Wie ist das bei Linux?

Von: , Frage gestellt am Mo, 9. Aug 2004

Ich habe gerade einen Bericht bei Spiegel Online gelesen und mich ein wenig mit dem Thema Linux beschäftigt.
Schön und gut, dass hier alles umsonst ist und das der Code offen liegt und das man individuell das System verändern und erweitern kann.

Ich stelle mir aber die frage, wie sieht es aus mit Stabilität, Versionisierung, Garantie, Gewährleistung?
Wie wird garantiert, dass eine stabile Version existiert und das Fehler ausgebaut werden.
Diese Punkte sind doch für Unternehmen überlebenswichtig!

Danke für Aufklärung!

Grüße
Caro

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 34 Minuten 2 hilfreich
    Re: Wie ist das bei Linux?

    Hallo Carolin,

    Linux wird üblicherweise in sogenannten Distributienen vertrieben (die sind aber nicht alle kostenlos). Debian GNU/Linux aber z.B. ist kostenlos. Es gibt alle ca. 1 1/2 Jahre bei Debian eine neue Haupt-Version, außerdem laufend Sicherheits-Updates. Zudem gibt es eine Testing- und eine Unstable-Version, gerade letztere ist immer sehr aktuell und oft nichtmal qualitativ schlechter als finalen Versionen anderer Linux Distributionen.

    Andere Distributionen sind z.B. Red Hat, Novell/SuSE oder Mandrake. Alle haben ihre Versions-Zyklen, teilweise halbjährlich.

    Zur Gewährleistung: Glaubst du wirklich, Microsoft gewährleistet dir irgendwas? Lies mal die Lizenz! Die kommerziellen Linux-Distributionen gewährleisten genausoviel wie Microsoft für ihr Windows.

    Eine Linus Distribution besteht genaugenommen aus dem Kernsystem (dem eigentlichen Linux-Kernel) und viel Software. Jedes dieser Teilssysteme hat seine eigenen Versionssyklen und wird dann immer in aktuellen aber stabilen Versionen in die Distributionen gepackt.

    An der Entwicklung kann sich jeder beteiligen, aber die Projekte azeptieren nicht unbedingt jede Änderung! Ggf. kann man aber immer noch seine eigene Version eines der Programme oder des Linux-Kernels bauen oder das Projekt "spitten" (aufteilen), indem man mit einem neuen Team einen Zweig weiterentwickelt. Die Rechte dazu hat man. Oft finden solche Zweige später wieder zusammen, oft stirbt der "schlechtere".

    Ein großer Teil der Entwicklung von Open Source Software läuft außerdem durchaus noch kommerziell, nur eben mit frei verwendbaren, offenen Quellcodes. Die Masse der Projekte und Entwickler macht es zwar evtl. tatsächlich in der Freizeit, z.B. Studenten oder neben dem Beruf. Aber gerade die ganze "Abrundung" (User-Interface, Accessibility, Installationssoftware etc.) und die Kernsysteme (Linux-Kernel, GNOME Desktop, OpenOffice.org, Mozilla-Browser) werden hauptsächlich von bezahlten Entwicklern, die z.B. bei Red Hat, Novell, IBM oder Sun Microsysstems angestellt sind. Bei KDE sind zwar keine "Großen" dahinter, aber dafür viele kleine kommerzioelle Entwickler.

    Das soll die Arbeit der vielen Freiwilligen keinesfalls schmälern, die sorgen für eine Abrundung anderer Art: Der Vielfalt der Programmauswahl, Übersetzungen in fremde Sprachen und viele nette Features in den großen Programmen. Ich wollte damit hauptsächlich ausdrücken, dass auch Linux nicht an der Lust und Laune Freiwilliger hängt.

    Alles Gute wünscht
    Mcihael

    • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Wie ist das bei Linux?

      Hallo Carolin,

      Linux wird üblicherweise in sogenannten Distributienen
      vertrieben (die sind aber nicht alle kostenlos). Debian
      GNU/Linux aber z.B. ist kostenlos.
      Echt? ich habe immer Kosten durch den Download :-D

      Oder war das ein Angebot auf ein Kostenfreies Debian-Abo? Zur Gewährleistung: Glaubst du wirklich, Microsoft
      gewährleistet dir irgendwas? Lies mal die Lizenz! Die
      kommerziellen Linux-Distributionen gewährleisten genausoviel
      wie Microsoft für ihr Windows.
      Nein. Mit TeX, qmail und djbdns bekommst Du software auf den Rechner, bei der Du im Falle eines Fehlers Geld bekommst.

      Wenn das bei Microsoft wo wöre, wüsste ich schon, warum man Word-Kenntnisse zu Geld machen kann ...


      Gruß,


      Sebastian

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Wie ist das bei Linux?

        Hallo, Echt? ich habe immer Kosten durch den Download :-D
        ja, hast du denn noch keine Flatrate??

        Gruss, Niels

      • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Wie ist das bei Linux?

        Hi Sebastian, Echt? ich habe immer Kosten durch den Download :-D
        Für Korintenkacker: Debian GNU/Linux ist lizenzkostenfrei. Nein. Mit TeX, qmail und djbdns bekommst Du software auf den
        Rechner, bei der Du im Falle eines Fehlers Geld bekommst.
        Ausnahmen und zudem kaum Software, bei denen ein Linux-Anfänger Fehler finden wird. Also irrelevant.

        Alles Gute wünscht
        Michael

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Wie ist das bei Linux?

          Hallo, Echt? ich habe immer Kosten durch den Download :-D
          Für Korintenkacker: Debian GNU/Linux ist lizenzkostenfrei.
          SuSE-Linux auch :-) Nein. Mit TeX, qmail und djbdns bekommst Du software auf den
          Rechner, bei der Du im Falle eines Fehlers Geld bekommst.
          Ausnahmen und zudem kaum Software, bei denen ein
          Linux-Anfänger Fehler finden wird.
          Das ist bisher auch fortgeschrittenen Benutzern nicht gelungen. Also irrelevant.
          Nein. Es zeigt, wie hoch die Qualität bei OSS im gegensatz zu Kommerzware sein kann. Die Mozilla Foundations bietet auch Belohnungen für bestimmte Bugs an.


          Ich finde das bezeichnend: Eine Garantie gibt es weder bei Open- noch bei Closed-Source. Die "Belohnung-bei-Fehler"-Masche scheint hingegen bei OSS verbreiteter zu sein, obwohl man die nichteinmal bezahn muß, um sie zu benutzen.

          Auch wenn der Anfänger keine Belohnung kassiert: Die Geisteshaltung dahinter ist für den Anwender, der Wert auf Stabilität und Qualität legt durchaus interessant.



          Gruß,


          Sebastian

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Wie ist das bei Linux?

            Diese Garantie gibt es bei einer handvoll von Programmen. Daraus auf alle OSS zu schließen, halte ich für verwegen.

            Nichstdestotrotz ist die Qualität vieler OSS Programme sehr gut, bei vielen Standard-Programmen auch höher als bei Windows.

            Alles Gute wünscht
            Michael

            P.D. die Benachrichtung schalte ich nun ab, weil mir diese Diskussion zu blöd ist

  2. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Wie ist das bei Linux?

    Hallo Caro, Ich habe gerade einen Bericht bei Spiegel Online gelesen und
    mich ein wenig mit dem Thema Linux beschäftigt.
    Siehe auch:
    http://www.tuxfutter.de
    http://www.tuxfutter.de/wiki/Linux Schön und gut, dass hier alles umsonst ist und das der Code
    offen liegt und das man individuell das System verändern und
    erweitern kann.
    Hier ist nichts umsonst, nur frei.
    "Think of Free Speech, not Free Beer!" Richard Stallman Ich stelle mir aber die frage, wie sieht es aus mit
    Stabilität, Versionisierung, Garantie, Gewährleistung?
    Es gibt Firmen die Support bieten, genau wie bei M$. M$ überlässt Garantie und Gewährleistung ja auch gern anderen, z.B. dem PC Hersteller. Wie wird garantiert, dass eine stabile Version existiert und
    das Fehler ausgebaut werden.
    Als Ergänzung zu dem was Michael gesagt hat, der Kernel(Betriebssystemkern) wird von einer Organisation http://www.kernel.org wo auch Linus Torvalds dabei ist verwaltet. Also die entscheiden was reinkommt und wann eine Version als Stabil freigegeben wird. So ist es bei allen Projekten, es gibt immer jemanden der entscheidet wann die Software den stable Status bekommt. Siehe auch http://www.kde.org, http://gnome.org, http://x.org usw. Als zusätzliche Kontrolle sind dann die Leute die die Distributionen zusammenstellen vorhanden. Wenn die Gnome Leute eine neue Version rausbringen, dauert es z.B. bei Debian noch eine ganze Zeit bevor das neue Gnome da in den Stable Bereich wandert. Weil es da nochmal getestet wird, deshalb ist Debian auch sehr zuverlässig - wenn man die stable Version benutzt.

    Gruss Jan

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Wie ist das bei Linux?

      "Think of Free Speech, not Free Beer!" Richard Stallman
      Du hast grade RS zitiert, als es um eine eher auf kommerziellen Einsatz bezogene Frage ging. Bitte tu das nicht :-)

      Stallmann ist eine Leitfigur für alle, die gerne ein bisschen mehr gegen Closed Source wettern, aber wenn es um das aktuelle Thema geht, sollte man sich vielleicht - wenn es denn unbedingt nötig ist - eher an ESR orientieren.

      (Und bitte, das soll jetzt nicht in einem Flamewar enden. Die Einstellung von RS ist allgemein bekannt.)

      • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
        More Guns, Less Crime!?

        "Think of Free Speech, not Free Beer!" Richard Stallman
        Du hast grade RS zitiert, als es um eine eher auf
        kommerziellen Einsatz bezogene Frage ging. Bitte tu das nicht -)
        Hat der was gegen den kommerziellen Einsatz von Open Source? So sehr hab ich mich mit dem auch wieder nicht beschäftigt. Stallmann ist eine Leitfigur für alle, die gerne ein bisschen
        mehr gegen Closed Source wettern, aber wenn es um das aktuelle
        Thema geht, sollte man sich vielleicht - wenn es denn
        unbedingt nötig ist - eher an ESR orientieren.
        Denn mag ich nun wieder überhaupt nicht siehe http://www.catb.org/~esr/guns/

        Gruss Jan



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