Hallo,
wir haben uns vor 20 Jahren für ein Fertighaus entschieden.
Heute kann ich sagen, dass wir einfach nur Glück hatten, bei der Wahl der Firma. Wir bekamen einen Festpreis und einen verbindlichen Einzugstermin zugesichert. Beides wurde zu 100% eingehalten.
Unser Zutun bestand nur aus der sogenannten „Bemessung“ und dem Verstehen der Leistungsbeschreibung.
Die Leistugsbeschreibung enthält alles, was die Firma für eine schlüsselfertige Übergabe erledigt. Mobiliar ist so gut wie nie enthalten. Küchen manchmal, wenn die Firma mit einem Küchenhersteller zusammenarbeitet. Da kommt es darauf an, zu welchem Preis die Kücheneinrichtung veranschlagt wurde. Manchmal kann es preiswerter sein, diese wegzulassen und sie woanders zu kaufen. Manchmal auch nicht.
Ob diese Leistungen, die im Paket angeboten werden, Euren Vorstellungen entsprechen, könnt nur Ihr entscheiden. Wenn zum Beispiel die Dusche gefliest und der Rest des Bades aber nur mit Wandfarbe gestrichen wird, müsst Ihr entscheiden, ob das für Euch ok ist.
Eine Leistungsbeschreibung für ein Fertighaus ist ungefähr so, wie ein Zimmer in einem Urlaubshotel zu buchen. Was im Katalog nicht drinsteht, kann man vor Ort nicht erwarten.
Wir haben uns für einen Haustyp (Baumaterial) bei freier Raumplanung entschieden und die Innenausstattung (Heizungsart, Bodenbeläge, Decken, Türen, Treppen, Fliesen, Badausstattung usw.) zusammen mit einem Beauftragten der Firma bei Fachhändlern angeschaut und die Preiskategorien festgelegt, die wir uns vorstellen. Du weisst ja selbst, dass es Fliesen für 4 € und solche für 50 € pro qm gibt, oder Betontreppen und leichte, freitragende aus Holz oder Leichtmetall. Das wirkt sich immens auf die Endkosten aus. Dazu kamen die Preisnachlässe für Eigenleistungen, (z.B. Malerarbeiten). Diese sind meist weniger hoch, als sich der Laie vorstellt.
Auf dieser Basis wurde der Festpreis errechnet.
In unserer Umgebung stehen mehrere Fertighäuser von unterschiedlichen Firmen. Die Besitzer haben ganz verschiedene Erfahrungen gemacht.
Ich liste mal auf:
- im Endpreis waren keine Regenrinnen und Fallrohre enthalten
- es war keine Blitzschutzanlage enthalten
- die Haustür hatte nur ein ganz normales Bartschloss
- es gab nur einen 1-zügigen Kamin für die geplante Gasheizung, obwohl im Vorgespräch zusätzlich ein Kaminofen gewünscht war.
- einem Nachbar war nicht klar, dass sein Haus nicht unterkellert sein würde
- die Anzahl der Steckdosen und Kabelanschlüsse war zu gering bemessen
jetzt höre ich auf, aufzuzählen. Ich bin so froh, dass unsere damalige Firma absolut seriös war. Auf fehlende Dachrinnen in der Leistungsbeschreibung wären wir im Leben nicht gekommen… Wer denkt schon daran.
Fazit: ein Fertighaus ist in jedem Fall ok, wenn man die Leistungsbeschreibung studiert und verstanden hat und diese mit dem ergänzt, was man gerne haben möchte. Ob das Haus dann aus Holz oder Stein ist, ist eigentlich egal.
Und für die Garage oder den Carport, den Gartenzaun, den Gartenstuhl und das erste kleine Pflänzchen solltet Ihr noch ein paar Cents übrig behalten. Die sind auch nicht im Festpreis enthalten.
Beste Grüße
Maralena