Fussbodensanierung im Altbau

Hallo!

Bei mir in der Wohnung muss ich noch das letzte Zimmer renovieren.
Das Haus wurde 1914 /15 gebaut, ein Bauernhaus.
Der Fussboden in der oberen Etage ist von unten nach oben so aufgebaut:
Unten ist ein Ziegelgewölbe, (war mal Stall),
dann 20 cm nichts.
Dann kommen Deckenbalken, in der halben Höhe der Deckenbalken sind Dachlatten angenagelt, darauf liegen liederlich Holzschwarten, und darauf ist Schlacke gefüllt.
So 5 cm, ganz liederlich, ein Teil davon ist schon runtergefallen.
Dann kommt eine Diele.

So, ich hab da jetzt eine Ecke aufgemacht, um die Heizungsrohre zu verlegen.

Jetzt die 1. Frage:
Wozu ist die Schlacke gedacht?
Soll ich das wieder so einbauen,wie es war, wenn morgen die Heizungsrohre verlegt werden?

Die Diele hab ich mal mit einer langen Metallschiene durchgemessen, ist relativ eben, so 1-2 cm Abweichung konnte ich auf 3 Meter feststellen.
Es gibt da eine auffällig hohe Stelle, da will ich vielleicht bischen wegstemmen oder hobeln.
Das Holz ist zwar bischen krumm, also die Dielenbretter sind bischen an den Rändern aufgestiegen, aber nicht sehr, und auch gleichmässig.
Es ist alles sehr trocken, und das Holz sieht auch gesund aus.
Die Deckenbalken ebenfalls. Die Diele quitscht nicht.

Ich habe mir dann vorgestellt, 2 Laagen Trittschalldämmung zu verlegen, und die neumodischen ESB ? Platten, also ähnlich OSB, zu verlegen, und die dann an den Wandanschlüssen ringsum einzuschäumen,
und diese dann zu lackieren. Sozusagen als Nutzoberfläche.
Ist das OK so?
Die Raumgrösse ist ca. 4 x 3 m.

Grüße, Steffen!

Hallo Steffen!
Wie ich das sehe, baust Du gerade mit erheblichem Aufwand ein später als mangelhaft zu beschreibendes Gewerk auf.
bevor man die Fußbodenheizung verlegt, muss doch bekannt sein, wie man mit welchen Materrialien weiter aufbau, ob an welcher Stelle eine Dampfsperre und Wärmedämmung vorzusehen ist!
-.-.-.-
Die Schlacke hatte damals ausschließlich den zweck, Masse in den Zwischenboden rein zu kriegen, ohne dass hinterher die Decke beulenartig nach unten hing. Damit wurde der Trittschallproblematik entgegen gewirkt, wie es halt bei Holzbauweise üblich war.
Die Lattung mit dem aufgenagelten Blindboden werden ihre Tage auf dem Buckel haben; sie sollten allesamt entsorgt werden.
Unter „Heizungsrohre“ meinst Du wahrscheinlich die Zuleitungen der Warmwasserrohre für die Heizungsanlage?

Außerdem: wenn Du die Ebenheit gemessen hast und bei 3m Abstand auf eine Höhendifferenz von 1-2cm kommst, bitte, dann reden wir doch nicht ernsthaft von einer tolerierbaren Größenordnung.
Akzeptabel sind maximal 8mm Vertiefung (Stichmaß) auf 3m Messpunktabstand. Alles andere ist Murks!
Oder hast Du die Waagerechte auf 3m Länge gemessen, und der Boden senkt sich insgesamt um 1-2cm ab (oder steigt an)?
Diese Messmethode wäre als Teilstreckenmessung ohnehin nicht zulässig (siehe DIN 18202), sie sagte zudem bei der Vorgehensweise nichts aus!

Mein Tipp, der Dir viel Geld und Ärger ersparen wird:
Lasse einen Fachmann Deines Vertrauens den IST-Zustand aufnehmen.
Der soll Dir dann einen Aufbau empfehlen, der dem Stand der Technik entspricht. Und dazu gehört neben einer Trockenschüttung als Höhenausgleich auch die Dampfsperre, welche an keiner Stelle in Deiner Planung Berücksichtigung fand!
berücksichtigst Du sie nicht, werden Dir die quellempfindlichen OSB-Platten nach dem Einzug schon deutlich tagsüber und nachts sagen, wo es quietscht und wölbt.
Und Schäume, wie Du Dir das vorstellst, die haben als Hilfsstoff in der Fußbodentechnologie nichts zu suchen.

Noch einmal im Klartext:
Was Du letztendlich mit Deinem Haus machst, bleibt vollkommen Dir vorbehalten.
Aber so, wie es aus Deinen Zeilen zu entnehmen ist, kann das Gewerk nicht gelingen; es Nichts werden - und nur Geld kosten.
-.-.-.-.-
Gruß: Klaus

Hallo,

Das Haus wurde 1914 /15 gebaut, ein Bauernhaus.

Toll, wenn man es mag und erhalten möchte.

Unten ist ein Ziegelgewölbe, (war mal Stall),
dann 20 cm nichts.
Dann kommen Deckenbalken, in der halben Höhe der Deckenbalken
sind Dachlatten angenagelt, darauf liegen liederlich
Holzschwarten, und darauf ist Schlacke gefüllt.
So 5 cm, ganz liederlich, ein Teil davon ist schon
runtergefallen.
Dann kommt eine Diele.

Eine solide und bewährte Konstruktion, mit Ausnahme der heutigen Anforderungen an Wärmeschutz.

Jetzt die 1. Frage:
Wozu ist die Schlacke gedacht?

Hat Klaus bereits geschrieben.

Soll ich das wieder so einbauen,wie es war, wenn morgen die
Heizungsrohre verlegt werden?

Ja.

Die Diele hab ich mal mit einer langen Metallschiene
durchgemessen, ist relativ eben, so 1-2 cm Abweichung konnte
ich auf 3 Meter feststellen.
Es gibt da eine auffällig hohe Stelle, da will ich vielleicht
bischen wegstemmen oder hobeln.

Gut so. Ist ein altes Bauernhaus, die Einhaltung von Normen etc. halte ich für unpassend. Ich nehme an, du möchtest den Stil eines alten Bauernhaus bewahren.

Es ist alles sehr trocken, und das Holz sieht auch gesund aus.
Die Deckenbalken ebenfalls. Die Diele quitscht nicht.

Das wäre meine einzige Sorge gewesen. Ein wenig marode, Probleme mit Holzbalken, Feuchtigkeit, Schimmel, …

Ich habe mir dann vorgestellt, 2 Lagen Trittschalldämmung zu
verlegen, und die neumodischen ESB ?

Eine Lage würde wegen Trittschall auch reichen. Wozu benötigst du eigentlich Trittschall nach unten? Wenn, dann Mineral- oder Steinwolle. Und du hattest geschrieben: Die Diele quietscht nicht. Also wieder einbauen.

Platten, also ähnlich
OSB, zu verlegen, und die dann an den Wandanschlüssen ringsum
einzuschäumen,

Never. Bewegungsspielraum muss sein. Offene Fugen, Leisten ringsum.

und diese dann zu lackieren. Sozusagen als Nutzoberfläche.

Wenn es denn unbedingt sein muss, ich kenne die geplante Nutzung schließlich nicht. Ich würde die Dielen belassen. Und auf Lackierung verzichten. Du veränderst die Diffusionseigenschaften erheblich. Unnötiges Risiko.

Bezüglich der von Klaus angesprochenen Dampfbremse: Sofern du nicht Unmengen von Isolierung einbringen möchtest, kannst du darauf verzichten. Die Konstruktion ist ohne schädlichen Befund. „Luftige“ Fußbodenkonstruktion, Luftzwischenraum, Gewölbe. Ist der darunterliegende Bereich eine Art Kellerraum? Hat er eine Temperatur von konstant ca. 8°-12°C.? Diese Konstruktion wäre dann sicher. Und hinsichtlich Wärmeschutz auch zumutbar, wegen der geringen Temperaturdifferenz. Eine Dampfbremse würde dann eher Schäden verursachen als der Verzicht auf diesselbe.

Mein Vorschlag: Öffne den Bereich, den du für die Verlegung der Rohre benötigst und schließe ihn dann wieder.

Und du solltest mal etwas genaueres zu dem darunterliegenden Raum schreiben. Hinsichtlich Nutzung. Vielleicht vermute ich völlig falsch.

Grüße
Tommy

Hallo!

Das Haus wurde 1914 /15 gebaut, ein Bauernhaus.

Toll, wenn man es mag und erhalten möchte.

Naja, ich habe keine andere Wahl.Ich finde es aber gut, ich hab Platz ohne Ende.

Unten ist ein Ziegelgewölbe, (war mal Stall),
dann 20 cm nichts.
Dann kommen Deckenbalken, in der halben Höhe der Deckenbalken
sind Dachlatten angenagelt, darauf liegen liederlich
Holzschwarten, und darauf ist Schlacke gefüllt.
So 5 cm, ganz liederlich, ein Teil davon ist schon
runtergefallen.
Dann kommt eine Diele.

Eine solide und bewährte Konstruktion, mit Ausnahme der
heutigen Anforderungen an Wärmeschutz.

Die Diele hab ich mal mit einer langen Metallschiene
durchgemessen, ist relativ eben, so 1-2 cm Abweichung konnte
ich auf 3 Meter feststellen.
Es gibt da eine auffällig hohe Stelle, da will ich vielleicht
bischen wegstemmen oder hobeln.

Gut so. Ist ein altes Bauernhaus, die Einhaltung von Normen
etc. halte ich für unpassend. Ich nehme an, du möchtest den
Stil eines alten Bauernhaus bewahren.

Ja. Und nicht allzuviel Aufwand treiben.

Es ist alles sehr trocken, und das Holz sieht auch gesund aus.
Die Deckenbalken ebenfalls. Die Diele quitscht nicht.

Das wäre meine einzige Sorge gewesen. Ein wenig marode,
Probleme mit Holzbalken, Feuchtigkeit, Schimmel, …

Nein, das ist alles voll staubtrocken.

Ich habe mir dann vorgestellt, 2 Lagen Trittschalldämmung zu
verlegen, und die neumodischen ESB ?

Eine Lage würde wegen Trittschall auch reichen. Wozu benötigst
du eigentlich Trittschall nach unten? Wenn, dann Mineral- oder
Steinwolle. Und du hattest geschrieben: Die Diele quietscht
nicht. Also wieder einbauen.

Nein, nicht falsch verstehen:
Ich habe nur eine kleine Ecke der Diele aufgemacht, um das Rohr zum Wandheizkörper anzuschliessen.
Trittschalldämmung brauche ich im Prinzip nicht, ich will damit blos erreichen, dass die ESB- Platten nicht auf den Dielenbrettern klappern.
Aber ich muss was auf die Diele legen, weil die Bretter gewölbt sind.

Platten, also ähnlich
OSB, zu verlegen, und die dann an den Wandanschlüssen ringsum
einzuschäumen,

Never. Bewegungsspielraum muss sein. Offene Fugen, Leisten
ringsum.

Gut, Du sagst Nein.
In fast allen anderen Räumen bei mir hab ich das vor 5 Jahren so gemacht.
Das Ziel war, den Raum gegen die kältere Luft aus der Hohldiele zu sperren.
Probleme gab es da bisher nicht.
Ich hatte halt keine andere Idee, wie ich das zugluftfrei bekomme.

und diese dann zu lackieren. Sozusagen als Nutzoberfläche.

Wenn es denn unbedingt sein muss, ich kenne die geplante
Nutzung schließlich nicht.

Das soll mal ein Kinderzimmer werden,
vorerst Abstellraum, Archiv, Gästeschlafzimmer.

Bezüglich der von Klaus angesprochenen Dampfbremse: Sofern du
nicht Unmengen von Isolierung einbringen möchtest, kannst du
darauf verzichten.

Isolierung ist nicht geplant.

Die Konstruktion ist ohne schädlichen
Befund. „Luftige“ Fußbodenkonstruktion, Luftzwischenraum,
Gewölbe. Ist der darunterliegende Bereich eine Art Kellerraum?
Hat er eine Temperatur von konstant ca. 8°-12°C.? Diese
Konstruktion wäre dann sicher. Und hinsichtlich Wärmeschutz
auch zumutbar, wegen der geringen Temperaturdifferenz. Eine
Dampfbremse würde dann eher Schäden verursachen als der
Verzicht auf diesselbe.

Mein Vorschlag: Öffne den Bereich, den du für die Verlegung
der Rohre benötigst und schließe ihn dann wieder.

Ist klar.

Und du solltest mal etwas genaueres zu dem darunterliegenden
Raum schreiben. Hinsichtlich Nutzung. Vielleicht vermute ich
völlig falsch.

Also:
Unter den Holzbalken ist ein Ziegelgewölbe,das hab ich schon geschrieben.

Darunter dürfte dann noch mal so ein halber Meter Hohlraum sein,
dann darunter ist eine Decke eingezogen, so Sauerkrautplatten, von unten verputzt,
und das ist die Decke für den Hauseingangsbereich, Gästetoiletten, Gästeschlafzimmer, Umkleideraum.
Also ein Bereich, der nicht wirklich ständig beheizt wird,
wir haben ein warmes Haus,
also unter 10 ° geht das dort auch im kältesten Winter nicht.

Grüße, Steffen!