Pflasterarbeiten - kurze Einschätzung

Guten Abend,

ich benötige mal eure fachkundige Hilfe und eine grobe Überschlagsrechnung zu einer Pflasterarbeit. Ich habe beispielsweise einen Schotterplatz, der auf dem Niveau 0 endet und auch nach den Pflasterarbeiten, das gleiche Niveau besitzen soll. Also nicht tiefer oder höher als vorher.
Nun müsste die gegebene Fläche ja noch ausgehoben werden und dann mit Kies etc. vorbereitet werden, um ein ansprechendes Resultat zu erhalten. Mit welcher Ausgabe inkl. Pflasterarbeiten müsste man denn grob rechnen pro m²? Also wirklich nur als ganz grobe Einschätzung. Man kann ja einen durchschnittlichen Stundenlohn ansetzen. Ganze Fläche beläuft sich auf vielleicht 200qm falls das noch relevant sein sollte.

Ich soll nämlich einen Neugestaltungsvorschlag einer Fläche einbringen und es wäre super, wenn ich schon mal eine kleine Richtung weiß, wo es sich preislich hinbewegt.

Ich danke euch.

MfG

Hallo!

Da müssten dann erstmal die 200 Qm so 15 cm tief ausgebaggert werden.
Das ergibt dann rein rechnerich 30 Kubikmeter Aushub, was also 3 der grossen 4-Achs-Kipper vollbeladen bedeutet, in der Praxis werden es wohl ehr 4 solche Ladungen werden.
Wenn jemand den ausgebuddelten Schotter braucht, bekommst Du den ev. kostenlos los, aber 4 solcher LKW-Fahrten würde ich insgesamt mit 300 € ansetzen.

Dann einen Bagger, der kostet am Tag so 200 €, wird wohle ehr paar Tage dauern. Dann anfahren und abholen, nochmal 100€. Eine grosse Rüttelplatte, oder Walze,
das kostet auch.

Dann braucht man noch 2 LKW-Ladungen Splitt, da kann man auch nochmal 200€ einplanen.

Und dann ist noch die Frage, ob aussenrum Borden gesetzt werden, und wie das gepflastert wird.
Bei Granit-Natursteinpflaster kann man nur für die Steine pro qm 50€ rechnen,
Betonpflaster oder Rasengittersteine sind deutlich billiger.

Also die Frage ist sehr schwer zu beantworten,
ich habe ja bisher auch keine Arbeitsleistung berücksichtigt.

Schreib mal, mit was das gepflastert werden soll,
dann kann ich mich der Unbekannten etwas mehr nähern.

Aber, es werden sicher viele tausende € werden,
am besten mal bei einem Bauunternehmer fragen, was das so kosten würde.
Das kann regional ganz stark schwanken.
Und dann ist noch die Frage, wie tief der alte Schotterplatz befestigt ist,
es bringt ja nichts, wenn da nur 15 cm tief Schotter drin sind, und man legt die neuen Pflastersteine sozusagen auf den Dreck.

Grüße, Steffen!

Hallo Steffen,

herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort. Das hat mir schon einmal sehr geholfen.

Borden sind an den Seiten schon vorhanden, nur besteht der Belag der Fläche nur aus festgewalztem Schotter. Diese Fläche soll nun umgewandelt werden und das sind vorzugsweise Parkplätze. Deshalb würde ich einfach mal grob sagen, dass 1/3 mit quadratischen Platten und 2/3 mit Rasengittersteinen gepflastert werden könnte. Gibt es eigentlich noch eine elegantere Lösung als die Gittersteine? Wobei die Lösung eigentlich schon ganz gut ist, denke ich. Die Flächenversiegelung ist auch nicht so hoch, von der daher ist das schon ganz ok, schätze ich mal. Auf Drainagen kann bei so einer kleinen Fläche getrost verzichtet werden oder? Zu mal ein gewisser Teil des Wassers ja durch die Gittersteine abgeführt wird.

Der ganze Auftrag sollte dann an einen Unternehmer vergeben werden, nachdem es öffentlich ausgeschrieben wird. Handelt sich um eine halböffentliche Fläche.

Vielen Dank noch einmal.

MfG MArkus

Noch als kurzer Nachtrag. 5000€ wären als Preis durchaus realistisch oder?

MfG Markus

Hallo!

Ob Du mit den 5000 € hinkommst, weiss ich nicht genau, so in die Grössenordnung könnte es schon gehen.
Das ist aber regional sehr unterschiedlich, bei uns hier hab ich im Umkreis von 10 km 2 Steinrüche, wo man das Material kaufen kann, und die LKW-Fahrer fahren auch alle knapp über Hartz-4 Lohn.

Man müsste da auf jeden Fall erstmal ein Probe-Loch graben, wie tief der Schotter ist.
Kann sein, dass der nur 20 cm tief ist, dann bringt das garnichts. Dann bekommt Ihr von der Baufirma eine fette Nachtragsrechnung wegen unvorhersehbar schlechtem Baugrund, und nur duch solche Sachen verdienen die ihr Geld! . Dann müsste der Schotter ausgehoben werden, zwischengelagert, der Boden weiter ausgegraben werden,
und der Schotter wieder rein. Natürlich nur, wenn die Baufirma das auch macht.

Dann das ganze verdichten, dann wohl noch zwei grosse LKW-Ladung Splitt, und dann kann man den Belag verlegen.

Rasengittersteine sind sehr preisgünstig, und für Parkplätze bestens geeignet. Die sacken auch nicht so schnell ab, wenn der Untergrund nicht so ganz stabil ist.
Und Ölflecke von parkenden Autos sind auch nicht so zu sehen, wie bei Betonpflaster.
Bei dem Betonpflaster ist das schon problematischer, bei den relativ kleinen Steinen bilden sich schnell mal paar Senken, und wenn sich dann Pfützen bilden, weicht der Untergrund auf, und die Löcher werden immer grösser.

Man muss halt darauf achten, dass Regenwasser gut ablaufen kann.

Wenn der Parkplatz nicht repräsentativ sein soll:

Sandgeschlämmte Schotterdecken:

Zitat aus einem Fachbuch:

Die sandgeschlämmte Schotterdecke ist für schweren und schnellen Verkehr ungeeignet, da sie einem starken Verschleiß unterliegt und eine hohe Staubentwicklung zuläßt.

Deshalb wird sie meist nur für untergeordnete Straßen als Unterlage verwendet, die eine Oberflächenbehandlung oder einen dünnen bituminösen Belag erhalten.

Für eine Deckensollhöhe von 8 cm ist eine 10 cm dicke Schotterlaage der Körnung 35,5/56 profilgerecht aufzubringen, Das verteilen erfolgt mit Straßenhobel oder Planierraupe.
Vor dem Verdichten mit schweren statischen Walzen werden dem Schotter etwa 30kg /m²Splitt der Körnung 18/25 beigegeben, um ein verkeilen des Schotters zu erreichen.

Die Schotterlage gilt als gut verdichtet und standfest, wenn sich ein Schotterstein der gleichen Gesteinsart, vor die Walze geworfen, nicht mehr in die Decke eindrücken lässt.

Ist die Schotterlage standfest gewalzt, wird unter ständiger Wasserzugabe das Füllmaterial, ein scharfer lehmfreier Sand, in einer Menge von etwa 44kg/m² eingeschlämmt.

Zitat Ende.

So würde ich das für meine privaten Zwecke machen,
aber auf Rasengittersteinen können dumme Autofahrer halt keine Löcher mit ihren durchdrehenden Rädern graben,
und schöner und sieht es auch aus.

Grüße, Steffen!

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