'Idiotensicheres' Betriebssystem

Hallo,

ich suche für einen Rentner, der nur gelegentlich und nach mitunter längeren Zeitabständen seinen Laptop zum Senden und Empfangen von E-Mailnachrichten und zur Suche von Informationen im WWW nutzt, ein störungsunanfälliges, simples Betriebssystem.

Bei einem normalen, auf der Festplatte eingerichteten Windows-System habe ich die Erfahrung gemacht, dass irgendwann aufgrund irgendwelcher Einflüsse (Installation von Software, Viren im weitesten Sinne, absichtliches/versehentliches Verstellen von Einstellungen etc.) Funktionsabweichungen auftreten. Und für jemanden, der sich jeden Schritt z.B. für das Versenden von E-Mails in einem Notizbuch notieren muss, ist schon jede noch so kleine Abweichung des Rechnerverhaltens irreführend.

Die Funktions-Anforderungen an das System sind gering:

  1. WWW-Browser
    HTML, vielleicht JavaScript u. Google Toolbar, mehr nicht)

  2. E-Mail-Client
    mit Archiv mit einfachstmöglicher Oberfläche

  3. Office-Software

  4. Druckerunterstützung

  5. Modem-Internetverbindung
    Es muss deutlich erkennbar sein, ob eine Verbindung besteht oder nicht (z.B. durch ein großes, eindeutig erkennbares Icon am Bildschirmrand) und die Verbindung muss sich auf Tastendruck bzw. Klick auf ein Icon jederzeit trennen lassen.

Das System muss vollständig vorkonfiguriert sein und darf sich praktisch vom Nutzer nicht verändern lassen.

Das Speichern von Dateien soll nur in einem separaten Bereich möglich sein. Dieser soll möglichst getrennt vom System sein (z.B. separate Partition), so dass die Daten des Nutzers auch dann erhalten bleiben, wenn das System aus irgendwelchen Gründen neu eingespielt werden muss.

Das System soll, wenn es auf Festplatte installiert ist, mit einer Recovery-CD durch einfaches Booten von dieser CD in vollständig konfiguriertem Zustand neu aufgespielt werden können. Danach sollen keine weiteren Einstellungen oder ähnliches mehr erforderlich sein.

Kennt jemand von Euch ein System, das sich für diese Zwecke eignen würde?

Ich kenne mich leider nur mit Windows (und dessen Dateisystem et.) aus. (Sonst wäre das ganze wohl auch kein Problem, da man sich ein Linux-System ja scheinbar recht gut individuell zusammenschustern kann.)

Für Hinweise und Tipps bin ich auf jeden Fall sehr dankbar!

MfG. Ali.

Hi,

mir fallen nur so Sachen wie KNOPPIX (oder gar BeOS) ein.

Grüße,
J~

Bei einem normalen, auf der Festplatte eingerichteten
Windows-System habe ich die Erfahrung gemacht, dass irgendwann
aufgrund irgendwelcher Einflüsse (Installation von Software,
Viren im weitesten Sinne, absichtliches/versehentliches
Verstellen von Einstellungen etc.) Funktionsabweichungen
auftreten. Und für jemanden, der sich jeden Schritt z.B. für
das Versenden von E-Mails in einem Notizbuch notieren muss,
ist schon jede noch so kleine Abweichung des Rechnerverhaltens
irreführend.

Dementsprechend fehlt Neueinsteigern aber in der Regel auch der Mut, Einstellungen bewusst zu ändern. Man probiert mal rum, stellt alles um, und ganz am Ende klickt man dann doch auf „Abbrechen“, weil man Angst hat, was kaputt zu machen.
Außerdem hat derjenige (zumal mit Modemverbindung) wohl nicht viel Interesse daran, sich Programme runterzuladen und die zu installieren. Und Änderungen am System, die sich optisch bemerkbar machen, treten auch nur selten auf. Das höchste sind meist die neuen Startmenüeinträge oder vielleicht ein Systray-Symbol.


5. Modem-Internetverbindung
Es muss deutlich erkennbar sein, ob eine Verbindung besteht
oder nicht (z.B. durch ein großes, eindeutig erkennbares Icon
am Bildschirmrand) und die Verbindung muss sich auf
Tastendruck bzw. Klick auf ein Icon jederzeit trennen lassen.

Das lässt sich einfach lösen, indem du keine Verbindung im Betriebssystem erstellst, sondern eine Provider-Software wie das T-Online Startcenter verwendest. Sobald das dann geschlossen ist, gibt es keine Verbindung mehr.

Das System muss vollständig vorkonfiguriert sein und darf sich
praktisch vom Nutzer nicht verändern lassen.

Eventuell solltest du mal einen Blick auf die Windows-Rechteverwaltung werfen. Ich hab das noch nie benutzt, aber ich glaube, da kann man den verschiedenen Benutzern so einiges verbieten. Mit einem separaten Admin-Account kann man dann vollen Zugriff erlangen.

Das Speichern von Dateien soll nur in einem separaten Bereich
möglich sein. Dieser soll möglichst getrennt vom System sein
(z.B. separate Partition), so dass die Daten des Nutzers auch
dann erhalten bleiben, wenn das System aus irgendwelchen
Gründen neu eingespielt werden muss.

Wenn du die Eigenen Dateien auf eine separate Partition legst und die Daten nur dort gespeichert werden, sollte das kein Problem sein. Da du wohl im Falle eines Falles auch nicht gleich alles plattmachst und formatierst, sollten sogar Daten auf der OS-Partition erhalten bleiben. Allerdings benutzt zum Beispiel Thunderbird zum Speichern der Mails ein Unterverzeichnis von C:.

Das System soll, wenn es auf Festplatte installiert ist, mit
einer Recovery-CD durch einfaches Booten von dieser CD in
vollständig konfiguriertem Zustand neu aufgespielt werden
können. Danach sollen keine weiteren Einstellungen oder
ähnliches mehr erforderlich sein.

Naja, mit etwas Aufwand ist es möglich, eine Windows-Installations-CD zu erstellen, die nicht nur alle Patches und Service Packs, sondern auch Einstellungen und Software von Drittherstellern enthält. Das wäre vielleicht was für dich.

Kennt jemand von Euch ein System, das sich für diese Zwecke
eignen würde?

Ich würde bei Windows bleiben. Kaputt machen kann man immer was.
Du musst der betreffenden Person nur einschärfen, dass sie immer auf „Abbrechen“ klicken muss. Dann kann gar nichts schiefgehen, denn immer, wenn man was bestätigen muss, kann man es auch abbrechen.

Linux würde ich nicht nehmen, zumindest nicht in einer der Verkaufversionen, die man so findet (Suse und derartiges). Das ist zwar alles stark an Windows angelehnt, aber erstens ist es besser, sich gleich an das zu gewöhnen, was es fast überall gibt (vor allem bei Personen, die Probleme haben, sich umzustellen) und zweitens kann man bei Linux leichter mehr kaputt machen und muss mehr selbst erledigen. Ohne ordentliche Kenntnisse ist man bei Linux auf verlorenem Boden und du sagst ja selbst, dass du die nicht hast.

Kennt jemand von Euch ein System, das sich für diese Zwecke
eignen würde?

http://www.apple.com/de/macosx/

Stefan

Hallo Ali,

ein idiotensicheres (Betriebs)system gibt es nicht!
Oder kennst du einen idiotensicheren Fernseher, DVD-Player, Videorekorder, oder Autos die keine Unfälle machen?

ich suche für einen Rentner,

also suchst du eine rentnersicheres BS? :smile:

Die Funktions-Anforderungen an das System sind gering:

  1. WWW-Browser
    HTML, vielleicht JavaScript u. Google Toolbar, mehr nicht)
  2. E-Mail-Client
    mit Archiv mit einfachstmöglicher Oberfläche
  3. Office-Software
  4. Druckerunterstützung
  5. Modem-Internetverbindung

GERING? och, mehr nicht, das nenne ich ein volles Komplettsystem!

Alles was du angeführt hast, kann man mit JEDEM Betriebssystem erreichen. Es muß nur entsprechend konfiguriert werden. Fertig konfigurierte System gibt es nicht und niergendwo!

Auf jeden Fall ist eine Schulung für den Benutzer (egal ob Renter oder jüngerer Benutzer) von ca. 50 Stunden sinnvoll, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem.

Grüße aus Essen
Wolfgang

Level 3 Analyse:

  1. Frage des Admin: was wurde vorher verändert?
  2. Antwort des Users: nichts
  3. Frage des Admin: was wurde verändert, bevor NICHTS verändert wurde?

Hallo Ali

Das System muss vollständig vorkonfiguriert sein und darf sich
praktisch vom Nutzer nicht verändern lassen.

Das lässt sich mit Linux oder Windows (2000 oder XP) durchaus erreichen. Dazu richtet man einen Benutzer ein, dessen Rechte dahingehend angepasst sind, dass er genau das tun kann, was er tun darf/muss und nicht mehr.

Mit solch eingeschränkten Rechten kann man zugleich auch die Gefahr von Viren etc. deutlich vermindern. Die können dann in der Regel maximal das Benutzerkonto schrotten, nicht jedoch das ganze System.

Das System soll, wenn es auf Festplatte installiert ist, mit
einer Recovery-CD durch einfaches Booten von dieser CD in
vollständig konfiguriertem Zustand neu aufgespielt werden
können. Danach sollen keine weiteren Einstellungen oder
ähnliches mehr erforderlich sein.

Das kann man mit Hilfe eines ‚Image‘ erreichen, welches z.B. mit Acronis TrueImage erstellt und bei Bedarf zurückgespielt werden kann.

CU
Peter

Na, Ali, bezüglich „idiotensicher“ gilt folgende Ingenieurs-Regel: Es ist unmöglich, ein idiotensicheres Gerät zu konstruieren, die Idioten sind zu einfallsreich.

Im Ernst: mach ihm eine Installtation, die das kann, was er braucht. Davon dann mit Acronis ein Image, und wenn er´s halt wieder mal kaputt gemacht hat, spielst du ihm das Original zurück.

Nutzdaten und Image natürlich möglichst auf getrennte Partitionen.

Antal

Hallo Ali,

Ein paar Bemerkungen von mir:

Ich stand vor knapp über einem Jahr vor einem ähnlichem Problem: Da wollte sich ein bekannter Rentner ein Laptop kaufen. Da er auf Win98 die notwendigen Aktionen schon auswendig konnte, bsorgte ich ihm ein Notebook mit WinXP. Obwohl ich auf dem Notebook seinen Desktop so gut wie möglich nachahmte, musste ich ca. 1 Jahr lang im Schnitt 1-2 mal die Woche eine ca. 2-stündige Lernsession abhalten. Wenn er nicht schon jahrelang auf Win98 gearbeitet hätte und es nicht wichtig gewesen wäre, EXAKT die gleichen Programme wie auf Desktop laufen zu haben (Buttons müssen auf dem gleichen Platz sein, etc.), wäre meine Wahl wohl auf ein MacOS X - System gefallen (obwohl ich eher ein Linux-Freak bin). Ein paar Nicht-Techniker in meinem Bekanntenkreis reduzierten die Hilfe-Anrufe drastisch, nachdem sie von Win auf Mac gewechselt sind.
Gerade bei Leuten, welche mit Modem ins Internet gehen, ist die Update-Wahrscheinlichkeit (OS, Virenscanner) sehr gering. Es gibt zwar IMHO kein fehlerfreies OS, aber bekanntlich ist man mit Windows mit Abstand den meisten Attacken ausgesetzt (direkt übers Internet, über div. Webseiten (IE!), per Mail, etc.), sodass so ziemlich jedes Nicht-Win-OS um Längen sicherer ist und somit dem „Betreuer“ weniger Sorgen macht. (Bitte jetzt kein OS-Flame-War!)

Just my 2 cents,
Pürsti