten extern gesichert werden können?

Sicherung auch gerade wegen Revisionssicherheit auf Band.

Gruß
h.

danke für eure Antworten.

ich habe mir nochmals Gedanken gemacht.

Betriebssystem wäre Microsoft Windows Server 2008.

4x500GB dann wäre man bei 1,5GB effektivem Speicherplatz. Dies sollte zunächst ausreichen. Bei Bedarf kann man ja mit weiteren Festplatte bestücken.

Wenn man möchte könnte man ja als einfach Datensicherung ein NAS verwenden so, dass immer eines im Haus ist. Und zusätzlich auf externe Festplatten (für jeden Tag eine) oder ein Bandlaufwerk?

Wie läuft das mit der Bandsicherung dann genau? Da muss man dann für eine Sicherung mehrere Bänder benützen? Weil ein Band ja kaum 2TB haben wird oder? Und wie lange dauert da eine Sicherung?

Hallo,

4x500GB dann wäre man bei 1,5GB effektivem Speicherplatz. Dies
sollte zunächst ausreichen. Bei Bedarf kann man ja mit
weiteren Festplatte bestücken.

4 x 500 sind zunächst 2000. Je nach eingesetztem RAID werden es ggf. weniger. Welches RAID Level man einsetzt, sollte man aber mit großer Sorgfalt entscheiden, denn je nach Einsatzzweck kann die I/O Performance damit böse in den Keller gehen. Insbesondere bei SQL Datenbanken trifft man hier schnell Fehlentscheidungen, die nicht mehr so ohne weiteres rückgängig zu machen sind.

Wenn man möchte könnte man ja als einfach Datensicherung ein
NAS verwenden so, dass immer eines im Haus ist. Und zusätzlich
auf externe Festplatten (für jeden Tag eine) oder ein
Bandlaufwerk?

Ich weiß nicht, was die Leute an diesen NAS so lieben. Ich habe hier ein recht teures und leistungsfähiges NAS im Einsatz, welches klägliche USB 2.0 Geschwindigkeit leistet (was schon eher als schnell gilt). Auch das Backup auf externe Festplatten kann ich nicht empfehlen. Ein Bandlaufwerk ist zwar von der Anschaffung zunächst teurer, je größer das Backupvolumen dann aber wird, um so günstiger wird es wieder. Eine vernünftige Backupstrategie sieht mindestens in etwa so aus:

1 x wöchentlich volles Backup
4 x wöchentlich inkrementelles Backup
Das ganze in 4 - 5 Sätzen, bevor wieder überschrieben wird
1 x monatlich Monatsbackup

Bedenke auch, dass ein einfaches Filecopy auf Datenträger nur sehr bedingt sinnvoll ist. Damit lässt sich ein Server nicht wiederherstellen, SQL Datenbanken werden nicht gesichert, Systemstate und so etwas auch nicht oder nur mit großem manuellen Aufwand.

Für ein professionelles Backup braucht man eine professionelle Lösung wie Symantec BackupExec. Damit lassen sich Desaster Recovery CDs erstellen, was die Restorezeiten deutlich minimiert. Zudem stehen SQL Agents zur Verfügung, die laufende Datenbanken sichern können usw. usw.

Wie läuft das mit der Bandsicherung dann genau? Da muss man
dann für eine Sicherung mehrere Bänder benützen? Weil ein Band
ja kaum 2TB haben wird oder? Und wie lange dauert da eine
Sicherung?

Wenn nicht alles auf ein Band passt muss man entweder wechseln oder eine Library verwenden, in die mehrere Tapes passen. Man kann aber auch die Backups so planen, dass die Daten auf mehrere Jobs und Tapes verteilt werden. Ich setze eine Library mit einem 400/800 GB LTO Laufwerk ein. Bei einem Voll Backup werden ca. 1.5 GB Daten von diversen Servern über das Netz gesichert. Mit kompletten Verify läuft das ganze dann den ganzen Sonntag, aber das stört ja nicht weiter. Die Geschwindigkeiten der Laufwerke kannst Du hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Ultrium. In der Praxis liegen diese natürlich niedriger. Befinden sich Daten und Laufwerk aber an/auf dem gleichen Server geht es natürlich deutlich schneller als über das Netz.

Gruß

S.J.

Hi,

also was ich da so lese… Die Kosten explodieren ins Unermessliche… Tape Libary usw… also ein günstiges LTO Laufwerk schlägt schon einmal gemütlich mit 1500 € zu Buche (ja es gibt auch noch günstigere Varianten)

Ich betreue nebenberuflich einige Betriebe in ähnlicher Größenordnung. Ich hatte da z.B. einen Betrieb an dem 5 Clients hängen. Es wird nur einfache Büroarbeit gemacht. Das Datenaufkommen ist eher gering. Der vorherige Admin hat da eine völlig überdimensionierte Anlage hingestellt. Es gibt Gbit Switch, Dell PowderEdge 860 (32 Gb RAM, Quad Core usw), ein SAS mit 4 TB Plattenkapazität…
LTO 3 Laufwerk usw usw usw. Der ganze Spaß hat 15.000 € gekostet.

Jetzt sieht es so aus, dass eine leicht modifizierte IcyBox (eines der bösen NAS) (Kosten 150 € zzgl. 2 SATA Platten) 1,5 TB Platz in RAID 1 zur Verfügung stellt und ein normaler Mini PC (lüfterlos) stellt mit einer M0n0Wall die wichtigen Dienste wie VPN, Firewall, DHCP usw zur Verfügung.

Die Datensicherung habe ich vollautomatisiert. Die Bandsicherung ist unnötig. Es wird per ssh und rsync ein Backup auf ein FreeNas System beim Geschäftsführer zu Hause gefahren. Das ist so eingestellt, dass jeden Tag um 22 Uhr ein inkrementelles Backup fährt. Das dauert maximal 1 Minute (eher geringe Datenänderung). Man könnte hier auch eine höhere Sicherungsfrequenz an den Tag legen. Der Vorteil hier ist, dass man bei einem datenverlust sofort das NAS austauschen kann und alle daten wieder verfügbar sind.

Zusätzlich wird alle 2 Tage eine Vollsicherung auf ein anderes NAS bei einer leitenden Angestellten gemacht. Das geschieht ebenfalls per ssh und über das Netz.

Der Kostenansatz für das System liegt bei knapp 1200 €.

Das Beispiel ist eines. Ich betreue aber auch eine Firma aus dem Mittelstand. Es sind zwar auch nur 15 von Menschen bediente Clients im Einsatz, dafür aber irgendwas um die 60 Roboteranlagen. Hier sieht der Ansatz etwas anders aus.


Bei einem solchen System muß man sicher immer vorher überlegen, was da laufen soll.

Ein hadelsüblicher Server würde ausreichen. Allerdings würde ich nicht so massig viel in die teuren Serverfestplatten investieren. Die sind wirklich fies teuer. es ist auch fraglich ob man ein Raid 5 braucht…

Ich würde mir erst einmal ein paar Sachen überlegen:

  • Wie viele Daten in GB liegen heute vor? -> Istzustand
  • wie viele Daten kommen vorraussichtlich in den nächsten 3-5 Jahren hinzu? -> Ausrichtung auf Sollzustand
  • Wie und wo sollen die Daten gesichert werden?
  • Wie schnell sollen die daten nach einem Ausfall wieder zur Verfügung stehen?
  • Was muß der Server eigentlich leisten? -> Wird das Teil „nur“ für die Datenablage und eventuell für Groupwarelösungen wie Exchange verwendet?
  • Wie sieht die weitere Entwicklung des Betriebes aus? -> Kommen weitere Aufgaben auf das System zu, wie z.B. Zugang von Außen per VPN, Steuerung von Maschinen usw…
  • wie teuer darf die Lösung sein?

Ich persönlich würde das System modular aufbauen. Also ein Server mit vielleicht 8 GB RAM, 160 Gb oder 300 GB Festplatte. Die Prozessoren sind (meist) ohnehin Quadcore und reichen für den beschriebenen Zweck aus.

Nun kann man sich überlegen, ob man Win 2008 direkt auf den Server baut, oder als Client in einem virtuellen System. Das ist teilweise Geschmackssache, macht aber auch so ordentlich Sinn.
Wenn ich jetzt z.B. ein Linux als Host nehme, dann kann ich hier schon das System relativ gut absichern. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Clients komplett sichern kann (ist nur ein Image) und nötigenfalls in kurzer Zeit auf einer anderen Hardware wieder in Betrieb setzen kann. Die Ausfallzeit bei einem Hardwarecrash ist damit wesentlich geringer. Hinzu kommt, dass man Tests und Spielereien erst einmal ungefährdet ausprobieren kann, ohne das laufende System zu gefährden. Als Beispiel: Ich hatte gestern bei einem Win2008 Server einen Bluescreen wegen einem defekten USB Dongle. Dem Linux Host ist das ziemlich egal, Windows war nicht mehr dazu zu bewegen ordentlich zu starten. Also die virtuelle Maschine abgeschaltet und die gesicherte Maschine hochgefahren. ausfallzeit des Systems lag bei 12 Minuten (Erkennen, mich anrufen, Fernwartung, schauen, umstellen). Die Systemplatte kann man gerne mit einem Hardwareraid auf Raid 1 fahren.

Als Datenspeicher würde ich ein NAS nehmen. Dafür braucht man aber nicht unbedingt diese kleinen Schuhkartonkisten mit der schwachen Hardware. Man kann auch einen vernünftigen Computer, z.B. Big Tower nehmen. Wenn man hier Sicherheit haben möchte, dann muß man halt ein redundantes Netzteil besorgen.
In dieses Gehäuse werden dann entsprechende Festplatten verbaut. man kann das ruhig die SATA Platten nehmen. Mittlerweile gibt es Platten die einen MTBF von 1,2 Mio Stunden haben. Ob man jetzt hier in ein Hardwareeraid oder nur in ein Softwareraid investiert ist wieder eine Geldfrage. Sicher ist, dass die meisten OnBoard raid Lösungen in handelsüblichen PCs sogenannte fake-raids sind (die arbeit macht dann doch die CPU vom Rechner). Meiner Meinung nach reicht Raid1, da z.B. Raid5 nicht unerheblich höhere Kosten verursacht.
Als Betriebssystem kann man jedes Linux nehmen, oder FreeNas (Installation ungelogen 5 Minuten) oder Openfiler o.ä.

Die Daten werden jetzt aber nicht mit einem langsamen smb oder ftp share freigegeben, sondern mit iSCSI. Die Einrichtung einer solchen Freigabe ist dekbar einfach (sind zwei Zeilen), die Geschwindigkeit ist richtig ordentlich, das System selber ist modular und beliebig erweiterbar.

Hier müßte man sich bei einer hohen Datenlast nur überlegen, ob man den iSCSI Verkehr in ein eigenes Netzwerk legt.

Die iSCSI-Targets werden auch in Raid1 gefahren.

Die Serverspeicherdaten werden komplett auf ein freigegebenes Target ausgelagert (Exchange Datenbank usw). damt benötigt man nicht so viel Platz auf der teuren Serverplatte.

Die Datensicherung kann man nun per Band, oder per rsync auf einen anderen Computer im Gebäude, auf eine externe USB Platte oder sonst wo auf der Welt laufen lassen.

Hier muß man sich halt wieder überlegen wie man es macht.

Gruß
Kuddenberg