Hallo zusammen,
ich bin in meiner neuen Mietwohnung etwas unglücklich bezüglich der Hellhörigkeit. Hierbei meine ich nicht Gespräche, Musik usw. sondern die extreme Übertragung von Körperschallgeräuschen (wie z.B. das Zuziehen von Wohnungstüren.) So kann ich in meiner Wohnung in der obersten Etage prima Tellerklappern oder Laufgeräusche auf dem Fliesenboden der Nachbar- oder unteren Wohnung hören. Treppenhaus sowieso. Das Ganze zudem in allen Räumen, will heißen schneidet ein Nachbar Möhren höre ich das in allen Zimmern- schrecklich.
Da es sich um einen Altbau aus den 60er Jahren handelt (große Glasflächen), vermute ich mal das die geringe Masse des Gebäudes hier eine Rolle spielt- die Betondecke ist nur 15cm dick.
Könnt Ihr diese Einschätzung bestätigen, bzw. welche Erfahrungen habt Ihr, sprich habt Ihr Ruhe und wie dick ist dann die Decke?
Vielen Dank schon mal im Vorfeld für die Beteiligung, Gerd
Hallo Gerd,
die Dicke der Betondecke ist sicher mit für den Abbau von Schwingungen zuständig. Viel wichtiger jedoch ist eine funktionstüchtige Trittschalldämmung unter dem Estrich.
Soweit diese vorhanden ist (was ich nicht in Zweifel ziehe) wäre das Augenmerk (in der fremden Wohnung) auf Schallbrücken zu richten.
Mit Sicherheit liegt die unerwünschte Schallübertragung an irgendwelchen hart an dem Mauerwerk oder den Türzargen anliegenden Bodenbelag (z.B. Fliesen) oder Mörtelbatzen in den Randfugen.
Die Schallübertragung wird an nicht wesentlich dickeren Betondecken gemessen. Allerdings findet die Schallerregung auf einem schwimmend auf Dämmschichten gelagerten Estrich statt.
Du erkennst: die Dämmschicht bildet in dem Gesamtschallschutzgefüge einen wesentlichen Aspekt.
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Mfg Klaus
Hallo Klaus,
danke für die Infos- die decken sich mit meinen Vermutungen. Was aber meinst Du mit:
„Die Schallübertragung wird an nicht wesentlich dickeren Betondecken gemessen.“?
Viele Grüße, Gerd
Hallo Gerd,
die Schallmessungen -soweit nicht in einem Objekt gemessen, sondern vor dem Hintergrund einer Materialprüfung- erfolgt ja unter Laborbedingungen. Dort wird die Schallanregung mit dem Normhammerwerk an einer Deckenplatte durchgeführt, welche nicht wesentlich dicker ist als jene Deckenkonstruktion, welche Du aufgeführt hattest.
Das war damit gemeint.
Die Schallübertragung ist aber noch von einer Vielzahl anderer Faktoren abhängig. Daher kann eine Schallmessung über das Hammerwerk nur die Dämpfung unter einem Estrich im Fokus haben. Schallbrücken, Raumschall etc. werden dadurch nicht berücksichtigt. Letztlich ist -und das war der Tenor meiner Ausführungen- die Dicke der Deckenkonstruktion weniger bedeutsam als Schallbrücken.
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Gruß: Klaus