Schallschutz-Fragen: Musiker im Reihenhaus

Hallo,

wir überlegen, in ein Endreihenhaus zu ziehen. Das Haus ist 50 Jahre alt und recht hellhörig. Wir musizieren alle aktiv und ich möchte auf keinen Fall Ärger mit den Nachbarn deswegen.

Gibt es eine Möglichkeit, eine Schalldämmung an der Wand zu installieren? Reicht sowas aus oder gibt es auch eine Übertragung über die Decke oder den Fußboden (beim Klavier halte ich das ja durchaus für wahrscheinlich, schließlich steht es auf dem Boden)? Welche Infos bräuchte ich über Haus/Wände/Fußboden/…, um eine Entscheidung treffen zu können? Was kostet ein vernünftiger Schallschutz?

Vielen Dank und viele Grüße
Ulla

Hallo Ulla,

Wenn Die Häuser nicht komplett durch eine Brandschutzmauer von einander getrennt sind, dann kann man auch die Bodenplatten etc. nicht entkoppeln.

Man kann zwar die Instrumente versuchen vom Boden zu entkoppeln, aber nach meine Erfahrungen nützt das alles nicht viel, da das Hauptproblem die Übertragung durch die Luft ist. Und wenn Nachbarn einfach das Geübe nicht leiden können (und zugegeben es kann nerven), dann reicht auch das normale Klangbild aus um Ärger zu bekommen. Daher - Ruhezeiten einhalten - ein Klavier mit Leiseschaltung kaufen oder nachrüsten lassen, ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn aufbauen.

Als Musikantenfamilie und noch aus diversen anderen Gründen würde ich mir ein frei stehendes Haus holen, aber das ist ja leider nicht immer möglich.

Schaut Euch die Nachbarn vorher mal gut an - und versucht mit ihnen ins Gespräch zu kommen um eine Idee zu erhalten was das für Menschen sind.

Gruß,
Alexandra

Hi Ulla,

ich denke ganz wird man das Problem nicht lösen können, trotzdem gibt es m.E. diverse Lösungen den Lärmpegel in Grenzen zu halten.

Als erstes würde ich erst einmal eine dieser Lösungen anstreben:

http://www.knauf.de/content/de/trockenbau/schallschu…

Falls es ein separates Musikzimmer geben wird kann man die Wände noch zusätzlich mit Teppich verkleiden oder mit Eierpappen tapezieren oder es gibt Schaumstoff mit einer Noppenoberfläche… schau mal bei Conrad und suche nach Schallschutz.

Gruss Keuper

Hi Ulla,

ich empfehle, grundsätzlich vom Kauf eines Reihen- oder Doppelhauses abzusehen und sich nach einem freistehenden Einfamilienhaus mit entsprechendem Abstand zu den Nachbarn umzusehen.

Wenn in Reihen- oder Doppelhaus irgendein Nachbar oder Anwohner sich auf Euer Musizieren „einschießt“, scheint dauerhaft Ärger vorprogrammiert (z. B. wegen Musizierens zur falschen Zeit, bei geöffneten Fenstern usw. usf.).

Wenn Euch das Musizieren wichtig ist und Ihr Frieden wollt, sucht Euch ein Objakt, das Euch und den Mitmenschen (Nachbarn) dies möglichst leicht macht.

Hallo Tom,

das ist ja genau meine Frage: kann man ein Reihenhaus schallmäßig ausreichend abdichten, so dass es eben nicht zwangsläufig zu Ärger mit den Nachbarn kommt? (Die Fenster zu schließen während des Übens ist natürlich eine Selbstverständlichkeit.) Ich bin davon ausgegangen, dass eine Schalldämmung von innen im Raum der „Verursachung“ recht effektiv ist, während eine Dämmung von Schall, der von außen -also z. B. aus der Nachbarwohnung- kommt, eher schwierig ist.

Mal eben stattdessen ein Einzelhaus kaufen, ist nicht so einfach, denn die sind wegen des üblicherweise größeren Grundstücksanteils, wegen höherer Heizkosten und auch allgemein wesentlich teurer als ein Reihenhaus und unser Budget ist recht begrenzt. Eine Mietwohnung ist natürlich auch keine Alternative.

Viele Grüße
Ulla

Hallo Keuper,

nein, ein separates Musikzimmer werden wir in dem 3-Zimmer-Haus nicht einrichten können. Darum dachte ich an eine Schallschutzwand und ggf. auch -decke.

Die Knauf-Seite ist sehr interessant, zeigt mir aber, dass meine Fachkenntnisse nicht ausreichen, um mich für ein Produkt zu entscheiden.

Hast du denn eine ungefähre Ahnung, wie viel ein vernünftiger Schallschutz zum Nachbar-Reihenhaus kosten würde? Zwei Zimmer (das Wohnzimmer und evtl. ein Kinderzimmer - beide grenzen an die Nachbarwohnung) müssten „musikdicht“ sein.

Viele Grüße
Ulla