Guten Tag,
wir wollen unseren Dachboden als Lagerfläche nutzen und stehen vor der Frage ob wir beim geplanten Umbau (i.W. Aufbringen eines durchgehenden Bodens (Spannplatte, OSB) die bestehende Isolierung der Geschossdecke (ca. 20 Jahre alt, Glasfaser, Höhe ca. 15 cm) austauschen sollten. Der Bauhändler empfiehlt (natürlich) den kompletten Austausch der alten Isolierung, den Einbau einer neuen 2-schichtigen Glaswolle-Isolierung (10 + 18 cm - entspricht gesamter freier Aufbauhöhe von 28 cm) sowie Einbau einer Dampfsperre (fehlt bisher). Hierzu meine Fragen: bringt das ganze aus Sicht der Isolierung (Wärme/Kälte) wirklich was, kann ein Teil der alten Isolierung verwendet werden (mehrlagiger Aufbau ?), Ist der Einbau einer Dampfsperre zwingend erforderlich, Besten Dank - woertschie
Hallo,
hinsichtlich der Nutzung würde ich anstelle Spanplatte oder OSB einfache Bretter verwenden und diese mit offener Fuge (etwa 1cm) verlegen. Spanplatte oder OSB weisen dicht verlegt einen gewissen Dampfdiffusionswiderstand auf, der evtl. bei bestehender Isolierung zur Kondensatbildung und somit zu Schimmel führen kann.
Wenn neue Dämmung mit größerer Stärke und besseren Dämmeigenschaften verlegt wird, auf jeden Fall Dampfbremse unterseitig einziehen. Der Kondensationspunkt könnte verschoben werden, die Isolierung wird nass.
Das mit der Dampfbremse gilt übrigens auch, wenn bereits Feuchtigkeitsschäden erkennbar sind.
Gruß
Der Franke
Hallo,
erst mal besten Dank für die rasche Antwort. Dann die nächste Fragen - bringt denn der Austausch der alten Isolierung aus Sicht Wärmeschutz eigentlich eine wesentliche Verbesserung (nur dann würden wir es machen) und geht durch die vorgeschlagene Verlegung nicht ein Teil der Isolationswirkung verloren (Luftzirkulation über die Fugen - oder ist das vernachlässigbar) ?
Danke - Woertschie
Hi…
wir wollen unseren Dachboden als Lagerfläche nutzen und stehen
vor der Frage ob wir beim geplanten Umbau (i.W. Aufbringen
eines durchgehenden Bodens (Spannplatte, OSB) die bestehende
Isolierung der Geschossdecke (ca. 20 Jahre alt, Glasfaser,
Höhe ca. 15 cm) austauschen sollten. Der Bauhändler empfiehlt
(natürlich) den kompletten Austausch der alten Isolierung, den
Einbau einer neuen 2-schichtigen Glaswolle-Isolierung (10 + 18
cm - entspricht gesamter freier Aufbauhöhe von 28 cm) sowie
Einbau einer Dampfsperre (fehlt bisher). Hierzu meine Fragen:
bringt das ganze aus Sicht der Isolierung (Wärme/Kälte)
wirklich was,
Ja. Einen spürbaren Unterschied möchte ich Dir aber nicht versprechen.
kann ein Teil der alten Isolierung verwendet werden (mehrlagiger Aufbau ?),
Ja, aber es macht keinen Spaß, alte verstaubte Faserdämmung durch die Gegend zu tragen. BTW: 15 cm Glaswolle sind nach der (gerade noch) aktuellen EnEV sogar ausreichend - Du bräuchtest eigentlich gar keine neue Dämmung.
Ist der Einbau einer Dampfsperre zwingend erforderlich
Ich würde einen solchen Ausbau ohne Dampfsperre nicht riskieren. Grund: Wenn momentan mangels Dampfsperre Feuchtigkeit in der Dämmung anfällt, kann diese schnell und schadenfrei in den großen Dachraum austrocknen. Wenn in Zukunft OSB-Platten im Weg sind, funktioniert das lang nicht mehr so gut - Feuchtigkeitsschäden in der Konstruktion sind dann nicht mehr auszuschliessen, selbst wenn bisher immer alles trocken war.
genumi
Hallo nochmal,
bringt denn der Austausch der alten Isolierung aus
Sicht Wärmeschutz eigentlich eine wesentliche Verbesserung
(nur dann würden wir es machen)
ich denke schon, bei einer größeren Dämmstärke, und die Produkte haben sich hinsichtlich ihrer Dämmeigenschaften im Laufe der Jahre verbessert. Ich kann es von hier aus nicht exakt beurteilen, würde aber zu der vorgesehenen Neudämmung raten.
und geht durch die
vorgeschlagene Verlegung nicht ein Teil der Isolationswirkung
verloren (Luftzirkulation über die Fugen - oder ist das
vernachlässigbar) ?
Mmmhhh, es geht Dämmwirkung verloren. Aber das ist bei einer hinterlüfteten Dachkonstruktion auch so. Wieviel genau, keine Ahnung.
Aber bezüglich Schimmelbildung bei OSB-Platten gab es vor einigen Monaten hier eine Diskussion, und es wurden viele mögliche Ursachen diskutiert, meine erklärbare Ursache war aus rein rechnerisch bedingten Gründen der relativ hohe Dampfdiffusionswiderstand der Platten. Daher mein Hinweis auf offene Fugen, auch hinsichtlich der vorgesehenen Nutzung. Alles andere müsste man konkret erst einmal rechnen lassen.
Gruß
Der Franke
Hallo,
habe auf die Schnelle mittels eines frei-verfügbaren U-Wert-Rechners (bastelitis.de) einmal überschlägig die Wirksamkeit der Dämmmaßnahme ermittelt.
Im Ergebnis ergibt sich eine Verbesserung des U-Wertes von ca. 0,24 W/m²K (derz. Konstr.) auf 0,13 W/m²K (neue Konstr. mit 28 cm Dämmung).
Inwieweit sich dies in einem verminderten Energiebedarf für das Gebäude niederschlägt wäre eine Frage (ich schätze max. 10 % - kann man sowas überhaupt seriös und sicher berechnen).
Die andere Frage betrifft das Thema Taupunkt. Nach dem o.g. U-Wert Rechner ergibt sich ein Taupunkt unterhalb der äußeren Schicht aus Span-/OSB-Platte. Und zwar unabhängig von einer Dampfbremse/-sperre. Reicht hier eine Hinterlüftung (Thema Fugen ?) aus. Wird die Dämmung beeinträchtigt, oder die Holzkonstruktion)? Wie verhalten sich eigentlich andere Dämmstoffe (z.B.) Isofloc? Macht eine Erhöhung der Dämmschicht auf z.B. 60 cm Sinn (U-Wert 0,06 W/m²K).
Besten Dank
Gruß
Woertschie
Hallo,
Inwieweit sich dies in einem verminderten Energiebedarf für
das Gebäude niederschlägt wäre eine Frage (ich schätze max. 10
% - kann man sowas überhaupt seriös und sicher berechnen).
Man kann, indem man alle Daten des Gebäudes (Wände, Fenster, Dach) aufnimmt und in entsprechende Berechnungsprogramme eingibt. 10% sind ein Wert, der eher noch etwas zu hoch angesetzt sein dürfte.
Die andere Frage betrifft das Thema Taupunkt. Nach dem o.g.
U-Wert Rechner ergibt sich ein Taupunkt unterhalb der äußeren
Schicht aus Span-/OSB-Platte. Und zwar unabhängig von einer
Dampfbremse/-sperre.
Das dürfte korrekt sein. Bei der U-Wert-Berechnung wird die Dampfbremse nur hinsichtlich „Isolierwert“ mit angesetzt, mit einem Wert, der vernachlässigbar ist. Daher verschiebt sich der Taupunkt mit oder ohne Folie nicht. Nicht angegeben wird, dass aufgrund der Dampfbremse weniger Feuchtigkeit in den Dämmstoff eindringt. D.h. mit Dampfbremse kommt es nicht oder nur in einem sehr geringen und unschädlichen Maß zur Kondensation.
Reicht hier eine Hinterlüftung (Thema Fugen ?) aus.
Muss dann nicht unbedingt sein, wenn Dampfbremse vorhanden ist. Weil wenig oder keine Feuchtigkeit eindringt. Für ein schnelleres Austrocknen würde ich es dennoch empfehlen.
Wie verhalten sich eigentlich andere
Dämmstoffe (z.B.) Isofloc?
Ähnlich, wenn zu viel Wasserdampf kondensiert, wird die Isolierung nass und verliert ihre Wirkung.
Macht eine Erhöhung der Dämmschicht
auf z.B. 60 cm Sinn (U-Wert 0,06 W/m²K).
Es verbessert den von dir angenommenen Wert von 10% auf 12%?
Nein, 60cm Isolierstärke rechnen sich nicht.
Gruß
Der Franke
Hallo,
besten Dank für die guten Antworten / Denkanstöße - wir werden die Folie und 28 cm Isolierung sowie Span-/OSB-Platte einbauen. Mal sehen, in welchem Zustand die Altisolierung ist und ob wir Sie noch mal verwenden können.
Gruß
Woertschie