Hallo ich hab mal eine Frage auf was sollte man bei einem Einzug in eine neue Wohnung achten hinsichtlich des Lärmschutzes. Kommt es da nur auf die dicke der Wände an oder auch auf das Material? Welches Material ist besonders gut zur Schallisolierung geeignet? Was ist mit dem Gerücht das altbauten besonders Hellhörig sind? Stimmt das?
Im Bezug auf die Wände würde ich bei gleicher Tragkraft eine alte Lehmwand im Fachwerk eher als schalldämmend sehen, eine Stahlbetonwand
eher in ihrer Eigenresonanz als hellhörig.
Dabei würden Fachwerk / Lehm auf einer Gitarre eher einem Wollfaden
entsprechen…Mauerwerk / Stahlbeton eher Nylon oder Stahlsaiten.
Im Innern des Hauses würde ich eher Holzdecken als hellhörig bezeichnen, als Stahlbetondecken.
Holzdecken sind leichter gebaut als Stahlbeton…also weniger Masse
mit weniger Energie in Schwingung zu versetzen. Stahlbeton reagiert
eher aufgrund Fläche / Dicke / Armierung wie eine Gitarrensaite…also
optimal bei Tönen nahe einer berechenbaren Resonanzfrequenz.
Hier spielt m.V. nach die zu bewegende Masse eine weitere große Rolle.
( Die bei Stahlbetondecken deutlich höher als bei Holzdecken ist )
Trittschalldämmung sei hierbei jetzt nicht erwähnt…
Danke für deine Antwort. Aber heutzutage ist ja kaum noch ein Haus aus Lehm außer vielleicht Fachwerkhäuser. Entweder ist es Beton oder Stahlbeton oder ähnliches. Welches von beiden isoliert denn besser den Schall? Und gibt es da irgendwelche Normen was wie dämmt und vor allem Gesetze wie die Dämmung gegen Schall in einem Haus sein muss?
Hallo „hardes“,
so einfach, wie Du Dir das anscheinend vorstellst, ist Lärm/Lärmschutz nicht!
Es gibt viele Übertragungswege von Schall. Reden wir hier lieber von Schwingungen, das kommt der Sache schon näher.
Als Lärm empfundene Schwingungen (das ist nun der empfundene Schallduck) kommt nach seiner Erregung durch Körperschallübertragung, durch Luftschall oder durch die Kombination von beiden in Dein trautes Heim.
Er wird empfunden als wahezunehmende Schwingung (da fährt die Straßenbahn oder Schwerlastverkehr direkt vor der Haustür vorbei), der Mieter unter Dir liebt vielleicht rockige Klänge in grenzwertiger Lautstärke, und die Ehefrau über Dir keift mit langem Atem und ebenfalls lautstark ihren geehelichten Pantoffelhelden an. Das sollen nur einige Beispiele, scherzhaft ausgedrückt zwar, doch von den unterschiedlichen Lärmquellen her schon praxisnah, darstellen.
Eine kleine Wandfläche zum Beispiel hat eine andere Resonanz als eine sehr große Wand. Die schwingt eher als eine kleine. Bei großen, leichten Wandflächen könntest Du theoretisch nach dem Vorbild der Aufnahmen auf Schelllackplatten im Jahre 1920 einen Nagel fest anbringen und so eine „Aufzeichnung“ auf sich drehendem, gut ritzbarem Medium starten könntest.
Grundsätzlich gilt: je massiger das Bauteil, dest besser der (Körper)Schallschutz.
Bei Leichtbauwänden versucht man es, durch entsprechende Auffütterungen eine Masse zu erhalten. Masse ist (das besagt das vorhergehende Beispiel) immer geeignet, Schwingungen „aufzufangen“. Letztendlich sind diese Schwingungen ja eine Energieform, welche z.B. eine Stahlbetondecke erst einmal anregen muss. Der Energieinhalt der Erregerwellen nimmt dabei ab. Heißt: es wirkt leiser am anderen Ende…
–…--
Als praxisnah hat es sich für eine annähernd objektive Beurteilung möglicher Geräuschkulissen erwiesen, einmal zu gewissen tageszeiten (z.B. in einer Nacht) in dem anzumietenden Objekt zu verweilen.
Altbauten und auch moderne Holzbauweisen können unmöglich die Anforderungen an den Schallschutz im Hochbau erfüllen. Da macht man/muss man Abstriche machen.
–…--…–…
Gruß: Klaus
Gegen ganz normalen Lärm von draussen helfen vor allem Lärmschutzfenster. Wenn man in einer sehr lauten Gegend wohnt, kann man sogar über lärmgeschützte Belüftungsgeräte nachdenken.
Gegen den Lärm der eigenen Nachbarn helfen Lärmschutzfenster natürlich nicht. Dann sollte man sein Augenmerk mehr auf die Wände und Decken richten. Hier bei uns im Haus sind die Decken der eigentliche Schwachpunkt (Bj. 64 + Lärmschutzfenster). Eine bedeutende Rolle spielt bei uns im EG auch die Wohnungstür, die Geräusche aus dem Treppenhaus kaum abhält. Würde uns das zu sehr stören, würden wir die Tür austauschen.