Kann man Aussen und Innen Isolieren?

Mein Haus wurde Ende der 60iger Anfang der 70iger innen isoliert. D.h an den Aussenwänden wurde innen Platten mit 30mm Styropor und 7mm Rigibs angebracht. War damals eine übliche Vorgehensweise.
Kann es Probleme geben, wenn ich jetzt Aussen einen Vollwärmeschutz (ca.140mm Styropor usw.) auflegen?

Hallo,
vermutlich hast du jetzt schon Probleme und weißt es nur nicht.
Innendämmung ist prinzipiell nicht ohne und ohne Berechnung würde ich mich da nicht ran trauen.

MfG
uli

Mein Haus wurde Ende der 60iger Anfang der 70iger innen
isoliert. D.h an den Aussenwänden wurde innen Platten mit 30mm
Styropor und 7mm Rigibs angebracht. War damals eine übliche
Vorgehensweise.

Hatten die Platten eine Aluminiumfolie zwischen Rigips und Dämmung? Gab es bisher Probleme mit Schimmel?

Grüße
Tommy

PS: 7mm Platten von Rigips gab es nie auf dem Markt, auch in Kombination mit Styropor nicht.

Hallo uli,
innen ist das Haus ja schon vor fast 40 Jahren gedämmt worden.
Ich will heute einen Vollwärmeschutz außen anbringen. Kann die beidseitige Isolierung für das Mauerwerk schädlich sein?
MfG
Haeuselebauer

Hi,
da Polystyrol rel. Diffusionsdicht ist, kann die Mauer nicht „atmen“ und damit die Feuchtigkeit abgeben.
Das ist im Innenbereich noch schlechter als außen. Hängt mit dem Taupunkt und so zusammen.
Wenn du nun Außen auch noch dicht machst, bekommst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Schimmel.
Aber auf die Ferne gesehen kann ich dir nur dazu raten, die Innenisolierung auf jeden Fall abzumachen und vielleicht außen isolieren.
Was bei der ganzen Isolierwut immer ganz vergessen wird, sind die solaren Gewinne (auch im Winter nicht unerheblich). Ein wirklicher Gewinn durch die Isolierung wird meist von dem Mehraufwand „aufgefressen“, der benötigt wird, um die Wand aufzuheizen.
Wenn die Fenster in Ordnung sind, die Mauern einigermaßen dick sind und das Dach bzw. die oberste Geschoßdecke gut isoliert sind, braucht die Wand auch nicht unbedingt ein WDV. Steck eine Teil der Kosten dann lieber in eine Anlagentechnik, die ihren Namen verdient und fahr in den Urlaub.
Wenn die Wand natürlich sowieso eine Renovierung nötig hat, dann mach es, aber wie gesagt, ohne Innendämmung.

MfG
Uli

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Hallo

Was bei der ganzen Isolierwut immer ganz vergessen wird, sind
die solaren Gewinne (auch im Winter nicht unerheblich). Ein
wirklicher Gewinn durch die Isolierung wird meist von dem
Mehraufwand „aufgefressen“, der benötigt wird, um die Wand
aufzuheizen.

Die Ansicht ist ja eine mir nicht unbekannte, mitunter auch mit Verbissenheit vertretene Mindermeinung, aber ich kann die Argumentation trotzdem nicht nachvollziehen.

Das WDVS hilft der Wand, das dort gespeicherte Wärmeniveau gleich einem Pufferspeicher auch über eine frostige Winternacht hinweg aufrecht zu erhalten, so dass von innen her viel weniger nachgeheizt werden muss. Solare Gewinne im Winter gibt es nur tagsüber - in den wenigen klaren Sonnenstunden - doch gehen die bei der Witterungslage stets einher mit großer Kälte, woran man eben merkt, dass es mit der Heizleistung der Sonne im Winter nicht so weit her ist, jedenfalls nicht so weit wie mit den bauphysikalischen Wärmeverlusten in der selben Jahreszeit.

Es mag bei einer dunklen Fassade so sein, dass es allein durch die Wintersonne kurz unter dem Außenputz recht warm wird, aber das kommt nie innen an, denn bei einer so großen (thermodynamisch träge reagierenden) Masse spielt die Gesamtbilanz der Wärmegewinne und -verluste nicht im Stundengang, sondern über den gesamten Winter hinweg die entscheidende Rolle, und die ist negativ.

Eine kontrolierte Lüftung (mit WRG) braucht man richtigerweise trotzdem und auf jeden Fall im Neubau enbenso wie im (nur) fenstersanierten Altbau, weil Wände eben nicht „atmen“, denn das ist nur eine Erfindung der Baustoffindustrie. Die entscheidenden 99 % des Feuchteaustauschs gehen über Fenster und Türen…oder eben nicht mehr, wenn diese plötzlich dicht schließend sind.

Gruß
smalbop

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Hallo,
da es sich um einen Altbau handelt, gehe ich davon aus, dass die Wände aus massiven, schweren Steinen gebaut sind, deren Speicher- und somit auch Wärmekapazität entsprechend hoch ist.
Das muss natürlich vor Ort entschieden werden und nicht irgendwo im Netz.
Da die nach Norm geforderte Mindesttemperatur 12,6 °C gerade im Winter wohl eher nicht erreicht wird, wenn eine Innendämmung aufgebracht wird.
Der Taupunkt muss aus der Wand. Deshalb tut auch jedes Watt in dem Zusammenhang gut, egal welche Farbe die Fassade hat.
Zum Anderen bringt mir eine effektive Einsparung von 1000 l Heizöl bei einem einigermaßen günstigen Einkauf eine Einsparung von etwa 500 - 700 € im Jahr. Bei einem Angenommenen Finanzierungsbetrag von 21 000 € brauche ich zwischen 30 und 42 Jahren zur Amortisation.
Da geht für mich die Wirtschaftlichkeit flöten. Zumal ich mit anderen Methoden eine mindestens gleich hohe co² Einsparung erreichen kann.
Ich will hier keine Werbung machen, aber ich habe seit Januar einen Digital-Stromzähler. Wenn man sieht für was der Strom verbraucht wird, ist es viel einfacher bewusst zu leben. Wir haben bei uns im Haus (Baujahr 1856 mit 2 Kindern und 2 Erwachsenen) die Stromkosten von etwa 230 €/Monat auf 100 €/Monat nur durch bewusstes verbrauchen des Stromes. Keine Nennenswerte Komforteinbusen. Die Investitionskosten belaufen sich auf: 2 mal ca. 12 € für die Funksteckdosen und 30 € für den Stromzähler. Plus ein paar Energiesparlampen (zum Teil aber auch Halogen). Also mit rund 100 € Investition rund 1000 €/Jahr gespart - das rechnet sich.
MfG
Uli

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Hallo

da es sich um einen Altbau handelt, gehe ich davon aus, dass
die Wände aus massiven, schweren Steinen gebaut sind, deren
Speicher- und somit auch Wärmekapazität entsprechend hoch ist.

Schon, aber ebenso wie die Wärmespeicherkapazität ist eben auch die „Kältespeicherkapazität“ hoch. Was in der Nacht verloren geht, kann die Wintersonne tagsüber nicht wieder in die Wand reinheizen.

Das muss natürlich vor Ort entschieden werden und nicht
irgendwo im Netz.

Gewiss.

Da die nach Norm geforderte Mindesttemperatur 12,6 °C gerade
im Winter wohl eher nicht erreicht wird, wenn eine
Innendämmung aufgebracht wird.

Ich weiß nicht, welche Norm das fordert, nehme aber an, du meinst die Taupunktstemperatur an der Wandinnenseite. Die wird auch mit einer entsprechenden Innendämmung - zunächst - überschritten, aber das Problem ist dort ja, dass der Taupunkt dann in der Innendämmung liegen wird und mit der Durchfeuchtung eine Herabsetzung der Dämmwirkung einhergeht, was in eine Abwärtsspirale und letztlich in Schimmelbefall mündet.

Der Taupunkt muss aus der Wand. Deshalb tut auch jedes Watt in
dem Zusammenhang gut, egal welche Farbe die Fassade hat.

Ja, aber nur die Wintersonne ohne WDVS reicht da halt nicht.

Zum Anderen bringt mir eine effektive Einsparung von 1000 l
Heizöl bei einem einigermaßen günstigen Einkauf eine
Einsparung von etwa 500 - 700 € im Jahr. Bei einem
Angenommenen Finanzierungsbetrag von 21 000 € brauche ich
zwischen 30 und 42 Jahren zur Amortisation.

Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was du in 30 oder 42 Jahren für den Liter Heizöl bezahlen musst.

Da geht für mich die Wirtschaftlichkeit flöten. Zumal ich mit
anderen Methoden eine mindestens gleich hohe co² Einsparung
erreichen kann.

Stromverbrauch ist doch etwas ganz anderes als Heizölverbrauch. Du wirst ja nicht mit Strom heizen wollen, oder?

Gruß
smalbop

Ja, aber nur die Wintersonne ohne WDVS reicht da halt nicht.

Das ist sicher richtig. Was aber vergessen wird, sind die „Zwischenzeiten“, also Frühling und Herbst. Gerade der Frühling mit schon sehr starker Sonneneinstrahlung _kann_ je nach Lage des Hauses erheblich Heizung ersetzen. Sicher nicht in einem dunklen Tal in den Alpen, aber sehr wohl in wärmeren Gebieten wie dem Rheingraben u.ä. Das kann man aber nur besser einschätzen, wenn man Lage und Substanz des Hauses kennt.

Irrwitzig finde ich aber sowieso diese ganze Isoliererei mit Kosten jeneits von Gut und Böse, das rechnet sich nie. Aber das wird erstaunlicherweise oft völlig ignoriert, da werden Unsummen an die Wand genagelt um dann pro Jahr ein paar Hundert Euro zu sparen. *kopfschüttel*

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Hi,

  • genau!

ciao
uli

Hallo Uli,

da Polystyrol rel. Diffusionsdicht ist

Das ist tatsächlich relativ zu sehen. Die Außendämmung kann durchaus unproblematisch sein, da die Dampfdiffusionswiderstände nicht erheblich voneinander abweichen. Eine Berechnung wäre aber wie du geschrieben hast ratsam.

Grüße
Tommy

Hallo

Eine kontrolierte Lüftung (mit WRG) braucht man richtigerweise
trotzdem und auf jeden Fall im Neubau enbenso wie im (nur)
fenstersanierten Altbau, weil Wände eben nicht „atmen“, denn
das ist nur eine Erfindung der Baustoffindustrie.

Diese „Investition“ würde ich unüberlegt nicht unterschreiben (bei Sanierungen). Die Bezeichnung „atmen“ täuscht. Tatsächlich geht es um die Kapazität einer Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe (egal in welche Richtung) eines Baustoffs/einer Konstruktion, ohne dass es zu Schäden führt.

Die entscheidenden 99 % des Feuchteaustauschs gehen über Fenster
und Türen…oder eben nicht mehr, wenn diese plötzlich dicht
schließend sind.

Dies ist ein weiteres, dennoch anderes Thema.

Grüße
Tommy

Hallo,

Das ist sicher richtig. Was aber vergessen wird, sind die
„Zwischenzeiten“, also Frühling und Herbst. Gerade der
Frühling mit schon sehr starker Sonneneinstrahlung _kann_ je
nach Lage des Hauses erheblich Heizung ersetzen.

und erst mal im Sommer, wieviel Heizleistung man dann ohne Wärmedämmung ins Haus bekommt. Was im Winter wünschenswert ist, muss es im Sommer noch lange nicht sein. Eine Wärmedämmung isolier auch gegen Sommerhitze.

Was die Kosten anbelangt, stimme ich allerdings mit Dir überein.

Gruß, Niels

und erst mal im Sommer, wieviel Heizleistung man dann ohne
Wärmedämmung ins Haus bekommt. Was im Winter wünschenswert
ist, muss es im Sommer noch lange nicht sein. Eine
Wärmedämmung isolier auch gegen Sommerhitze.

Meiner persönlichen Erfahrung nach aber nicht sonderlich gut. Da hilft ein klassischer dicker Kalkputz innen oft mehr das Raumklima erträglich zu halten als zugeschmierte WDVS-Gipswände.
Bei Beton- und KS-Bauten hilft aber kaum was - außer dämmen. Das ist wohl richtig.

hallo das thema dämmung und feuchte ist für mich der anfang von schimmel! difusionen von baustoffen und deren widerstände so zb styropor 40 !! tonsteine 21 !! mineralwolle ( lamelen fasaden dämmplate ) 10 !! kalkdämmputz 6 !! sind natürlich immer zu beachten
wenn ich mit styropor dämme muss ich mit einem anstieg von feuchte im mauerwerk ausgehen 3% zuname an feuchte bedeutet aber einen verlust von 30% wärmedämmwert !!
man solte also immer überlegen ob und wie ich dämme die südseite ist für mich schon seit jahren tabu höchtenfals eine erneuerung des edelputzen. gern etwas dunkel um im winter die erwärmung zu erhöhen , dachüberstände sind im sommer sehr hilfreich um die fasade zu beschatten im winter bei tiefstehender sonne hilft die fasade durch die fasenverschiebung beim enrergiesparen,
was noch garnicht erwähnt wurde ist das eine styropor fasade durch die baufeuchten auch nur eine gewisse lebensdauer hat man geht im augenblick von ca 20 jahren aus eher wenigern und die entsorgung wird auch nicht billiger !!! selbst wenn sie länger hält als 20 j gehe ich von ca 3 bis 4 anstrichen aus weil eine veralgung nicht ausbleiben wird ( selbst bei bioziden farben ) der anstrich kostet auch wieder !! solte also bei der kosten kalkulation nicht vergessen werden.
so jetzt könnt ihr über rechtschreibfehler lamentieren, über meine meinungen oder mal über den sinn oder unsinn von styroporfasaden

an sonsten allen ein schönes we was bei den aussichten ja zu erwarten ist cu bis dann mal u.d.