Hardware/Software-RAID

hallo,

ich habe 3 festplatten (2 baugleiche, 1 kleinere).
auf den baugleichen befinden sich daten (sind etwa zu 3/4 voll).
betriebssystem: xp
mainboard: msi p35 neo2fr - unterstützt RAID 0,1,5,10

möchte meine daten nun besser organisieren, da ich insg. 8 partitionen habe und ich die benötigten daten immer auf verschiedenen laufwerken suchen muss. ruckzuck kommts zu doppelt-speicherungen. ich blick fast nicht mehr durch.

jetzt wollt ich mich mal informieren bzgl RAID-systemen. zwar hatten wir die theorie bereits an der schule, aber da sind doch noch ein paar fragen.
wenn ich jetzt raid5 machen will, brauche ich ja mind. 3 platten.
1.) raid5 mit teils unterschiedlichen platten (500gb+500gb+320gb) geht ja nicht, ne? weil sonst viele paritätsbits kein platz mehr hätten. oder gibts da möglichkeiten dass man nur 3x320gb als raid macht und den rest als einzelne partitionen?
2.) wenn man ein hardware-raid einrichtet werden die platten da formatiert?
3.) gibts möglichkeiten ein JBOD zu machen? mein mainboard unterstützt es laut spezi nicht, aber vllt via software-raid?

danke für eure hilfe

wenn ich jetzt raid5 machen will, brauche ich ja mind. 3
platten.

1.) raid5 mit teils unterschiedlichen platten
(500gb+500gb+320gb) geht ja nicht, ne? weil sonst viele
paritätsbits kein platz mehr hätten. oder gibts da
möglichkeiten dass man nur 3x320gb als raid macht und den rest
als einzelne partitionen?

Gute RAID Controller können das. Die kleinste Platte bestimmt dann die Größe des RAID, in Deinem Fall wären das 3x320GB - 1x320 Partity, macht 640GB Platz. RAID5 sind allerdings nicht gerne gesehen auf Systemplatten mit Auslagerungsdatei, weil die Schreibperformance lausig ist. Das trifft auf Billigcontroller, wie sie idR auf Standardmainboards verbaut werden, auf jeden Fall zu. Für den professionellen Bereich gibt es Spezialcontroller mit eigenem Prozessor, Speicher und Stützbatterie, die den Bremseffekt durch das RAID-5 kompensieren können. Deiner kann das mit Sicherheit nicht.

Gute Controller können dann auch den restlichen Platz, in Deinem Fall 2x180GB entweder als Spiegel mit 180GB oder als 2xEinzelplatte verwalten.

Wie gut (flexibel) Dein Controller in deiser Hinsicht ist musst Du selber mit seinem Handbuch klären.

Nehmen wir mal an, er könnte sehr flexibel partitionieren. Dann würde es sich anbieten, dass Du Deine Platten in 1 RAID5 mit 3x320 (640GBnetto) und eine gespiegelte RAID-1 mit 2x180GB (180GB netto) unterteilst. Das Betriebssystem samt AUslagerungsdatei kommt auf das RAID-1 ©, das RAID-5 (D) nimmst Du für die Nutzdaten. Du hättest dann Redundanz für den Fall des Ausfalls einer Einzeplpatte.

2.) wenn man ein hardware-raid einrichtet werden die platten
da formatiert?

Normalerweise nein. Formtatiert werden werden sie bei der nachfolgenden Betriebssysteminstallation bzw. nach der nachfolgenden Partitionierung. Wenn der Kern der Frage allerdings war, ob Du Durch das Einrichten/Verändern der RAID-Einstellungen die Dateien verlierst: ja, die sind futsch, Du brauchst also ein externes Backup davon.

3.) gibts möglichkeiten ein JBOD zu machen? mein mainboard
unterstützt es laut spezi nicht, aber vllt via software-raid?

Das nennt sich in Windows ein „Datenträgersatz“. Das kann Windows sowieso --> Computerverwaltung, Datenträgermanagement. Hier kannst Du nicht benutzte (nicht partitionierte) Platten oder Plattenteile auf verschiedene Art nutzbar machen. Das gilt auch für bestehende Partitonen, außer C:, die Boot-Partition, die ist gleichsam zementiert.

Zu Deiner Fage passt ein Datenträgersatz auf D: am Besten. Der sammelt beliebige Fragmente von Festplattenplatz auf verschiedenen Festplatten ein und blendet sie als eine einzige Partition ein. Datenträgersätze eignen sich also recht gut um irgendwelchen freien Plattenplatz zu einer einzigen großen Platte zusammenzuflicken. Beachte allerdings, dass ein Datenträgersatz komplett stirbt, wenn eine der beteiligten Platten stirbt. Da 2 Platten doppelt so häufig ausfallen wie eine, verdoppelt sich die Ausfallwahrscheinlichkeit bei einem Datenträgersatz. Mit drei Platten im Datenträgersatz schauts natürlich noch schlechter aus.

Nun könntest Du auf die Idee kommen, doch einfach die Platten Platten sein zu lassen (im RAID BIOS), und die drei Platten per Datenträgersatz zu einer zu vereinigen. Wue schpon erwähnt unterstützt Windows Datenträgersätze nicht beim Booten, die Systemparttion C: muss also auf jeden Fall eine „normale“ Partition sein. Nehmen wir an, Du zwackst Dir von der ersten 500-er 30GB ab für C: (das machst Du auch nicht im RAID BIOS, sondern bei der Betriebssystem-Installation), dann kannst Du den restlichen Platz von 470+500+320GB = 1290GB als D: in voller Pracht und Größe als Datenträgersatz einrichten und nützen - allerdings mit dem schon erwähnten Risiko bei Plattenausfall.

Du könntest auch auf die Idee kommen, per RAID BIOS von den beiden 500-ern jeweils 200 GB als RAID-1 (C:smile: zu benützen, und Windows da drauf zu installieren, und die restlichen 2x300 + 320GB als 920GB Datenträgersatz D: zu nützen. Wichtige Daten kommen dann nach C:, und sind über das RAID ein wenig ausfallgeschützt, und D: verwendest Du für ersetzbare Daten, oder machst häufig Backups.

Und, und und. Es gäbe sicher noch unendlich viele weitere Konzepte und Mischungen aus Hardware-RAID Controller Einstellungen und Partitonierungen bzw. Datenträgersätzen. Alle sind irgendwo Kompromisse zwischen Geschwindigkeit, Ausfallsicherheit und nutzbarerm Plattenplatz. Als besondere Würze musst Du die Einschränkungen durch das Controller-BIOS und Windows (ale Möglichkeiten gibt es nur mit Windows Server, bei den Workstations hat Microsoft einiges ausgebaut) mit einbeziehen.

Was Windows betrifft kann ich Dir helfen. Für das Controller-BIOS musst Du diese Hausaufgaben selber machen.

AL.