Aufbau neuer Fußboden im Bad

Erstmal ein „Hallo“ an alle!
Habe bisher nur immer im Hintergrund gelesen. Man kann hier doch so die ein oder andere Stunde verbringen

Ich stehe vor folgendem Problem:
Unser Badezimmer muss nach einem defektem Abwasserrohr saniert werden.
Nun ist bereits alles ausgehoben und neue Abwasserrohre wurden im Sande verlegt.
Das Bad ist nicht unterkellert und liegt direkt auf Erdreich.
Jetzt wollte ich Erdreich und Rohre mit einer Dampfsperre von der Betonsohle trennen.Also unter die Sohle eine Baufolie.
Ich denke das Beste wird sein, die Folie bis zur Mauersperrbahn die Wand hochzulegen- Stahlbewährung reinlegen und mit ca 15 cm Beton auffüllen?
Dann würde ich eine Dämmschicht einlegen. Gedacht habe ich da an 2 Schichten a 3cm Bauplatten ohne Mörtel (Hersteller mit We…) in die dann auch die Heizungsrohre gelegt werden sollen.

Darauf dann wieder eine Schicht Folie mit abschliessend 5-6cm Estrich und natürlich Fliesen.

Wäre der Ansatz richtig und machbar?
Die Bauplatten(Porester) kann ich sehr günstig bekommen, weil die hier im Ort produziert werden.
Wie hoch sollte ich die Folie unter der Betonsohle ziehen? Sicherlich nicht bis zur höhe der Estrichfolie. Denke dann kann es schnell anfangen zu gammeln?

Bin für jeglichen Rat und jede Hilfestellung sehr dankbar.
Möchte einfach einen langlebigen Boden bekommen

Nach der Energie-Einsparverordnung 2007 und 2009 (EnEV) für Böden, Wände und Dächer benötigen wir für Boden gg. Erdreich 0,5 W/m²*K
Daraus ergeben sich mit den Wärmeübergangswiderständen ein Mindest-U-Wert für Böden gg. Erdreich 0,571 W/m²K.
Hier wäre folgender Aufbau (für welchen wir Aufbauhöhe benötigen) direkt auf Erdreich denkbar:

  • Dachbahn aus Bitumen (rechnerisch angenommen mit 7mm)
  • gebundene, druckfeste Ausgleichsschüttung (ca. 50mm)
  • PE-Folie als zusätzliche Dampfbremse (wg. Schüttung) (0,2mm)
  • Trockenestrich mit rückseitig kaschierter 60mm Hartschaumdämmung

Bei dem Aufbau würdest Du mit ca. 0,48W/m²K die Anforderungen erfüllen.
Den (bei ebenfalls jedem anderen Aufbau) für Bäder zu berücksichtigenden Abdichtungsteil gegen Feuchte von oben habe ich hier einmal ausgespart.
Doch so wäre es möglich, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass nahezu keine Ausfallzeiten für Austrockungen (außer gebundene Schüttung) anfallen wird.
Das Planung muß allerdings gut verdichtet sein!!
–…--…
Mfg Klaus
(Nur Aufbauhinweis, keine konkrete Empfehlung, da dezidierte Objektdetails nicht bekannt sind)

Hallo Klaus,
und Danke für Deine Antwort!
Ich habe nach Rohrverlegung und Abdeckung mit Sand ca 22cm Luft.
Mir wurde im hiesigen Baustoffhandel ( kein Baumarkt )eine Betonsohle als Grundlage empfohlen.
Ist diese Möglichkeit so- total gegen Normen?
Ich habe mal nachgesehen, die Wediplatten haben einen
Wärmedurchlasswiederstand von ca m²/ 1,6 K/W
U Wert 0,55.
Ich denke das ist eine enorme Steigerung zu vorher.Vorher waren die Fliesen direkt in ca 8cm Bett direkt auf den Sand verlegt *g*
Hat ungewöhnlich lange gehalten.

An welcher Stelle sollte ich die Dampfbremse einbringen?
Gut wäre doch, die Sohle von unten zu schützen? Oder macht es keinen Sinn?
Dann eine weitere unter Estrich-auf der Dämmung.Falls unter dem Beton, wie weit hochziehen?Bis zur Mauerwerkssperrbahn?(also knapp unter Estrich) Oder nur den Sand abdecken und nicht hochziehen?
Sorry, aber ich so viel gehört die letzte Zeit, dass ich langsam nicht mehr weiss was richtig ist.

Hallo „Timbuk2“,
die entscheidende Info war nun die Aufbauhöhe, welche zur Verfügung steht.
Dass sich hinterher der Wohnwert (oder die Qualität) verbessert, war zu erwarten.
Folgende Aufbau (von unten nach oben aufgeführt) wird zum Erfolg führen:

  • Erdreich, gut verdichtet
  • Ausgleichsmörtel, zementgebunden, Mörtel CT-C25-F4, 70mm dick
  • Abdichtungsbahn, bituminös und alukaschiert, ca. 7mm dick, bis über Oberkante Estrich (oder bis an Horizontalsperre im Mauerwerk geführt, soweit vorhanden)
  • 80mm Hartschaum-Wärmedämmung WLG 035
  • PE-Folie 0,15mm dick, einlagig verlegt als Trennschicht und zur Verhinderung des Eindringens von Anmachwasser
  • 45mm Zementestrich CT-C25-F4
    .–
    Nun sollten wir bei einer Aufbauhöhe von 202mm sein. Der Rest verbleibt für den Aufbau des Oberbelages, z.B. keramische Fliesen.
    Der U-Wert läge bei dem von mir aufgeführten Aufbau bei ca. U= 0.382 W/m²K.
    Die Mindestanforderung für die Wärmedämmung wäre damit nicht nur erfüllt, sondern zudem mit großer Sicherheit ausgerüstet. Gerade für ein Badezimmer ist dies wichtig!
    Noch einmal der Hinweis: Auf dem Estrich ebenfalls abdichten gegen eindringendes Wasser (Alternative Abdichtung mit Fugenbändern in Boden/Wand und Manschetten an Wanddurchdringungen)
    -.-.-.-.-.-
    Frohes Bauen: Klaus
    (hoffe, ich konnte helfen)