Guten Abend!
schaut euch mal diese zweiseitige PDF mit
dem Diagramm an. Danach ist klar was zu tun ist...
http://www.vz-bawue.de/mediabig/56911A.pdf
Das Diagramm ist richtig, aber der Text enthält ziemlich viel Unsinn, von Realitätsferne ganz abgesehen. So setzt die Anwendung des Diagramms die genaue Kenntnis von Temperatur und Luftfeuchte voraus. Brauchbare Thermometer sind kein Problem, aber die Praxis scheitert zumindest in Laienhand an der Messung der rel. Luftfeuchte.
Bei den Aussagen zur Temperatur von Bauwerksteilen wird von falschen Voraussetzungen ausgegangen, entsprechend unsinnig sind die darauf beruhenden Tipps. In einem von außen thermisch nicht isolierten Keller nehmen die erdberührten Bauwerksteile die Temperatur des Erdreichs an. Es ist deshalb unsinnig, durch Lüftung oder womit auch immer zu versuchen, die erdberührten Bauwerksteile erwärmen zu wollen. Sogar mit einer in den Keller gestellten Heizung werden erdberührte Wände nicht nennenswert wärmer. Das ist ja gerade das Problem, das zur Kondenswasserbildung führt. Das heißt: Mit warmer Außenluft erwärmt man nicht die erdberührten Kellerwände, sondern die erdberührten Kellerwände kühlen die sie überstreichende warme Außenluft, die in der Folge weniger Feuchtigkeit halten kann.
Ähnliche Diskussionen führe ich mittlerweile seit Jahrzehnten nicht nur mit Laien. Wenn man aber von den thermischen Verhältnissen der Schichten aus Kellerwand und Erdreich nichts versteht und zudem die Unwägbarkeiten von Feuchtemessungen (genaue Hygrometer sind eben nicht trivial) nicht kennt, kommen Tipps wie in o. g. Link zustande.
Erdberührte Teile nehmen thermisch eine Sonderstellung im Gebäude ein. Der Wärmeübergangswiderstand zwischen Kellerwand und umgebendem Erdreich ist je nach Feuchtegehalt des Erdreichs um Zehnerpotenzen kleiner als der Wärmeübergangswiderstand zwischen Außenwand und umgebender Luft beim ganzen Rest des Gebäudes. Bei den oberirdischen Gebäudeteilen ist mit überschaubarem Aufwand zu schaffen, dass raumseitige Wandoberflächen annähernd Raumlufttemperatur annehmen. Im Keller liegen die Verhältnisse anders: Gegen den innigen Wärmekontakt von Kellerwand und Erdreich ist nur mit warmer Luft im Keller nicht anzukommen. Will man erdberührte Teile auf Raumlufttemperatur bringen, ist mit Dämmung, Verfüllung und Entwässerung höher Aufwand als beim ganzen Rest des Gebäudes erforderlich. Nur in seltenen Ausnahmefällen wird solcher Aufwand getrieben (und die Ausdührung sachkundig überwacht, sonst nützt es nämlich nichts), so dass man üblicherweise davon ausgehen muss, dass Anwärmen erdberührter Kellerwände mit Lüftungsmaßnahmen gleich welcher Art nicht möglich ist.
Gruß
Wolfgang